Interne Evaluation
von Bildungssystemen -
allgemeine Kriterien, institutionsspezifische Aspekte
Anna Löthman, Universität
Karlstad
unter Mitarbeit von
Kerstin Bladini, Universität Karlstad
Der Begriff "Evaluation"
wird in offiziellen Dokumenten und Diskussionen in der Schule immer
häufiger verwendet. Allerdings gibt es kein allgemeines Verständnis
darüber wie Lehrer und Schulleiter ... den Begriff verstehen.
Die "Zielsteuerung" der Schule bringt einen Bedarf an Evaluation
mit sich; vor allem sind es Politiker, die großes Interesse
zeigen, ob die Schule die nationalen und lokalen Ziele erreicht.
Der vorliegende Beitrag beleuchtet einige unterschiedliche Modelle
und Funktionen der Evaluation sowie mögliche Ergebnisse. Menschenbild
und Kenntnisauffassung sind hier als wichtige Aspekte zu beachten.
Evaluation kann in ihrer instrumentellen, informierenden, interaktiven,
legitimierenden und taktischen Funktion gesehen werden. An Hand ausgewählter
Beispiele von Evaluationsmaßnahmen in Schweden, die zur Reflexion
und Adaptierung in der eigenen Schule anregen sollen, wird gezeigt,
dass dabei häufig das interaktive Modell zur Anwendung kommt.
1. Einleitung
1.1. Zum besseren Verständnis womit gearbeitet
wird
2. Versteckte und offene Botschaften in verschiedenen
Strategien der Evaluation
3. Die fünf Aspekte der Evaluation
3.1. Ziel und Zweck
3.2. "Enlightment"
4. Der Begriff "Kenntnis"
5. Menschenbild
5.1. Ökonomisch-rationelle Motive
5.2. Soziale Motive
5.3. Selbstverwirklichungsmotive
6. Evaluation und Qualitätsuntersuchung der täglichen
Arbeit in der Schule
6.1. Evaluation und Schulstufe
6.2. Funktion und Ziel der Evaluation für
die tägliche Arbeit
7. Eine schwedische Ansicht
7.1. Evaluation aus schwedischer Perspektive
- einige Beispiele
7.2. Evaluation am Beispiel eines schwedischen
Gymnasiums
7.3. Evaluation durch Kollegen
7.4. Zusammenfassung der schwedischen
Beispiele
Anregungen
zur individuellen Weiterbearbeitung der Thematik
Literaturangaben
1.1. Zum besseren Verständnis womit gearbeitet wird
EKHOLM & LANDER
(1993) betonen, dass die Überprüfung und Bewertung den Grund
für eine Evaluation darstellen. Prüfung bedeutet hier, dass
man Informationen über einige wichtige Arbeitsbereiche zusammenträgt,
z. B. die Kenntnisse der Schüler, das Wohlbefinden der Lehrer,
die Arbeitslast des Schulleiters u.s.w. Dass dabei die Mitglieder
der Organisationen Angaben und Informationen über wichtige Tätigkeitsbereiche
beschaffen, bedeutet selbstverständlich nicht, dass sie über
die Ziele informiert sind. Erst wenn die Angaben analysiert und bewertet
sind, ist die Grundlage für eine Fortsetzung der Arbeit geschaffen.
EKHOLM & LANDER (1993) schlagen ein strukturiertes Evaluationsmodell
als Hilfe für eine interne Evaluation von Bildungssystemen vor:
|
Prüfung
|
Bewertung
|
|
|
Was
|
||
|
Wie
|
||
|
Wer
|
||
|
Wann
|
HOLLY
& HOPKINS (1988) unterscheiden zwischen "Evaluation von",
"Evaluation für" und "Evaluation wie".
"Evaluation von" bedeutet hier, dass eine Zusammenfassung
von den Aktivitäten der Schule und den Arbeitsergebnissen erstellt
wird und für die evaluierten Bereiche Konsequenzen gezogen werden.
"Evaluation für" die schulische Tätigkeit soll
die Verantwortlichen für die Entwicklungsarbeit stimulieren und
anleiten.
"Evaluation wie" verweist auf die Integration von Entwicklungsarbeit
und Evaluation. HOPKINS ET AL. (1995) meinen, dass unter dem Blickwinkel
der "Evaluation von" zur "Evaluation für und wie"
eine Veränderung auf lokaler und nationaler Ebene stattfindet.![]()
2. Versteckte und offene Botschaften
in verschiedenen Strategien der Evaluation
Organisationsforscher
betonen häufig die Bedeutung der zu Grunde liegenden Annahmen
von Personal und Leiter und wie diese Annahmen die Arbeit und die
Ausformung der Führung steuern.
SCHEIN (1999) beschreibt solche Annahmen:
a. Wie die Beziehung zur Umgebung aufgefasst wird
b. Was als Fakten und Wahrheit aufgefasst werden
c. Was man über das Wesen/die Eigenschaften der Menschen annimmt
d. Was als richtiges und zweckmäßiges Handeln angesehen
wird
e. Was als moralisches und richtiges Tun angesehen wird
FRENCH & BELL (1990)
beschreiben die Aktivitäten von Organisationen wie eine Funktion
eines Zusammenspiels zwischen verschiedenen Teilsystemen oder als
Aspekte der Tätigkeit. Sie unterscheiden fünf solche Aspekte,
die eine entscheidende Bedeutung haben für die Handlungen, die
sich innerhalb der Organisation manifestieren.
Diese sind:
a. Die Ziele der Organisationen, die vor allem von der Führungsebene
repräsentiert werden,
b. Die vorherrschenden strukturellen Bedingungen wie z.B. "Markt"
und "Kontrolle",
c. Die menschlich-soziale Bewertung der Mitarbeiter wie z.B. "Normen",
"Bewertung" und "Belohnungen"
d. Die diesbezüglichen technologischen Routinen und Kenntnisse
e. Die Aufgabe an sich
Den meisten Organisationsforschern
ist gemeinsam, dass sie die Gestaltung der Aktivitäten als Funktion
eines Zusammenspiels diverser Aspekte sehen. Diese Aspekte und Funktionen
werden von den Mitgliedern der Organisation in Form von Vorstellungen
und unausgesprochenen Annahmen eingebracht.
Wenn wir Evaluation wie eine organisatorische Handlung betrachten,
ist sie auch von einer Reihe von Aspekten beeinflusst, die den Mitgliedern
einverleibt sind und von ihnen verwaltet werden. (vgl. Granström,
1996).
Ausgewählt wurden
fünf Aspekte und Faktoren, die möglicherweise die konkrete
Evaluation beeinflussen:
1. Ziel und Zweck: gemeint ist der Zweck der Evaluation selbst;
2. Kenntnisfindung: Kenntnisse und Kenntnisauffassung, wie
sie in der Evaluation definiert sind;
3. Menschenbild: hier sind Annahmen und Vorstellungen von Menschen,
ihrer Arbeit und ihrer Arbeitsmotivation mit
einbezogen;
4. Ethik: das moralische Recht hinter einer Handlung;
5. Macht und Verantwortung: hier sind sowohl Machtverteilung
wie auch Machtausübung gemeint.
Diese fünf Aspekte
und Faktoren beeinflussen die tatsächliche Evaluation, die sich
in den Auswertungsstrategien und den Auswertungsgebieten sowie in
der Wahl des Auswertungsverfahrens manifestieren. Es ist möglich,
das Auswertungsverfahren als instrumentellen Ausdruck für die
verschiedenen Aspekte zu sehen. Der Begriff "Instrument"
hat in diesem Zusammenhang weiter gefasste Bedeutungen als "Formular"
oder "Fragebogen".
Diese fünf Aspekte können als "Checkliste" verstanden
werden, die eine Hilfe zum inhaltlichen Verständnis der eigenen
Untersuchung darstellt. In der Praxis sind die einzelnen Aspekte natürlich
nicht so eindeutig und unabhängig wie sie in der Liste dargestellt
sind. "Kenntnisauffassung" und "Menschenbild"
sind beispielsweise eng miteinander verbunden und deswegen in mancher
Hinsicht kaum voneinander zu trennen. Das Modell soll eben als Modell
aufgefasst werden und als solches eine vereinfachte Darstellung ermöglichen.
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3. Die fünf Aspekte der Evaluation
3.1. Ziel und Zweck
Jeder Evaluation liegen ein oder mehrere Ziele zu Grunde.
Forscher wie WEISS (1979) und VEDUNG (1994) führen in ihrer Taxonomie
fünf unterschiedliche Gründe zur Durchführung der Evaluation
einer Organisation an:
Instrumentelle
Informierende
Interaktive
Legitimierende
Taktische
Dem instrumentellen
Aspekt liegt eine rationalistische Betrachtungsweise zu Grunde.
Der zufolge geht die Evaluation davon aus, dass die Organisation ein
Instrument ist, die festgesetzte Ziele realisieren muss. Dieses Modell
impliziert politische Beschlüsse in zwei Schritten: Im ersten
Schritt werden Reformen und Veränderungen zuerst in einem Versuch
geprüft; der Versuch wird evaluiert und das Resultat dem Entscheidungsträger
rückgemeldet. Im zweiten Schritt kann nun der Entscheidungsträger
auf die Ergebnisse der Evaluation zurückgreifen, bevor ein Beschluss
gefasst wird.
Ziel der instrumentellen Evaluation ist es, Informationen bereit zu
stellen, die für organisatorische und/oder pädagogische
Lösungen herangezogen werden können. Diese Informationen
legitimieren eine Fortsetzung der Tätigkeit.
Zweck der informierenden Evaluation ist es, Entscheidungsträgern
und anderen Auftraggebern einen fundierten Einblick in die Tätigkeit
einer Organisation zu vermitteln.
Die interaktive Evaluation versteht sich als Wechselprozess
zwischen den Personen, die evaluieren, und jenen, die der Evaluation
ausgesetzt sind. Eine interaktive Evaluation in einer Schule versteht
sich beispielsweise als Zusammenspiel zwischen Leiter, Lehrern, Schülern,
Eltern und lokalen Politikern. Viele Personen sind in die Interpretation
der Ergebnisse involviert. Ziel der interaktiven Evaluation ist eine
möglichst umfassende Aufklärung der Situation.
Nicht immer geben Entscheidungsträger eine Evaluation in Auftrag;
manchmal benötigen sie eine Evaluation zur Legitimierung eines
bereits gefassten Beschlusses. Die Form der legitimierenden Evaluation
wird häufig von Organisationen gebraucht, die eine Veränderung
vorgenommen hat oder einen Versuch durchführt. Zweck der Evaluation
ist daher nicht, eine Veränderung zu begründen, sondern
Argumente für die Beibehaltung des status quo zu erhalten.
Bei der taktischen Evaluation ist der Verantwortliche am Ergebnis
der Evaluation nicht interessiert; das Ziel liegt in einer berechnenden
Veränderung der Beschlussprozesse. Es besteht ausschließlich
Bedarf, auf die Evaluation hinweisen zu können. Auf diese Weise
kann unbequemen Diskussionen eines bereits gefassten Beschlusses entgangen
werden. Diskussion und Prüfung eines Entschlusses können
somit verschoben werden - mit der Begründung, dass keine Resultate
vorhanden seien.
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3.2.
"Enlightment"
BARNETT (1994) verwendet im Zusammenhang mit dem Ziel der Evaluation
den Begriff "Englightment" (Aufklärung). BARNETT
unterscheidet dabei zwischen emanzipatorischen und technischen Zielen.
Emanzipatorische Ziele streben mit Hilfe von Evaluationsprozessen
die Verbesserung der Einsicht in interne Vorgänge an. Liegt der
Schwerpunkt der Evaluation in technischen Zielen, können Politiker
und Beamte dadurch Kenntnisse über Organisationen gewinnen und
auf diese Weise grundlegendes Material für Beschlüsse erhalten.
Nach BARNETTs Modell (1994) fallen technische Aufklärung mit
instrumenteller Evaluation zusammen. Auch eine legitimierende und
taktische Evaluation kann zur technischen Aufklärung gehören.
Gemeinsam ist ihnen die "nicht-emanzipatorische" Absicht.
Die emanzipatorische Absicht findet sich in der interaktiven und,
in gewissem Maße, in der informierenden Evaluation.
Diese Beschreibung kann wie eine zweipolige Variable angesehen werden.
Das Ziel der Evaluation kann somit zwischen interner Einsicht (emanzipatorischer
Aufklärung) und externer Einsicht (technischer Aufklärung)
wechseln.
Wenn ein Lehrer seine Tätigkeit evaluiert, hat er ein emanzipatorisches
Ziel: Er will die eigene Tätigkeit durch interne Aufklärung
verbessern.
Wenn die Schulverwaltung Kosten für Unterrichtsräumlichkeiten
zusammenstellt, handelt es sich um eine Form technischer Aufklärung:
Die Verwaltung will eine externe Einsicht in die Aufwendungen bereitstellen.
Wenn ein Lehrer seine Schüler prüft, kann die Prüfung/das
Prüfungsergebnis eine Form interner Aufklärung sein. Die
Prüfung kann aber auch ein technisches Ziel haben, wie eine externe
Aufklärung, wenn beispielsweise der Lehrer Noten vergibt.
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Für die Evaluation
der "schulischen Tätigkeiten" ist der Einfluss der
subjektiven Auslegung des Begriffes "Kenntnisse" von großer
Bedeutung:
Geht man von pädagogischen, psychologischen oder
ökonomischen Theorien aus, wenn man evaluiert?
Ist es möglich, im Zuge der Evaluation solche Theorien
überhaupt wahrzunehmen? -
Oder kommen eher induktive und deduktive Verfahren zu
Anwendung?
Geht die Evaluation
aus einem hypothetischen deduktiven Bildungsunterbau hervor, dann
liegt die Annahme einer Verfassungsmäßigkeit zu Grunde:
Alle schulischen Tätigkeiten arbeiten nach einem Prinzip. Wird
die Tätigkeit umorganisiert, so soll die "neue Tätigkeit"
im Prinzip funktionieren. Evaluation nach dem deduktiven Verfahren
bedeutet, dass die Hypothese überprüft wird.
Beim induktiven Verfahren werden Angaben zur "schulischen Tätigkeit"
gesammelt, um Hypothesen zu formulieren. Der induktive Zugang strebt
also nach neuen Kenntnissen in der schulischen Tätigkeit, beim
deduktiven Zugang werden Modelle oder Theorien bekräftigt oder
zurückgewiesen.
Als Beispiel eines induktiven Verfahrens sei eine diagnostische Prüfung
angeführt: Der Lehrer will ein Bild von den Kenntnissen der Schüler
gewinnen.
Das Abprüfen sei als Beispiel des deduktiven Weges genannt: Der
Lehrer will die Hypothese bekräftigen oder zurückweisen,
dass der Schüler seine Hausaufgabe ausgeführt hat.
Ferner ist für
die Evaluation der "schulischen Tätigkeiten" der Einfluss
der subjektiven Auslegung des Begriffes "Menschenbild" von
großer Bedeutung: Der Schwerpunkt liegt auf den Werten, auf
denen die Evaluation beruht. SCHEIN (1991) führt drei Modelle
des Bildes vom Menschen an: ökonomisch-rationelle, soziale und
Modelle der Selbstverwirklichung.
SCHEIN (1991) behauptet, dass die Form der Evaluation mit Hilfe der
Werte oder Motive, die die Menschen dieser Gestaltung zuschreiben,
erklärt werden kann.
5.1. Ökonomisch-rationelle
Motive
Diesem Motiv folgend ist der Mensch vom "Gewinn" gesteuert.
Der Mensch ist von Natur lässig, daher müssen die Menschen
motiviert und kontrolliert werden um die Arbeit zu vollbringen.
5.2. Soziale Motive
Eine andere Triebfeder des Menschen für die Arbeit ist seine
Steuerung von sozialen Bedürfnissen. Demnach sind eher die Kollegen
als die Arbeit an sich bedeutungsvoll. Gemäß dieser Betrachtungsweise
ist der Mensch um so mehr an Evaluation und Veränderungen interessiert,
ein je größerer sozialer Austausch zu erwarten ist.
5.3. Motive der Selbstverwirklichung
Diese Betrachtungsweise geht davon aus, dass der Mensch seine Bedürfnisse
auf verschiedenen Stufen wie z.B. Nahrung, Sicherheit, Selbstachtung
und Unabhängigkeit ... befriedigen will. Arbeit ist ein Weg zur
Selbstverwirklichung. Der sich selbst verwirklichende Mensch bedarf
keiner kontrollierenden Evaluation: Er arbeitet bis sein Motiv befriedigt
ist.
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6. Evaluation und Qualitätsuntersuchung
der täglichen Arbeit in der Schule
Politiker und Öffentlichkeit
erwarten Schulen von guter Qualität. Ihr Zustandekommen kann
durch die Evaluation der Arbeit der Schule und ihrer Leistung dokumentiert
werden.
Im Rahmen einer Forschungsarbeit (vgl. Bredvold, Granström, Lander
& Monsen 1999) wurden Lehrer in Schweden und Norwegen interviewt.
Es fällt auf, dass die Lehrer selten von "Evaluation"
sprechen; hingegen berichten sie von verschiedenen Strategien und
Verfahren, die sie in Klassen anwenden um den Lernfortschritt der
Kinder zu untersuchen, um herauszufinden, ob der Unterricht gefällt,
ob Mobbing vorkommt, was die Eltern von der Schule halten ... Solche
Verfahren wurden von Lehrern oder Lehrerteams selbst entwickelt.
GRANSTRÖM (1999) hat im Rahmen einer empirischen Studie an 570
Lehrern in Schweden untersucht, welches Vertrauen sie zu den Politikern
und Beamten in der Gemeinde haben und welche Kenntnisse Politiker
und Beamte von der täglichen Arbeit in der Schule haben. Die
Einschätzungen wurden auf einer Skala ( "Sehr große
Kenntnisse" bis "Sehr mangelhafte Kenntnisse") eingetragen.
Die Tabelle zeigt das Vertrauen der Lehrer zu den Kenntnissen der
Politiker und Beamten (Granström, 1999, S. 3):
|
Sehr große
Kenntnisse |
Ziemlich große
Kenntnisse |
Ziemlich
mangelhafte Kenntnisse |
Sehr
mangelhafte Kenntnisse |
|
| Soziale Entwicklung der Schüler |
x
|
|||
| Entwicklung der Kenntnisse der Schüler |
x
|
|||
| Schüler mit Lernschwierigkeiten |
x
|
|||
| Drogengewohnheit an der Schule |
x
|
|||
| Auffassung der Eltern von der Schule |
x
|
|||
| Der Unterricht |
x
|
|||
| Die Leitung der Schule |
x
|
|||
| Der ökonomische Bedarf der Schule |
x
|
Nach der Beurteilung
der Lehrer sind die Kenntnisse der Politiker und Beamten mangelhaft.
Kein einziger Lehrer schreibt den Politikern und Beamten sehr große
Kenntnisse in den angeführten Kategorien zu. Besondere Mängel
bestehen im Bezug auf Schüler mit Lernschwierigkeiten, im Bezug
auf den Unterricht und hinsichtlich des Wissens um den ökonomischen
Bedarf. Die besten Kenntnisse bestehen im Bezug auf die Eltern und
die Schulleitung. ...
Nach dem Untersuchungsergebnis bezweifeln die Lehrer, dass die schulverantwortlichen
Politiker
die tatsächliche Arbeit in der Schule verstehen; die Politiker
haben nicht genug Kenntnisse.
6.1.
Evaluation auf einer bestimmten Schulstufe
Eine zentrale Beschlussfassung erfordert Kenntnisse vom Zustand und
den Bedingungen in einer betreffenden Schule.
Bei der Befragung der Lehrer, wie oft jährlich gemeinsame Evaluationen
auf verschiedenen Schulstufen durchgeführt werden, zeigte sich,
dass gemeinsam organisierte und geplante Evaluationen nach einem Untersuchungsplan
(z.B. Fragebogen, Prüfungen, Interview und Beobachtung ...) häufig
verwendet werden (vgl. Granström 1999, S.5). Der Lehrer evaluiert
seinen eigenen Unterricht regelmäßig mit Prüfung,
Beobachtung u.s.w. Das Lehrerteam einer Klasse macht zusammen eine
systematische Evaluation der Leistungen der Kinder.
Das Lehrerteam evaluiert auch regelmäßig und die meisten
Schulen haben diesbezüglich Routinen ausgearbeitet: Es gibt eine
wiederkehrende Evaluation, um die Schüler einer Schule zu erfassen.
Die Evaluation auf einer Schulstufe umfasst die Arbeitsbedingungen
des Personals und die Arbeitssituation der Schüler. Eine solche
Evaluation findet etwa einmal jährlich statt.
Auch die Arbeit des Schulleiters als pädagogischer Leiter wird
hervorgehoben: Die Zeit, die der täglichen Arbeit in der Schule
gewidmet wird, scheint sehr begrenzt zu sein.
Dieses Ergebnis, das auch durch eine andere Untersuchung gestützt
wird, ist aus zwei Gründen beunruhigend: Einerseits ist für
die Arbeit des Leiters nicht genug Zeit vorhanden, andererseits haben
die Lehrer nicht die Möglichkeit, die tägliche Arbeit in
der Klasse zu demonstrieren.
Hingegen führt der Leiter einmal jährlich mit den Lehrern
ein Personalgespräch durch (Granström, 1999).
GRANSTRÖM (1999) unterstreicht die Bedeutung guter Beschlussunterlagen,
vor allem dann, wenn auf einem Arbeitsplatz das Personal ein großes
Ausmaß an Autonomie hat. Die "Qualitätssicherung"
ist von großer Relevanz für die Tätigkeit, sie ist
aber auch ein Instrument zur Information verantwortlicher Personen.
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weiter zu: 6.2. Funktion und Ziel der Evaluation für die tägliche Arbeit