Das Raumschiff Erde ist startklar.
Seine crew ging in Ankara an Bord.

Die "globalen Probleme" hat sich eine europäische Lernpartnerschaft als Thema vorgenommen, genauer: die Wahrnehmung solcher Probleme in europäischen Ländern bzw. Gesellschaften. Das Vorhaben wird aus dem EU-Programm Sokrates - Grundtvig / Lebenslanges Lernen - gefördert. Das Europahaus Burgenland koordiniert das Projekt.

Vom 27.- 30. Oktober 05 trafen sich die Partner erstmals in Gölbasi bei Ankara, an der dortigen Partnerinstitution, der Volkshochschule Gölbasi. Das internationale Team besteht weiters aus Kollegen und Kolleginnen aus Finnland, Estland, Spanien, Italien und Österreich. Sie wurde vom Abteilungsleiter des Erziehungsdirektorats der Stadt Ankara, Oguz Yücel, und seinen Kollegen, dem Direktor der Volkshochschule Gölbasi, Ahmet Yilmaz, dem Vizedirektor der Volksschule Gölbasi, Hassan Celtik und dem Vizedirektor der Atatürk Grundschule, Mesut Güler, hervorragend betreut. Das Team war eingeladen, Schulen und Erwachsenenbildungseinrichtungen kennen zu lernen und mit hochrangigen Vertretern aktuelle Bildungsfragen zu diskutieren, so auch bei Besuchen beim Erziehungsdirektor der Stadt Ankara, Murat Bey Balta und beim Gouverneur der Region Gölbasi, Hakki Uzun. Neben den Strukturen des Bildungssystems lernten die Partner vieles über die Geschichte und Kultur der Türkei. Die aufmerksamen Gastgeber zeigten eine der größten Moscheen Asiens, die Kocatepe - Moschee, das Atatürk-Mausoleum, das martialische Republiksmuseum, aber auch das moderne Anatolische Zivilisationsmuseum, das für seine hervorragende Konzeption eine hohe internationale Auszeich-nung bekommen hatte, weiters das alte Zentrum - die Burg - von Ankara. Schließlich ging es mit dem Bus in das 120km entfernte Beypasar, eine idyllische Stadt, wo ein köstliches Ramadan-Essen stattfand.

Die Gespräche dienten dem Austausch von Ansichten zum Phänomen Globalisierung und damit verbundener Probleme und der Entwicklung einer gemeinsamen Grundlage für die weitere Arbeit.Hilfreich war dabei die Differenzierung von globalen und universellen Problemen. Unter universellen Problemen wurde solche gereiht, die zwar überall auf der Welt vorkommen (können), aber jeweils lokale Ursachen oder Lösungsstrategien kennen, während globale Probleme nach einer globalen Antwort und Verantwortung verlangen. Als solches - globales - Problem wurde die Klimaänderung eingestuft, aber auch der Werteverfall wurde von Partnern in diese Kategorie reklamiert.

Nach dieser ersten Annäherung beobachten und analysieren die Partner in ihren Ländern die öffentlichen Diskurse und integrieren die Fragestellung des Projekts in die Aktivitäten ihrer jeweiligen Institutionen. Nach dieser Phase der Materialerschließung wird es darum gehen, die Situation eines "Raumschiffes" darzustellen, das in Schwierigkeiten geraten ist und dessen Besatzung eine Lösung des Problems finden muss.

Die dem Projekt zu Grunde liegende Idee geht davon aus, dass die Wahrnehmung von globalen Problemen bzw. globa len Lösungsstrategien in den europäischen Ländern sehr unterschiedlich ist und somit eine interessante interkulturelle Herausforderung darstellt. Die erste Begegnung bestätigte diese Annahme. Trotz enormer Verständigungsschwierigkeiten sind nun alle an Bord.


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Spaceship Earth
Raumschiff Erde