6.2. Funktion und Ziel der Evaluation für die tägliche Arbeit
Wenn der Lehrer Informationen
von seiner Tätigkeit, von der Leistung der Schule, vom Schulprofil
... erstellt, zeigen sich ein oder mehrere institutionsspezifische
Ziele. Oft ist das Ziel nicht explizit ausgedrückt, aber es sind
Begründungen für bestimmte Vorgangsweisen erkennbar.
WEISS (1979), VEDUNG (1994) UND GRANSTRÖM (1998) haben denkbare
Ziele für eine Evaluation identifiziert.
Die Evaluation hat eine
instrumentelle Funktion,
informierende Funktion,
interaktive Funktion (vgl. 3.1.).
GRANSTRÖM (1999) befragte die Lehrer bezüglich ihrer "Strategien" der Evaluation und bezüglich der Nützlichkeit der einzelnen Strategien. Als Strategien nannten sie: Prüfung und Aufgaben, Schülerarbeit, Tagebücher, Beobachtungen in der Klasse.
| Strategien |
Sehr großer
Nutzen |
Ziemlich großer
Nutzen |
Ziemlich kleiner
Nutzen |
Kleiner
Nutzen |
Nicht
verwendet |
| Beobachtung |
x
|
||||
| Schülerarbeit |
x
|
||||
| Prüfung und Aufgaben |
x
|
||||
| Tagebücher |
x
|
Erlebter Nutzen für die tägliche Arbeit (Granström, 1999, S.3)
Die Lehrer erleben,
dass die eigenen Beobachtungen in der Klasse sowie die Schülerarbeiten
am nützlichsten sind, um die Schüler zu benoten. Sie sind
wichtiger als die Prüfung und die Aufgaben. Das bedeutet zwar
nicht, dass die Prüfung und die Aufgaben keine Bedeutung hätten,
aber anteilsmäßig kommt den Prüfungen ein geringeres
Gewicht an der Beurteilung zu.
Ungefähr 20% der Lehrer wenden keine Prüfungen an oder meinen,
dass Prüfungen und Aufgaben wenig Informationswert hätten;
sie vertrauen eher den Informationen, die aus den Beobachtungen und
den Arbeiten der Schüler resultieren.
Das Ergebnis kann auf zwei Arten dargestellt werden: Großes
Vertrauen in die eigene Kompetenz und in die eigene Fähigkeit
qualifizierte Beurteilungen zu machen, bedeutet einerseits hohe Kompetenz
in der Berufsausübung, andererseits kann es - wenn die eigenen
Beurteilungen nicht kalibriert werden - Ausdruck unzulänglicher
Berufskompetenz sein (vgl. Granström, 1999).
Welche Funktionen haben diese vier Strategien (Prüfung, Schülerarbeiten, Tagebücher, Beobachtungen) aus der Sicht von WEISS (1979) und VEDUNG (1994), also im Zusammenhang mit den instrumentellen, informierenden, interaktiven und institutionsspezifischen Aspekten?
Die wichtigsten Funktionen (aus der Sicht der Lehrer) sind in der Tabelle markiert dargestellt:
| Prüfung/Aufgabe | Schülerarbeit | Tagebücher | Beobachtungen |
| Instrumentelle | Instrumentelle | Instrumentelle | Instrumentelle |
| Informierende | Informierende | Informierende | Informierende |
| Interaktive | Interaktive | Interaktive | Interaktive |
(Nach: Granström, 1999, S. 11)
Die Tabelle zeigt zwei
interessante Ergebnisse: Zum einen können die vier Informationsquellen
(Prüfung/Aufgabe, Schülerarbeit ...) der interaktiven, informierenden
und instrumentellen Evaluation dienen; demzufolge haben Lehrer für
die tägliche Arbeit Werkzeuge zur Hand, die für alle drei
Evaluationstypen angemessen sind. Zum anderen zeigt sich, dass sämtliche
Informationsquellen eine sehr wichtige interaktive Funktion haben.
Das bedeutet, dass der Lehrer solche Informationen zur Notengebung
verwendet, aber auch als Grundlage für die Lehrer-Schüler-Interaktion
in der täglichen Arbeit.
Da die wertvollsten Informationsquellen der Lehrer "Beobachtungen"
und "Schülerarbeit" sind, betrachten sich die Lehrer
selbst als das wichtigste Instrument der Evaluation. Wenngleich die
systematische Erfassung von Informationen auch aus instrumentellen
Gründen erfolgt, hat dieser Aspekt nicht die gleiche Bedeutung
für die Lehrer.
Lehrerbeoabachtungen und Schülerarbeit dienen jedoch nicht den
verwaltenden Institutionen und Entscheidungsträgern um den Zustand
der Schule zu beschreiben. Der Grund ist wahrscheinlich, dass diese
Kenntnisse über die Schule und die Kinder sehr persönlich
sind und weder dokumentiert noch systematisiert sind. - Vielleicht
haben die Lehrer keine Kommunikationskanäle zu den Politikern
in den Gemeinden gefunden.
Es zeigte sich, dass es in der Schule eine permanente Evaluation gibt,
aber die Arbeit ist zu großen Teilen "unsichtbar"
und die Ergebnisse sind nicht ausformuliert.
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KARLSSON (1995) zeigt
in seiner Doktorarbeit, dass die Evaluation in der schwedischen Schule
unterschiedliche Schwerpunkte und Zugänge aufweist. In den frühen
siebziger Jahren wurden verschiedene Lehrmittelsysteme evaluiert;
in den späten siebziger Jahren wurden Rahmenbedingungen, organisatorische
Bedingungen erfasst (Dahllöf, 1967, Lundgren, 1972).
Durch den Bedarf der Schule, die pädagogischen Prozesse besser
zu verstehen, stieg auch der Bedarf nach einer Qualitätsprüfung
und -beschreibung. Das Ziel der Evaluation änderte sich - von
zentralen Unterlagen als Unterstützung einer Beschlussfassung
zur Erstellung von Unterlagen für die Diskussion der Arbeitsweisen
in der Schule (Franke-Wikberg & Ludgren, 1980).
In den achtziger Jahren begann sich eine neue Steuerungsstrategie
herauszubilden: Entscheidungsträger verlangten nach Ergebnissen
der Evaluation. Auf Grund der steigenden Dezentralisierung stieg bei
Politikern und Beamten der Bedarf nach Evaluation der Zielerreichung
der Schule. Evaluation wurde zu einem Machtmittel für die Politiker.
In den neunziger Jahren wurden Unterrrichtsprozesse, Arbeitsmethoden
und Organisationsformen evaluiert.
EKHOLM & LANDER (1998) analysierten den Einfluss nationaler Richtlinien
zur Evaluation in Skandinavien. Nationale Richtlinien gingen davon
aus, dass Evaluation zur Entwicklung der Schule beitragen soll. EKHOLM
& LANDER (1998) konnten zeigen, dass für die Politiker die
Evaluation ein Mittel ist, um Informationen zu gewinnen und Kontrolle
auszuüben, nicht aber ein Instrument zur Schulentwicklung.
7.1. Evaluation aus schwedischer Perspektive -
einige Beispiele
Das schwedische Schulsystem hat zu Beginn der neunziger Jahre Reformen
durchgeführt, die eine Dezentralisierung der Schulverwaltung
mit sich brachte: von der zentralen, staatlichen Verwaltung zur Verwaltung
der Schulen durch die Gemeinden und die einzelnen Schulen. Die Verwaltung
legte allgemeine Ziele fest und die Schulen sollten die Ziele erreichen
(Zielsteuerung). Dem Leiter der Schule kommt hier bei einer Zielevaluation
auf lokaler Ebene eine große Verantwortung zu. Politiker und
Beamte in der Kommune sind interessiert, dass die Schule die zentralen
und lokalen Ziele erreicht. Teils kommt es zur Evaluation der Ziele,
teils zur Evaluation allgemeiner Natur.
Die staatliche Verwaltung (Skolverket) hat in den Schuljahren 1996/97
und 1997/98 ein Entwicklungsprojekt mit der dazugehörenden Evaluation
in 43 Schulen in Schweden durchgeführt (Carlgren & Hörnqvist,
1999). Das Projekt erfasste Bereiche der Entwicklung des Lesens und
Schreibens, den Einsatz des Computers im Unterricht, grundlegende
Werte der Schule ... Die Berichterstatter haben die Schulen besucht
und ihre Arbeit beschrieben, evaluiert und dokumentiert. Vor allem
sollte damit die Schulentwicklung vorangetrieben werden; Schulen sollten
in die Lage versetzt werden, verschiedene Lösungen selbst zu
entwickeln (Carlgren & Hörnqvist, 1999).
Der Bericht ist überschrieben mit "Wenn es kein Fazit gibt
... von der Schulentwicklung in einer dezentralisierten Schule"
(När inget facit finns ...). Was meinen die Verfasser damit?
Es existieren Schulen, die auf die Frage "Wie?" keine einheitlichen
Antworten haben; die Antworten werden von den einzelnen Schulen unterschiedlich
formuliert (Carlgren & Hörnqvist, 1999).
Unabhängig vom Schwerpunkt, den eine Schule entwickelt hat, kommt
ein Phänomen bei jeder Evaluation zum Vorschein: Das Gespräch
ist das wesentlichste Werkzeug der Entwicklung. Viele Lehrer beschreiben
das Gespräch mit Kollegen über die Leistungen der Schüler,
ihre Entwicklung, den Unterricht ... als Routine beim zielerreichenden
Arbeiten. Das Gespräch und die Reflexion sind zwei wichtige Komponenten
in der Tätigkeit der Lehrer, der Evaluation und der Schulentwicklung
(Carlgren & Hörnqvist, 1999).
Wie bereits erwähnt hat in den Jahren 1985 bis 1995 eine Dezentralisierung
der Steuerung der Schule stattgefunden; damit ist das Interesse für
Schulentwicklung und Qualitätsprüfung gestiegen, vor allem
von Personen, die mit Schulfragen auf kommunaler Ebene befasst sind.
Die meisten Schul- und Ausbildungspläne, die zu Beginn der neunziger
Jahre entstanden, fordern Selbstevaluation der Schulen und Qualitätsmanagement.
In den späten neunziger Jahren begann man, die Leistungen von
Schulen miteinander zu vergleichen. Gegenwärtig zeigt sich eine
offene Einstellung zu Fragen der Evaluation und Qualität: Sie
sind natürliche Bestandteile der täglichen Arbeit in der
Schule.
Die Schule ist ein explizites Phänomen der Gemeinde und muss
sich selbst evaluieren. Die Resultate werden im Allgemeinen zuerst
intern vorgestellt. Manchmal steht jedoch eine Veröffentlichung
in der Presse an erster Stelle (Ekholm, 1997). In der Diskussion um
das wünschenswerte "Ausmaß an Öffentlichkeit"
wird oft betont, dass es günstiger ist, die Resultate intern
in der Schule zu bewahren, da der sozio-ökonomische Hintergrund
das Resultat beeinflusst (Ekholm, 1997). Ergebnisse eines Leistungsvergleichs
zwischen verschiedenen Schulen können das Bild eines erfolgreichen
Lehrers entstehen lassen; man vergleicht die Ergebnisse von Schulen
mit Kindern aus lernmotivierten Familien mit solchen aus wenig lernmotivierten
Familien (Ekholm, 1997). Um Fehlinterpretationen zu vermeiden, verwalten
viele Gemeinden die Evaluationsergebnisse intern; aber Schulen, die
nicht so leistungsfähig sind, versuchen, die ungünstigen
Ergebnisse zu verbessern.
Schulen sind stimuliert, ihre Leistungen zu steigern; häufig
wird aber das schlechte Resultat aus dem Zufall erklärt. Der
Grund dafür könnte sein, dass immer mehrere Personen für
die Ergebnisse verantwortlich sind; es handelt sich immer um ein kollektives
Resultat der Evaluation. Zumal die Gemeinde für die Finanzierung
verantwortlich ist, kann ein schlechtes Evaluationsergebnis auch wie
ein Druckmittel auf die Gemeinde gesehen werden, um mehr Geldmittel
zu erhalten (Ekholm, 1997).
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7.2. Evaluation am Beispiel eines schwedischen
Gymnasiums
Wie gut ist unsere Schule? - Auf welche Weise können wir Informationen
gewinnen? - Wie können wir das Resultat verwerten?
Ausgehend von diesen Fragen sollte die Schule selbst
neue konkrete Ideen prüfen und entwickeln. Die Entwicklungsarbeit
war Teil eines europäischen Projekts, das 101 Schulen in 18 europäischen
Ländern umfasste. Das schwedische Ergebnis ist im Bericht "kvalitetsbedömning
av skolors verksamhet" (Einschätzung der Qualität der
Arbeit der Schule) publiziert (Granström & Lander, 1998).
Das betreffende Gymnasium mit 600 Schülern und 55 Lehrern heißt
Malgomajskolan und liegt in Nordschweden. Die Malgomaj-Schule setzte
verschiedene Methoden der Überprüfung mit zahlreichen Informanten
ein.
Die Evaluation hatte eine interaktive Funktion; institutionsspezifische
Aspekte wurden erfasst:
Zukünftige Schüler: Die Schüler
des Gymnasiums untersuchten, wie zukünftige Schüler die
Malgomaj-Schule sehen. Die zukünftigen Schüler sollten Gründe
für die Wahl des Besuchs dieser Schule angeben. Sie sollten auch
beschreiben, woher sie die Informationen haben und ob sie ausreichend
informiert waren. Die Evaluation reflektierte das Bild von der Schule
und die Erwartungen zukünftiger Schüler an die Malgomaj-Schule.
Elternbefragung mit Schülern: Eltern befragten
Schüler am Gymnasium. Die Fragen betrafen den Übergang von
der Grundschule ins Gymnasium, das Wohlbefinden in der Schule, Kurse
und Benotung ... Jede Befragung dauerte drei Stunden, wobei die Schüler
viele interessante Gedanken präsentierten.
Schulabgänger: wurden mit Hilfe eines Fragebogens
untersucht und sollten rückblickend die Schule betrachten.
Brief an die Schule: Schüler mit dreijähriger
Erfahrung an der Malgomaj-Schule schrieben einen Brief an die Schule,
in dem sie drei positive und drei negative Erfahrungen diskutieren
sollten.
Klassenrat/Klassenforum: Zusammen mit dem Klassenlehrer
sollte die Klasse diskutieren und dokumentieren, was Lehrer bei Schülern,
anderen Lehrern, Organisationen, ... erreichen, bzw. ver-/behindern
können. Die Ergebnisse reflektieren ein deutliches Bild davon,
was Schüler unter guter und schlechter Qualität von Schule
und Unterricht verstehen.
Klassentausch von Lehrern: Je zwei Lehrer, die
in zwei verschiedenen Klassen unterrichteten, führten eine Gruppendiskussion
in der Klasse des Kollegen durch. Die Schüler erhielten so die
Möglichkeit, den Unterricht, die Schulleitung, die Arbeit in
der Schule, ... mit einer Person zu diskutieren, von der sie nicht
abhängig waren. Diese Strategie beruht auf gegenseitigem Vertrauen
zwischen den Lehrern, welche die "Klasse tauschten". Eine
gewisse Vertraulichkeit bei Lehrern und Schülern war Voraussetzung.
Personaltagebuch: Eine Woche lang sollten die
Lehrer und das übrige Personal täglich ihre Erlebnisse in
der Schulsituation aufschreiben. Der Leiter der Schule hat vertraulich
die Tagebücher gelesen und ein Bild von der Situation des gesamten
Personals erhalten. Die Stärke dieser Methode ist, dass die Informanten
nicht so strikt auf einen bestimmten Bereich eingeengt sind.
Diese Form der Evaluation
zeichnet viele wechselnde Bilder von Aktivitäten aus verschiedenen
Perspektiven - wie sie in der Schule vorkommen. Die Bilder werden
begreiflich, wenn man sie zusammenstellt und wenn man beachtet, aus
wessen Blickwinkel die Beschreibung gemacht wurde (Granström
& Lander, 1998).
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7.3. Kollegenevaluation
Eine weitere Möglichkeit der Evaluation besteht darin, dass im
Dienst stehende Lehrer einige Gesichtspunkte der Arbeit ihrer Kollegen
reflektieren. Diese Strategie ist ein Weg zur Entwicklung einer konstruktiven
Kritik zwischen Kollegen. Vorrangiges Ziel ist es dabei, die Leistungsfähigkeit
der Schulen zu stärken und wie eine lernende Organisation zu
fungieren. Wesentlich dabei ist es, dass die Lehrer die eigenen Beobachtungen
in ihrer Tätigkeit problematisieren; Schwierigkeiten bestehen
bei der Entdeckung der eigenen Qualität.
Im Rahmen einer Kooperation
zwischen sechs Schulen - jeweils zwei aus einer Gemeinde - wurde über
einen Zeitraum von zwei Jahren eine gegenseitige Evaluation durchgeführt
(Kamratutvärdering 13/98). Dabei kam die Methode der "Kollegenevaluation"
zur Anwendung: Kollegen aus jeweils zwei Schulen prüften in verschiedenen
Gemeinden auf vertrauensvolle Weise die Arbeit der anderen Schule.
Die Lehrer haben den Inhalt der Evaluation in der gegenseitigen kollegialen
Prüfung festgelegt. Die jeweils zu überprüfende Schule
hat den Prüfungsauftrag selbst formuliert. Der Auftrag wurde
dann mit dem Kollegen der anderen Schule diskutiert. Beide Lehrer
haben zuletzt einen Arbeitsschwerpunkt identifiziert. Als Beispiel
seien angeführt: Der Unterricht unter dem Blickwinkel der Methodenvielfalt;
das Vermögen des Lehrers den Schülern Hilfestellung zu geben,
... für die eigene Arbeit in der Schule Verantwortung zu tragen
... Die Lehrer führten je nach Abmachung des Evaluationsschwerpunktes
in den Klassen gegenseitige Beobachtungen durch.
Die Beobachtungen wurden analysiert und bewertet; weiters haben die
Lehrer Verbesserungs- und Veränderungsmöglichkeiten diskutiert.
Die Schulen betonen, dass die Evaluation und das Feedback nicht personzentriert,
sondern sachzentriert - also auf den Evaluationsgegenstand bezogen
- gemacht werden soll, vor allem in Bereichen, wo es sich um kollektive
Verantwortlichkeiten handelt.
Auch die Schulleitung muss in die Kollegenevaluation involviert sein.
"Kollegenevaluation" hat vielen Lehrern ein tiefes Verständnis
von der Bedeutung der Reflexionsarbeit in der Schule gegeben. Eine
andere Schule zu kennen bringt auch neue Perspektiven in die eigene
Schule sowie die Möglichkeit, die eigene Erfahrung zu hinterfragen.
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7.4.
Zusammenfassung der schwedischen Beispiele
An Hand der Beispiele wird die Vielfalt an Möglichkeiten der
Evaluation evident. Alle weisen eine interaktive - und vielleicht
auch informierende - Funktion auf (vgl. Holly & Hopkins, 1988).
Die angeführten Beispiele folgten weitgehend dem eingangs präsentierten
Modell von EKHOLM & LANDER (1993).
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Anregungen
zur individuellen Weiterbearbeitung der Thematik
(Punkt 3 - 7 ergänzt von Renate Seebauer)
1. Im Abschnitt 3 wurden
fünf verschiedene Aspekte der Evaluation beschrieben. Diskutieren
Sie bitte ausgehend von diesen fünf Aspekten der Evaluation die
eigene Tätigkeit in der Schule. Welche Konsequenzen haben die
fünf Aspekte der Tätigkeit gemäß ihrer Auffassung?
2. In einem ziel- und ergebnisgeleiteten System verlangen die Politiker
eine Evaluation der Arbeit in der Schule. Welche Gefahren und welche
Möglichkeiten können Sie bei einem solchen Vorgehen für
den Unterricht sehen?
3. Entwerfen Sie auf der Grundlage der Evaluationsstrategien der Malgomaj-Schule
einen möglichen Evaluationsplan für Ihre Schule. Beachten
Sie dabei besonders die notwendigen Modifikationen und regionalen
Anpassungen; bei welchen Formen der Evaluation könnten sich Schwierigkeiten
ergeben? - Warum? - Entwickeln Sie schriftlich für Ihre Schule
ein praktikables Konzept (ca. 2.500 Wörter).
4. Der Forschungsbericht "Innenansichten guter Schulen"
von ALTRICHTER, RADNITZKY UND SPECHT, Band VI der Reihe Bildungsforschung,
Wien, 1994, enthält weiteren Diskussionsstoff für die aktuelle
Debatte der Qualitätssicherung und -steigerung.
FISCHL bemerkt im Vorwort: "Die in Fallstudien geschilderten
Details über die drei ausgewählten Schulen in Österreich
können insbesondere den Blick der Praktiker für die komplexen
Bedingungen von Qualitätsmerkmalen des Unterrichtens am einzelnen
Standort schärfen, weil durch die ange-wendeten Methoden Ergebnisse
der Bildungsforschung ungemein plastisch in anwendbarer, nach-vollziehbarer,
teilweise auf ähnliche Systeme übertragbarer Form präsentiert
werden ..."
Studieren Sie die Ergebnisse der Studien. Analysieren Sie das Profil
Ihrer Schule und die "Schulrealität" z.B. im Hinblick
auf Elternmitarbeit, Internationalisierung, Einsatz neuer Technologien
... Wählen Sie selbst einen Forschungsschwerpunkt.
5. Besuchen Sie die angegebene Internetseite
http://www.sunvalley.ca/msip/1_about/1_guiding.html
und setzen Sie sich mit dem "Manitoba School Improvement Program"
auseinander.
Beachten Sie dabei besonders die Leitlinien:
| GUIDING PRINCIPLES School Based Change - Schools design and implement their own solutions for improvement Best Education for all Students - Systemic change ensures relevant and personally meaningful learning Teacher Empowerment and Leadership - Enhanced teaching skills and leadership opportunities created. Community Building Through Schools - Students, teachers, parents, and community members improve educational opportunities TOGETHER Action Research and Ongoing Evaluation - Schools focus on continuous learning and evaluation Long-term Commitment - School and partners make multi-year commitments |
Welche Prinzipien/Ideen
sind auf Ihre Schule kurzfristig/mittelfristig anwendbar? -
Entwickeln Sie schriftlich für Ihre Schule ein praktikables Konzept
(ca. 2.500 Wörter).
6. Besuchen Sie die
folgende Internetadresse
http://epaa.asu.edu/epaa/v6n20.html
und setzen Sie sich mit dem gesamten Artikel von GISELE A. WALTERS
"Critical Evaluation for Education Reform" auseinander.
Welche drei zeitgemäßen Perspektiven der Evaluation diskutiert
die Autorin? Versuchen Sie diese schriftlich (ca. 2.500 Wörter)
zum vorliegenden Studientext in Beziehung zu setzen!
Vorweg das Abstract zu Ihrer Orientierung:
|
Critical Evaluation
for Education Reform
Gisele A. Waters, Auburn University The school reform movement has done little to provide an accurate analysis of the production of inequality or the reproduction of social injustice in the public schools or the larger social order. The ideology that influences this movement has often prevented the realization of any notion of an egalitarian ideal, the elimination of inequality, or the improvement of those who are least well-off. I ask educators and evaluators of education reform efforts to reconsider critically their roles in social science research, to reclaim the battleground of public school reform by focusing on the democratic purpose of public schooling, and the institutional problems in educational programs and practice that often inhibit action toward this ideal. The first part of this article includes an extensive argument explaining the "why" of critical evaluation. The theoretical literature on inquiry in science and social science, the ideology of critical theory, critical social psychology, and Freirean pedagogy are consulted as additional tools for augmenting the practice, policies, and responsibilities of evaluators in education. I review three contemporary perspectives of evaluation in order to begin rethinking the purposes and functions that evaluation serves in education. It also demonstrates how mainstream and contemporary evaluations can be used to serve a particular set of social and political values. The second part of this article begins a preliminary journey toward describing the "how" of critical evaluation. Critical evaluators can fight for social justice by combining the merit criteria of state and federal public education law, and the methods of an adversary oriented evaluation in order to transform educational environments that serve the future potentials of all children. Therefore education involves the practice of freedom, the means by which men and women deal critically and creatively with reality and discover how to participate in the transformation of their world (Freire, 1985). |
7. Die folgenden Websites
bieten diverse Anregungen zur selbstständigen Weiterarbeit in
tschechischer Sprache:
http://www.pedf.cuni.cz/svi/vydavatelstvi/ucitel/ref/simonik.html
Forschungsbericht zur Lehrerausbildung im pädagogisch-psychologischen
Bereich
http://www.zsvychod.uhedu.cz/navic.htm
http://www.napol.cz/asc/pcweb/skoly.htm
Schulnetzwerk, mit Links zu Schwerpunktschulen
http://it.pedf.cuni.cz/ESP/
Informationen zu einem europäischen Schulprojekt
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Barnett, R., Power, enlightment and quality evaluation, European Journal
of Education, Nr. 29. S. 165-179, 1994.
Brevold, R., Granström, K., Lander, R. & Monsen, L. Norsk evaluerings- och styrningskultur, delvis sedda med svenska ögen. Nordisk Pedagogik nr 4 S. 28-39. 1999.
Carlgren, I & Hörnqvist, E. När inget facit finns - om skolutveckling i en decentraliserad skola. Serien Skola i Utveckling. Stockholm. Skolverket. 1999.
Dahllöf, U. Skoldifferentiering och undervisingsförlopp. Stockholm. Almqvist & Wiksell, 1967.
Ekholm, M. & Lander, R. Utvärderingspraktiken. Stockholm Liber Utbildning. 1993.
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