4. Leistung als Ergebnis persönlicher Qualitätsstandards
Das augenblickliche
Leistungsniveau (L-Niveau) eines Individuums ist der Ausdruck der
tatsächlichen Leistung eines Menschen in einer gegebenen Situation.
Das ideale Leistungsniveau (I-Niveau) ist - wie oben gezeigt - das
Idealbild von der persönlichen Qualität.
Erst wenn sich das L-Niveau dem I-Niveau annähert, ist der Mensch
mit seinem eigenen Einsatz zufrieden. Der Unterschied zwischen I-Niveau
und L-Niveau ist der Ausdruck für die Möglichkeiten des
einzelnen Menschen, eine höhere persönliche Qualität
zu erzielen.
Das L-Niveau lässt sich durch die Beurteilung der Qualität
von Leistungen in verschiedenen konkreten Situationen beschreiben;
es ist nicht statisch, sondern kann sich situationsbezogen drastisch
verändern. Jedes Individuum ist permanenten Einflüssen ausgesetzt,
die sein L-Niveau steigern oder mindern.
Faktoren, die das L-Niveau beeinflussen können, sind
Anerkennung/Belohnung: Jedes Individuum kann
Anerkennung aus der Umgebung erhalten oder sich selbst Anerkennung
zollen. Wer längere Zeit hindurch ein Missverhältnis zwischen
Leistung und Anerkennung/Belohnung erlebt, dem wird es äußerst
schwer fallen, ein hohes L-Niveau aufrecht zu erhalten. Positive Aufmerksamkeit
führt fast stets zu einer Erhöhung des L-Niveaus. Die Wirkung
hängt allerdings davon ab, wer einem bestimmten Individuum Aufmerksamkeit
erweist, wie sie erfolgt, auf welche Leistung sie sich bezieht und
ob das Individuum fühlt, dass die Anerkennung/Belohnung verdient
wurde.
Kenntnis der Zielsetzung: Wem die übergeordneten
Ziele für sich selbst, für die Abteilung, das Unternehmen
oder die Bildungsinstitution nicht völlig klar sind, dessen L-Niveau
wird fallen. Dasselbe gilt, wenn der Sinn der einzelnen Aufgaben nicht
erkennbar ist. Um ein hohes L-Niveau aufrecht zu erhalten, ist es
wichtig, dass Individuen laufend die Ergebnisse der Hauptaufgaben
sehen, für die sie Teilaufgaben liefern.
Erfolg/Mißerfolg: Erfolge und Mißerfolge
wirken sich auf die Stimmung aus, auf die Lust, künftig ähnliche
Aufgaben zu übernehmen, und damit auf die Qualität des zukünftigen
Einsatzes eines Individuums. Es gibt wohl keinen Zweifel daran, dass
Erfolge das L-Niveau heben; andererseits können Misserfolge Menschen
dazu anspornen, sich besonders anzustrengen, um Respekt und Selbstachtung
wieder zu gewinnen.
Arbeitsbedingungen: Eine unordentliche, unpraktische
und verwirrende Einrichtung senkt das L-Niveau; anregende und funktionsgerechte
äußere Bedingungen mit zweckmäßigen und zeitgemäßen
Hilfsmitteln heben das L-Niveau.
Arbeitsklima: Ein Klima, das geprägt ist
von gegenseitigem Respekt, Offenheit, umfassender Information, hoher
Moral, Vertrauen, Geborgenheit, Toleranz, Betonung der starken Seiten
der Menschen, guter Laune, dem Menschen im Mittelpunkt hebt das L-Niveau.
Ein Klima, das geprägt ist von Bürokratie, Machtkämpfen,
Furcht, Mißtrauen, Kälte, Betonen der schwachen Seiten
und Fehler der Menschen, Gerüchten, Klatsch, fehlender Konsequenz,
dem System im Mittelpunkt ... senkt im Allgemeinen das L-Niveau.
Erfahrungen und Fertigkeiten: Unzulängliche
Erfahrungen und Fertigkeiten führen bei manchen Menschen zu Unsicherheit
und senken ihr L-Niveau. Auf andere wirkt die fehlende Erfahrung als
Ansporn, sich besonders anzustrengen - und damit das L-Niveau zu heben
Bei den meisten führen allerdings Erfahrungen und Fertigkeiten
zu einem hohen L-Niveau. Wer einer Aufgabe gewachsen ist, wird sie
oft mit Freude ausführen. Gleichzeitig steigen die Aussicht auf
Anerkennung.
Die Art der Aufgabe: Eintönige Arbeit senkt
das L-Niveau bei Menschen, die Abwechslung und Herausforderungen brauchen
- und erhöht es bei Individuen, die sich am liebsten mit vertrauten
Dingen beschäftigen. Um ein hohes L-Niveau aufrecht zu erhalten,
müssen sich Menschen bei der Ausführung Ihrer Aufgaben wohl
fühlen.
Verfügbare Zeit: Reichlich Zeit für
die Ausführung einer Aufgabe wirkt sich von Person zu Person
wegen des unterschiedlichen Arbeitsrhythmus verschieden aus. Manche
benutzen die zur Verfügung stehende Zeit, um die Aufgabe in allen
Einzelheiten zu durchdenken und sie besser und kreativer auszuführen.
Für andere bedeutet reichlich Zeit, dass sie den Arbeitsbeginn
hinausschieben und die Zeit weniger effektiv ausnutzen. Auch Zeitdruck
wirkt sich unterschiedlich aus. Manche arbeiten am besten und fühlen
sich am wohlsten unter Zeitdruck, während Andere ihn als Belastung
empfinden. Das L-Niveau ist unter angemessenem Zeitdruck am Balancepunkt
am größten der am besten zum individuellen Arbeitsrhythmus
passt.
Das L-Niveau Anderer: Viele Individuen weisen
ein hohes L-Niveau auf, wenn sie neue Beziehungen zu anderen einleiten:
eine neue Stellung, eine neue Zweierbeziehung, neue Freundschaften,
... In solchen einleitenden Phasen ist das L-Niveau nicht so sehr
vom L-Niveau Anderer beeinflussbar. Wenn das Interesse am Neuen dem
Alltag Platz macht, wird das L-Niveau in immer stärkerem Maße
vom L-Niveau Anderer beeinflusst - in positiver oder in negativer
Richtung. Die Beeinflussung wird besonders stark, wenn das L-Niveau
anderer erheblich vom eigenen abweicht. Sie werden insbesondere beeinflusst
durch das L-Niveau der unmittelbaren Kollegen, der Familie der Freunde,
der Vorgesetzten und von Menschen, die Vorbilder für das jeweilige
Individuum sind.
Das eigene I-Niveau: Menschen mit hohem I-Niveau
neigen dazu, ständig an der Erhöhung ihres L-Niveaus zu
arbeiten.
5. Umweltbedingte Leistungsdeterminanten
mit unterrichtspraktischer Relevanz
Die folgenden Ausführungen
sind inspiriert von CLAUS MÃLLER (1988, S. 17ff.) und dienen
der Reflexion der Lehrer-Schüler-/Schüler-Schüler-Interaktionen
in der Schulklasse:
Eltern gelten als Vorbild. Was sie sagten und taten,
wurde zur Richtschnur für die Akteure im Unterrichts- und Erziehungsprozess
- Lehrer und Kinder in gleicher Weise.
Das Beispiel der Familie hat erhebliche Bedeutung für
das I-Niveau eines Individuums. Wenn Eltern nie gelogen haben und
auch keine Lügen Anderer akzeptierten, wird Ehrlichkeit als erstrebenswertes
Ideal betrachtet. Wenn Eltern und Geschwister Ordnung liebten, werden
Ordnung und Überblick für das jeweilige Individuum eine
positive Qualität haben.
Auch das Verhalten von Freunden (peers) und Lehrern
übt starken Einfluss aus. Kein Kind möchte ausgeschlossen
werden; deshalb versuchen sie, die Normen der Gruppe zu übernehmen
und ihnen nachzuleben.
Je öfter ein Individuum zurechtgewiesen und angeleitet
wurde, desto höher ist sein I-Niveau. Dies gilt jedoch nur, wenn
Zurechtweisungen auf eine Art und Weise erfolgten, die als positiv
erlebt wurden, als berechtigt und als Hilfe für das Weiterkommen
betrachtet wurden.
Gerade Kinder streben nach Anerkennung aus ihrer Umgebung.
Sie lernen bereits zu einem frühen Zeitpunkt, welches Verhalten
und welche Leistungen belohnt und welche bestraft werden. Deshalb
ist das I-Niveau durch die Normen für Lob/Tadel, denen sie durch
ihre Umgebung ausgesetzt waren, maßgeblich beeinflusst worden.
Das I-Niveau eines Individuums ist in hohem Maße
durch die Anforderungen und Erwartungen seiner Umgebung an seine Leistungen
"im Klartext" wie auch "zwischen den Zeilen" beeinflusst
worden.
Wenn Anforderungen und Erwartungen an das Kind hoch
waren, andererseits jedoch auf Alter, Erfahrung und Fertigkeiten abgestimmt
waren, ist sein I-Niveau - als Erwachsener - vermutlich hoch. Entsprechend
würden keine oder geringe Ansprüche und Erwartungen an seine
Leistungen vermutlich eine Senkung des I-Niveaus bewirkt haben.
6. Das Messen und die Bewertung der Leistung
Im Arbeitsprozess ist
das Messen der erzielten Leistung notwendig und wird naturgemäß
in allen Fällen durchgeführt, in denen die Arbeitstätigkeit
quantitative Parameter aufweist, wobei qualitative Aspekte ein gleich
wichtiges Kriterium sind.
Unter dem Einfluss des technischen Fortschritts, der allgemein höheren
Qualifikation der Arbeitskraft und der betrieblichen Organisation
erreichen die geforderten Leistungsnormen bisweilen die physiologischen
Grenzen des Menschen.
Unentbehrlich ist die Bewertung der Leistung. Im Prinzip gilt die
Regel, dass gleiche Leistung auch in gleicher Weise bewertet werden
soll. Es wird auf diese Weise die alte Regel zur Geltung gebracht
- "Allen das Gleiche" (omnibus idem). Die Berücksichtigung
der speziellen Bedingungen und Voraussetzungen des Individuums (suum
cuique) kann man nur in einigen Situationen beachten, weil das
entscheidende Kriterium im Arbeitsprozess, nämlich das Niveau
der erreichten Leistung, maßgebend bleibt.
Die Forderung nach eindeutiger linearer Objektivität bei der
Bewertung der Ergebnisse im Arbeitsprozess beeinflusst in hohem Maße
auch die schulische Leistungsmessung, obwohl hier die Problematik
der Bewertung viel komplizierter ist.
In der herkömmlichen Schule der Tschechischen Republik überwiegen
traditionelle Formen zur Ermittlung und Bewertung der Schulleistung,
was sich im Prüfen und Klassifizieren widerspiegelt. Nur langsam
setzen sich neue Methoden der Leistungsmessung/-überprüfung
durch.
Größere Aufmerksamkeit sollte den Curricula gewidmet werden,
da hier die Ursache vieler Schwierigkeiten liegen; exemplarisch für
die Tschechische Republik sei ein Problem genannt: Die Aufnahmeprüfungen
an die Hochschulen, die durch ihre Orientierung an enzyklopädischen
Kenntnissen das ganze Schulsystem, alle seine Stufen negativ beeinflussen,
sogar determinieren.
An dieser Stelle ist
der Begriff der "Schlüsselqualifikationen" (Mertens,
1974) einzubringen, die von der Wirtschaft und Industrie gefordert
werden. Er kritisiert das Faktenwissen, das auf Grund der zunehmenden
Unübersichtilichkeit der Fakten keinen Gewinn für die zukünftige
Berufswelt bringen würde. Er sieht die Lösung in einem gemeinsamen
Dritten, in übergeordneten Bildungselementen, welche die rasche
und reibungslose Erschließung von Spezialwissen ermöglichen.
DIETER MERTENS (1974) unterscheidet vier Arten von Schlüsselqualifikation:
"Basisqualifikationen = Qualifikationen höherer
Ordnung mit einem breiten Spektrum vertikalen Transfers;
Horizontalqualifikationen = Informationen über
Informationen (horizonterweiternde Qualifikationen);
Breitenelemente = ubiquitäre Ausbildungselemente,
Vintage-Faktoren = generationsbedingte Lehrstoffe und
Begriffssystme."
(Mertens, 1974, S. 36)
MATTHIAS VON SALDERN (1997) spricht hingegen von "Handlungskompetenz" mit ihren Subkompetenzen "Fachkompetenz, Methodenkompetenz, Sozialkompetenz und Persönlichkeitskompetenz" (vgl. Saldern 1997, S. 34).
Die Unterrichtswirklichkeit
zeigt, dass wir Schulleistungen nicht im geringsten exakt messen können.
Eher müssen wir die Lernergebnisse und besonders das Schülerverhalten
nach ihren qualitativen Zügen beschreiben und einschätzen
und in eine vereinbarte Skala einreihen. Die mannigfaltigen Schulleistungen
umfassen verschiedene Bereiche. Im Bereich der Schulleistungen sind
es besonders Fakten, Informationen, Begriffe, Definitionen usw., die
ein Schüler im Gedächtnis behalten muss. Der Schüler
akkumuliert aber nicht nur bloßes Faktenwissen; er sollte das
Wissen beim Problemlösen aktiv anwenden können. Die Bewertung
sieht dann ganz anders aus, weil der Lernprozess nicht mit dem Memorieren
beendet ist. In diesem Fall erscheint es notwendig, einerseits die
Genauigkeit und Dauerhaftigkeit der Gedächtnisleistung, andererseits
die Fähigkeit zur Anwendung zu bewerten. Ein wichtiger Teil des
Curriculums sind weiters die Fertigkeiten, die auch ein kompliziertes
Phänomen darstellen, das es zu messen und zu bewerten gilt, da
ein großer Unterschied zwischen den motorischen, sensorischen,
intellektuellen und anderen Fertigkeiten besteht. Vom Wissen und den
Fertigkeiten unterscheiden sich die Einstellungen, die im Bildungsinhalt
einen wichtigen Platz einnehmen, deren objektive Erfassung und gerechte
Bewertung höchst anspruchsvoll ist.
Es ist offensichtlich, dass das Messen und die Bewertung des Lernzuwachses
komplizierter ist als das Messen und die Bewertung der Arbeitsleistungen
in der Produktion, obwohl das Wesen der Leistungen dasselbe ist, da
es sich in beiden Fällen um die Leistungsfähigkeit handelt,
die spezifisch für jedes Individuum ist.
Bei der Feststellung und Beurteilung von Schulleistungen geht es nicht
darum, die angemessenen Leistungen als unmittelbares objektives quantitatives
Bild der pädagogischen Realität abzubilden und als Endresultat
des Messens zu bewerten, weil die unterrichtlichen Phänomene
ihrer Vielgestaltigkeit nach nicht direkt vergleichbar sind. Deshalb
versucht man, pädagogische Phänomene auf Grund charakteristischer
Merkmale in logische Klassen einzuteilen, zu klassifizieren. Die Klassifikationsstufen
erfordern eine exakte Definition der einzelnen Stufen der Klassifikationsskala.
Nach den gemessenen Werten und ermittelten Eigenschaften der einzelnen
Phänomene werden diese in die entsprechenden Stufen eingereiht.
Trotzdem bestehen beträchtliche Schwierigkeiten, denn die Definitionen
der Stufen in der Skala sind nicht exakt genug, wodurch ein subjektiver
Raum bestehen bleibt. Weitere Probleme entstehen bei der Gestaltung
vergleichbarer europäischer Bildungssysteme, da bisher in einzelnen
Staaten ganz unterschiedliche Forderungen, Normen und Traditionen
gelten.
Fragen der Leistung und Bewertung tangieren nicht nur Schülerleistungen,
sondern sind auch im Zusammenhang mit dem gesamten Schulsystem zu
stellen, da dieses die einzelnen erziehlichen und unterrichtlichen
Handlungsfelder beeinflusst. In diesem Zusammenhang findet sich der
Terminus "Evaluation". JAN PRïCHA (1966) zeigt, dass
der Begriff Evaluation eine komplexe und vielgestaltige Erscheinung
ist, der im Bezug zum Begriff Bewertung einer breitere Bedeutung aufweist.
Evolution bezeichnet demnach zusammenfassend die Theorie, Meteorologie
und Praxis der gesamten Bewertung verschiedener pädagogischer
Phänomene (vgl. die Ausführungen im Modul Evolution von
Bildungssystemen ...).
In diesem Sinne werden die Bildungsprogramme, die Lehrbücher,
der Unterricht, das schulische, die Schulinstitutionen, die Forschungsergebnisse
usw. evaluiert.
Selbstverständlich kann man bei der Evolution alle diese Phänomene
auf die Leistungsfähigkeit der beteiligten Individuen beziehen
und so auf die Leistung zurückführen.
Zur Vertiefung dieses
Abschnitts sei auf die Studientexte "Der informelle Test im Kontext
pädagogischer Evolution und Qualitätskontrolle" sowie
"Portfolios und andere alternative Formen der Leistungsbeurteilung"
verwiesen.
7. Die Leistungsfähigkeit im
Erziehungsprozess
Die Grundparameter der Leistung gelten für die physische und geistige Tätigkeit in gleicher Wiese, denn die Lerntätigkeit der Schüler wird durch ähnliche Faktoren beeinflusst wie die Arbeitstätigkeit bei der Produktion einer Ware in einem Betrieb.
Einige spezifische Besonderheiten
muss man allerdings in Betracht ziehen:
Leistung wird durch das Lebensalter beeinflusst,
Leistung muss vom Ziel der Erziehung/Lernziel aus betrachtet
werden
Messung und Bewertung der Leistung im Erziehungsprozess/Lernprozess
ist komplizierter, zumal die physischen und psychischen Unterschiede
der Schüler zu respektieren sind,
Die Bemühung um unbedingte Gerechtigkeit der Bewertung
tritt in den Vordergrund,
Schulleistungen hängen in hohem Maße von
einem anregenden und günstigen Milieu ab,
Im Unterrichtsprozess ist Ermüdung ein wesentlicher
Faktor, der voll zu respektieren ist.
"Leistung in Arbeitswelt
und Schule" hat vieles gemeinsam. Obwohl die Schule bezüglich
der obgenannten Punkte spezifische Parameter aufweist, die im Erziehungs-
und Lernprozess evident werden, ist in beiden Bereichen die Tendenz
des menschlichen Verhaltens zur Erbringung von Höchstleistungen
zu berücksichtigen.
Es sollte aber gelten, dass erbrachte Höchstleistungen auch gesellschaftlich
honoriert werden.
Wenngleich wir in einer Leistungsgesellschaft leben, nimmt "Leistung
in der Schule" immer nur eine Dienstfunktion ein; Leistungsforderungen
ordnen sich der Persönlichkeitsentwicklung/-entfaltung unter
und sind daher entsprechend zu gestalten.
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Anregungen zur individuellen Weiterbearbeitung der Thematik:
1. Versuchen Sie an Hand von Literatur weitere "Leistungsbegriffe" ausfindig zu machen. Diskutieren Sie ihre Unterschiede. Formulieren Sie Konsequenzen für die Schule und die Arbeitswelt. Identifizieren Sie allfällige ideologische Facetten.
2. Wie hat sich der Leistungsbegriff in den Staaten des ehemaligen Ostblocks seit 1989 gewandelt? Welche Konsequenzen ergeben sich für Familie und Schule? Sichten Sie die parteipolitischen Schulprogramme in Ihrem Land! Gibt es eine "Rechts"-/Links-Pädagogik"? - Wie manifestiert sich diese?
3. Reflektieren Sie bitte schriftlich bezüglich Ihres Arbeitsplatzes in der Schule wie Erfolg/Misserfolg, Arbeitsbedingungen, Arbeitsklima, Ihre eigenen Erfahrungen und Fertigkeiten, die Art der an Sie gestellten Aufgaben, die verfügbare Zeit, das L-Niveau Ihrer KollegInnen, Ihrer Familie ... Ihr L-Niveau beeinflusst (positiv/negativ).
4. Welche praktischen Konsequenzen ergeben sich für Ihre Schulklasse aus den Ausführungen in Abschnitt 3 und 4? Legen Sie diese schriftlich dar und entwickeln sie Strategien für ihre Umsetzung!
5. Analysieren Sie reformpädagogische und alternative Erziehungs- und Unterrichtskonzepte hinsichtlich ihrer zu Grunde liegenden Leistungsbegriffe! Arbeiten Sie die Unterschiede schriftlich aus und bewerten Sie kritisch eine allfällige ideologische Besetztheit!
6. Welche Qualität haben Ihre eigenen Leistungen? Beantworten Sie nachstehende Aussagen möglichst ehrlich. Zählen Sie dann die Kreuzchen in jeder Spalte zusammen und schreiben Sie die Summe unter die jeweilige Spalte. Je mehr Kreuzchen Sie in der Spalte "Immer" haben, desto dichter liegt Ihr L-Niveau bei Ihrem I-Niveau. Je mehr Kreuzchen Sie in den Spalten "In der Regel" und "Selten" haben, desto notwendiger ist es, dass Sie an der Entwicklung Ihrer Qualität arbeiten.
| AUSSAGEN |
Immer
|
In der Regel
|
Selten
|
| 1. Ich erledige meine Aufgaben so gut ich überhaupt kann. | |||
| 2. Ich setze mich 100%-ig ein und engagiere mich. | |||
| 3. Ich strenge mich besonders an, wenn die Situation es verlangt. | |||
| 4. Wenn mein Chef/meine Chefin nicht da ist, leiste ich dasselbe wie während seiner/ihrer Anwesenheit. | |||
| 5. Wenn ich eine Aufgabe erledigt habe - sei sie groß oder klein - prüfe ich selbst, ob sie korrekt ist. | |||
| 6. Ich helfe meinen KollegInnen - auch denen aus anderen Abteilungen/ Fachbereichen. | |||
| 7. Ich übernehme Mitverantwortung für Fehler, die mein Unternehmen/ meine Schule begangen hat, und helfe, sie zu beheben - auch wenn ich sie nicht persönlich begangen habe. | |||
| 8. Ich ergreife selbst Initiativen, um Leerlauf zu vermeiden. Wenn ich die mir übertragenen Aufgaben ausgeführt habe, finde ich selbst eine sinnvolle Beschäftigung oder bitte um neue Aufgaben. | |||
| 9. Wenn ich erst einmal versprochen habe, eine Aufgabe in einer bestimmten Qualität, Quantität und zu einer bestimmten Zeit zu liefern, tue ich alles, um mein Versprechen zu halten. | |||
| 10. Ich komme rechtzeitig. | |||
| 11. Ich zeige Respekt vor der Zeit anderer. Wenn ich meine Pläne ändere oder feststelle, dass ich nicht rechtzeitig eintreffen kann, gebe ich umgehend Bescheid. | |||
| 12. Ich lerne aus meinen Fehlern, korrigiere sie und vermeide Wiederholungen. | |||
| 13. Ich bin stolz auf die Ergebnisse meiner Arbeit und stehe gern mit meinem Namen dafür ein. | |||
| 14. Ich räume hinter mir auf und bereite alles für den Nächsten vor. | |||
| 15. Ich arbeite daran, Vergeudung von Ressourcen zu vermeiden. | |||
| 16. Ich versuche, so zu entscheiden und zu handeln, als sei es mein eigenes Unternehmen/meine Privatschule oder als sei ich der/die oberste Verantwortliche. | |||
| 17. Ich spreche mit anderen Menschen und nicht über sie. | |||
| 18. Wenn mich andere mit Qualität beliefern, drücke ich ihnen meine Anerkennung aus. | |||
| 19. Wenn die Qualität der Arbeit, die ich von anderen erhalte, nicht meinen Erwartungen entspricht, mache ich sie darauf aufmerksam. | |||
| 20. Ich bitte um Hilfe, wenn ich Aufgaben selbst nicht lösen kann. | |||
|
SUMME
|
(Quelle: Klaus MÃller, 1988, S. 31, adaptiert)
Benutzen Sie die Übung
als Anregung zur Erhöhung Ihres L-Niveaus, um so dicht an Ihr
I-Niveau heranzukommen wie möglich. Fixieren Sie schriftlich
Maßnahmen zur Erhöhung Ihres I-Niveaus.
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CD-ROM der Pädagogik, Ausgabe 1996, Copyright © 1996 Schneider Verlag, Hohengehren, Deutschland
Dahrendorf Ralf: Bildung ist Bürgerrecht. Plädoyer für eine aktive Bildungspolitik. Hamburg (Nannen) 1965.
Dahrendorf Ralf, Gesellschaft und Freiheit. Piper, München 1961.
Dorsch, F. Psychologisches Wörterbuch, Bern 1976.
Fend Helmut, Überblick über Ergebnisse wissenschaftlicher Begleituntersuchungen zu Schulversuchen im Bereich der Sekundarstufe I in der Bundesrepublik Deutschland. In: Schulversuche im Bereich der Schulen der Zehn- bis Vierzehnjährigen. Amsterdam 1977 (englische Ausgabe), Wien 1980 (deutsche Ausgabe).
Fuchs-Heinritz Werner, Lautmann Rüdiger, Rammstedt Ottheim, Wienold Hans, Lexikon der Soziologie, Westdeutscher Verlag Wiesbaden 1994.
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