KLÄRUNG HÄUFIG VERWENDETER FACHBEGRIFFE

Renate Seebauer, Pädagogische Akademie Wien/Bund

 

Analphabetismus, Benchmarking, Effektivität, Effizienz, Einschulung, Enkulturation, Ethnozentrismus, Etikettierung, Evaluation, Feedback, Frauenbewegung, Fremdwarnehmung, Gender-Mainstreaming, Globalisierung, Indikator, Individualisierung, Inklusion, Koedukation, Leistungsmessung, Leistungsprinzip, Leitbild, Lesen und schreiben, Mediator/in, Monitoring, Multikulturelle Gesellschaft, Naht-/Schnittstellenproblematik, operationalisieren, Paradigma, Paraphrasieren, Perspektivenwechsel, Portfolio, Qualität, Qualitätsbereiche, Qualitätsentwicklung, Qualitätssicherung, Ranking, Schlüsselqualifikation, Schulprofil, Schulqualität, Self-fulfilling prophecy, Soziale Kompetenz, Soft Skills, Subsidiaritätsprinzip, Synergie, Vertrag von Maastricht.

 

 

Analphabetismus
Lese- und Schreibunkundigkeit. Man unterscheidet zwischen völligem (elementaren) und teilweisem Analphabetentum (auch funktionaler Analphabetismus genannt) sowie Semianalphabeten (lese- aber nicht schreibfähig) und Sekundäranalphabeten (Men-schen, die ihre einst erworbene Lese- und Schreibkundigkeit wieder verloren haben). Wenngleich der prozentuelle Anteil von Analphabeten an der Weltbevölkerung ist in den letzten Jahren zurück gegangen ist, nimmt die absolute Zahl aufgrund des Bevölkerungswachstums zu. Die UNESCO gab die Zahl der Schriftunkundigen 2000 mit 993 Millionen an, darunter sind 113 Millionen Jugendliche ohne Schulausbildung; 63 Prozent der Analphabeten sind Frauen. In der Bekämpfung des Analphabetismus sieht die UNESCO eine ihrer Hauptaufgaben.
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Benchmarking
Herstellen einer Beziehung zwischen eigenen (Arbeits-)Ergebnissen und (externen) Daten/Ergebnissen ("Referenzdaten"), die einen sinnvollen Vergleich ermöglichen. Diese Vorgangsweise ist auf verschiedenen Ebenen möglich (z.B. Schüler/in - Klasse, Klasse - Jahrgang, Schule - vergleichbare andere Schulen).
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Effektivität
Wirkungskraft, besonders im Sinne der Eignung gesetzter Maßnahmen zur Zielerreichung.
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Effizienz
Wirksamkeit, besonders als Verhältnis von "Einsatz von Ressourcen : erzielter Wirkung".
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Einschulung
Gesetzlich festgelegter Zeitpunkt, an dem ein Kind schulpflichtig wird. In Österreich ist jedes Kind, das bis zum 31. August sechs Jahre alt wird, schulpflichtig; in Deutsch-land wird jedes Kind, das bis zum 30. Juni ein Alter von sechs Jahren erreicht, zum Schuljahresbeginn im August bzw. September schulpflichtig. Auf Antrag der Eltern besteht jedoch die Möglichkeit der Einschulung: Wird das Kind bis zum 31. Dezem-ber des Jahres das 6. Lebensjahr vollenden, besteht die Möglichkeit der vorzeitigen Einschulung. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass es hinsichtlich kognitiver und sozialer Reife bereits schulfähig ist
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Enkulturaltion
Prozess, bei dem sich ein Individuum an die es umgebende Kultur anpasst; im We-sent-lichen durch Übernahme der sozialen Regeln, Einstellungen und Verhaltens-muster, die in der jeweiligen Kultur vorzufinden sind.
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Ethnozentrismus
Neben "Rassismus" gibt es eine Ablehnung von Fremden, die als Ausländer- oder Fremdenfeindlichkeit bezeichnet wird und im Gefühl der Überlegenheit des eigenen Volkes begründet ist. Er äußerst sich in ablehnenden Einstellungen und Verhaltens- weisen und in der Diskriminierung von Menschen wegen ihrer Herkunft, Sprache, Religion oder Kultur.
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Etikettierung
Reduzierung der Merkmale einer Person auf ein von ihr gezeigtes, durch die Gesell-schaft als abweichend angesehenes Verhalten, die andere negative Zuschreibungen und Stigmatisierungen nach sich zieht (auch Labeling); eine straffällig gewordene Person wird z.B. als "kriminell" bezeichnet, Menschen mit geistiger Behinderung als "unzurechenbar" (vgl. auch Self-fulfilling prophecy).
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Evaluation
Systematische Untersuchung und Bewertung eines Gegenstands/Sachverhalts (Rah-menbedingungen, Prozesse, Produkte oder deren Wirkungen im Bildungsbereich) in der Absicht, seine Qualität und seinen Nutzen sicher zu stellen und weiter zu ent-wickeln.
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Feedback
Rückmeldung bezüglich Verhalten, Leistung, Produkten (bzw. deren Auswirkungen) von Personen durch betroffene/beteiligte Personen in der Absicht, die Qualität gemeinsam gestalteter/erlebter Prozesse und Produkte zu verbessern. Feedback setzt ein Minimum an Systematisierung voraus, die durch den Einsatz verschiedener Methoden und Instrumente sowie die Einhaltung elementarer "Spielregeln" sicher gestellt wird. Es kann sich auf einzelne Personen, auf Gruppen, Teams oder Insti-tutionen/Organisationen beziehen. F. ist dann wirksam, wenn es möglichst konkret gegeben wird, wenn zwischen Wahrnehmung und Interpretationen unterschieden wird, es möglichst sofort erfolgt, es auf gegenseitige Absprache erfolgt vor allem auch positive Gefühle und Wahrnehmungen umfasst, und sich auf wenige wesentliche Aspekte bezieht.
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Frauenbewegung
Soziale Bewegungen, welche die politische, rechtliche, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Gleichstellung von Mann und Frau anstreben. Zu den gleichen Rechten, gehören die Verfügungsgewalt über den persönlichen Besitz, gleiche Bildungs- und Einstellungschancen, gleiches Wahlrecht und gleiche sexuelle Freiheit. Die Frauenbe-wegung ist eine heterogene, nicht hierarchisch strukturierte Bewegung, deren Ziele häufig in Zusammenhang mit nicht frauenspezifischen sozialen Forderungen standen. Die Bewegung lässt sich grob in drei Richtungen untergliedern: Aufbau von Solidari-tät und das Entstehen eines Frauen-Bewusstseins, das die Beurteilung der politischen und sozialen Stellung erleichtert - öffentliches Engagement in Fragen wie Abtreibung, gleicher Bezahlung, staatlicher Kinderbetreuung und Gewalt in der Ehe - die akade-mische Disziplin der Frauenstudien, die eine theoretische Analyse der Bewegung er-stellt. Das Thema "Europa der Frauen" tangiert der Art. 119 EGV (Sozialpolitik) mit den Zielen: Abbau der Ungleichbehandlung von Frauen und Männern im gesellschaft-lichen, beruflichen und politischen Leben; Förderung von benachteiligten Frauen, be-wusstseinsbildende Maßnahmen.
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Fremdwahrnehmung
Sonderfall der Personenwahrnehmung, in der div. "Verfälschungsmechanismen" wirksam werden können, u.a. implizite Persönlichkeitstheorien: Negativitätsten-denzen, Positionseffekte, Sympathie und Ablehnung ...
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Gender-Mainstreaming
Unterscheidet sich sowohl von der Frauen-Gleichstellungspolitik als auch von der Frauenförderpolitik vor allem dadurch, dass sich dieser Ansatz nicht primär an Mädchen/Frauen richtet. Vor allem Knaben/Männern muss klar gemacht werden, dass ihre als "Normalsicht" der Dinge empfundene Perspektive eine geschlechtsspezifische Perspektive ist. Gender Mainstreaming ist demnach nicht ein "Inhalt", sondern eine Strategie, ein Prozess, ein Weg zur Erreichung des Ziels der Chancengleichheit. Erheblicher Widerstand ist von jenen zu erwarten, denen bislang die etablierten Strukturen der Ungleichheit zugute kamen!
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Globalisierung
Bezeichnung für eine dem Kapital und der Marktwirtschaft innewohnende Tendenz zur Überschreitung von Regionen und nationalen Grenzen. Durch die Modernisierung von Kommunikations- und Transportwegen, der "mikroelektronischen Revolution" sowie der neoliberalen Wirtschaftspolitik der letzten Jahre, hat sich diese "Internatio-nalisierung" beschleunigt und weltweit zusammenhängende Märkte geschaffen. Dem Einzelnen verlangt sie höhere berufliche Flexibilität, Sprach- und Kulturkenntnis, Mobilität, aber auch Konkurrenzbewusstsein und Belastbarkeit ab.
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Indikator
Einzelvariable (d.h. veränderliche Größe), die den Zustand, die Beschaffenheit oder Qualität eines komplexen Merkmals anzeigt (z.B. Monatseinkommen als Indikator für soziale Schichtzugehörigkeit). Im günstigsten Fall liegt eine Maßzahl vor, deren Be-rechnung klar definiert ist. Im Bildungswesen werden mit diesem Begriff Zustände, Ereignisse, Prozesse oder Ergebnisse bezeichnet, die erkennen lassen, ob einem be-stimmten (Qualitäts)kriterium entsprochen wird. Ein möglicher Indikator für eine "gute Schule" ist z.B. der Einsatz adäquater Unterrichtsmethoden: Durch Unterrichts-beobachtungen wird festgestellt, dass in allen Klassen während einer bestimmten Zeit diverse Methoden eingesetzt werden und die beteiligten LehrerInnen auch Gründe für den Einsatz einer bestimmten Methode anführen können.
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Individualisierung
Ausrichtung des Unterrichts an den Fähigkeiten und Bedürfnissen des einzelnen Ler-nenden. Anstelle von allgemein verbindlichen Lehrplänen treten für den Einzelnen speziell erarbeitete Programme. Der Unterricht sollte allerdings auch Phasen des ge-meinsamen Arbeitens vorsehen, damit soziales Lernen stattfinden kann.
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Inklusion
Einbeziehung, einbeziehende Erziehung und Bildung; dieser Begriff ergibt sich aus der Auffassung, dass eine Gesellschaft aus Individuen besteht, die sich alle mehr oder weniger unterscheiden. Um dieser Tatsache gerecht zu werden, muss die Gesellschaft dafür Sorge tragen, dass der Zugang aller Bürger zu Institutionen und Dienstleistun- gen unter Berücksichtigung ihrer individuellen Möglichkeiten ermöglicht. Das Prinzip der "Integration" hingegen strebt die Eingliederung behinderter Menschen in die be-stehende Gesellschaft an; Inklusion will bestehende Strukturen und Auffassungen da-hingehend verändern, dass die Unterschiedlichkeit der einzelnen Menschen die Nor-malität ist. Inklusion beinhaltet den uneingeschränkten Zugang aller Kinder zu Regel-schulen und aller Erwachsener zu Bildungseinrichtungen. Durch die Erstellung indi-vidueller Bildungspläne erfahren alle Kinder eine optimale Förderung.
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Koedukation
Gemeinsamer Unterricht für Schüler beiderlei Geschlechts. In modernen Bildungs-systemen stellt Koedukation den Normalfall dar, wobei - besonders in Konfessions- oder Privatschulen - gelegentlich noch an der Geschlechtertrennung festgehalten wird. Obwohl u. a. bereits von Comenius gefordert, konnte sich das Prinzip der gemeinsa-men Erziehung von Knaben und Mädchen erst im Verlauf des 20. Jahrhunderts durch-setzen. Koedukation steht in Zusammenhang mit den beginnenden Emanzipationsbe-strebungen in der bürgerlichen Gesellschaft um die Jahrhundertwende. In den skan-dinavischen Ländern sowie in den USA entstanden bereits im 19. Jahrhundert die ersten koedukativen Schulen. In Österreich und Deutschland setzte sich der teilweise bereits eingeführte gemischte Unterricht endgültig in den sechziger Jahren durch.Als wichtigstes Ziel der Koedukation gilt heute der ungezwungene Umgang der Ge-schlechter auch im schulischen Alltag als Form des sozialen Lernens. Das hierbei vermittelte gegenseitige Verständnis und die Nähe zum jeweils anderen Geschlecht dienen als Einübung in eine von eben diesen Grundsätzen geprägte Arbeits- und Alltagswelt, in der Frauen und Männer im Gegensatz zu früheren Rollenmustern zunehmend partnerschaftlich und gleichberechtigt miteinander umgehen.
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Leistungsmessung
Werden individuelle Leistungen auf die Leistungen einer Gruppe bezogen (z.B. auf die Gleichaltrigen in einer Schulklasse) spricht man von normorientierter L.; wird das Ausmaß erfasst, in dem ein bestimmtes Lernziel erreicht wird, spricht man lernziel- oder kriteriumsorientierter L. In der schulischen Leistungsmessung kommen beide Varainten zu Anwendung.
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Leistungsprinzip
Leitvorstellung einer Gesellschaft, nach der die Zuteilung des sozialen Ranges eines Menschen seinen Leistungen entsprechend erfolgt; dieses Prinzip wird als typisch für industrielle Gesellschaften angesehen. Kritik: Konkurrenzdruck und funktionalistische Auffassung des Menschen.
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Leitbild
"Philosophie"; (pädagogische) Grundorientierung einer Institution; ihre Prinzipien, Werthaltungen und "Spielregeln" der Zusammenarbeit bzw. des Zusammenlebens, die zum Bezugspunkt für die Gestaltung ihrer Aktivitäten werden.
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Lesen und Schreiben
Von jeder Person, die in einer industrialisierten Gesellschaft ihren effektiven Beitrag leisten soll, wird weit mehr erwartet als die elementare Fähigkeit des Lesens und Schreibens. Menschen mit Minimalfähigkeiten in diesem Bereich können als "prakti-sche Analphabeten" bezeichnet werden, wenn sie unfähig sind, andere Kenntnisse außer dem Lesen oder Schreiben einfacher Sätze einzusetzen. Das United States Department Survey (1990) beurteilte die Fähigkeit, lesen und schreiben zu können, anhand einer repräsentativen Auswahl junger Erwachsener in den drei Bereichen "Text-Fähigkeit": Lesen und Deuten von Texten, wie sie in Zeitungsartikeln, Zeit schriften und Büchern vorkommen; "Fähigkeit, Dokumente zu deuten": Erkennen und Anwenden von Informationen aus Dokumenten, wie Formeln, Tabellen, Schaubildern und Verzeichnissen; "quantitative Fähigkeit": Anwendung von Rechenvorgängen bezüglich gedruckter Informationen, etwa aus einer Speisekarte, einem Scheckbuch oder aus der Werbung).
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Mediator/in
bezeichnet einen Vermittler zwischen den Konfliktbeteiligten (Konfliktregelung durch Konsens, und nicht durch Recht oder Macht, durch Interessen statt Positionen). Er/sie bedient sich außergerichtlicher Konfliktbearbeitungsverfahren, in dem alle am Kon-flikt Beteiligten mit Unterstützung eines externen, allparteilichen Dritten (dem/der Mediator/in) freiwillig, eigenverantwortlich und gemeinsam eine fall- und problem-spezifische Konfliktregelung bzw. Konfliktlösung erarbeiten. Unbedingte Voraus-setzung für Mediation sind Freiwilligkeit, Akzeptanz, Offenheit und Vertraulichkeit. Ziele von Mediation sind konstruktive, individuelle, zukunftsorientierte, kooperative sowie tragfähige, dauerhafte Konfliktregelungen - nach Möglichkeit mit Gewinn für alle Beteiligten.
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Monitoring
Der Begriff kommt aus dem Amerikanischen und kann mit "Überwachung und Kon-trolle" umschrieben werden. Eine prägnante Definition aus dem englischen Sprach-raum formuliert "Monitoring is to record change" (Bayfield, 1996). Der Begriff hat sich im deutschen Sprachraum vor allem im Zusammenhang mit Informations- und Kommunikationssystemen etabliert. Er wird häufig mit einem externen Gutachter assoziiert, der Empfehlungen erstellt, was in Aufbau und Ablauf der einer Organisa- tion/eines Projekts zu verbessern wäre, damit es effektiver läuft. Monitoring kann auch als gemeinsamer Prozess verstanden werden, in dem Berater und Beteiligte aus einer Organisation Ziele definieren und Chancen nutzen, die eine externe Begutach-tung bietet. "Der Blick von außen" auf die Strukturen und Abläufe kann häufig die "blinden Flecken" der internen Entscheider aufdecken und neue Sicht- und Denkwei-sen eröffnen. Zur Erarbeitung praxisorientierter Empfehlungen ist ein klarer Auftrag erforderlich, messbare Kriterien sowie die Mitwirkung der Betroffenen. Monitoring versteht sich als Überwachung/Dokumentation einer Prozessausführung. Dokumen-tierte Informationen betreffen beispielsweise: Bearbeiter, Bearbeitungszeiten/Fristen-einhaltung, Abänderung vom Standardprozess ... GALLER, J./SCHEER, A.-W unter-schieden zwischen Monitoring der aktuellen Vorgangsbearbeitung und Monitoring von historischer, bereits abgeschlossener Vorgangsbearbeitung. Das Monitoring der aktuellen Vorgangsbearbeitung dient Managern dazu, den Ablauf von Geschäfts-prozessen zu sichern und anfallende Probleme schnell zu erkennen und zu lösen.
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Multikulturelle Gesellschaft
Im deutschen Sprachgebrauch Bezeichnung für ein Gesellschaftsmodell, welches das friedliche und gleichberechtigte Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft in einem Land bezeichnet. In den Staaten des angloamerikanischen Sprachraumes findet der Begriff meist Verwendung im Zusammenhang mit der Eingliederung von Einwanderern. Auf der Basis einer gemeinsamen Staatsbürgerschaft wird in diesen Ländern kulturelle Heterogenität (Multikulturalität) als problematischer Tatbestand gewertet, im Gegensatz zur positiv-utopischen Tendenz in Deutschland. Hier haben nur die wenigsten der rund sieben Millionen Immigranten die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Befürworter einer multikulturellen Gesellschaft wollen sowohl die gesellschaftliche und politische Anerkennung Deutschlands als kulturell heterogenes Einwanderungsland erreichen, wie auch den Erwerb der Staatsbürgerschaft erleichtern. Sie argumentieren dabei meist mit der positiven kulturellen Bereicherung des Lebens durch die Vielzahl fremder Einflüsse, was ihnen den Vorwurf eingebracht hat, in naiver Weise die komplexe Problematik von Integration und Assimilation zu vereinfachen.
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Naht-/Schnitt-Stellen-Problematik
Phänomen - speziell des österreichischen Schulsystems - das den Übergang von der 4. in die 5. Schulstufe bezeichnet, von der Grundschule (Volksschule) in die Haupt-schule oder Unterstufe der allgemein bildenden höheren Schule, charakterisiert durch den Wechsel vom Klassenlehrer- zum Fachlehrersystem, vom Gesamtunterricht zum gefächerten Unterricht; andere Unterrichtsmethoden ...
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operationalisieren
z.B. von Lernzielen; handlungsrelevante Beschreibung bzw. Formulierung von Lern-zielen der der genau angegeben wird, welche Verhaltenweisen ein Individuum in welcher Zeit und qualitativen Ausprägung zeigen muss, damit bestimmt werden kann, ob das Lernziel erreicht ist.
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Paradigma
Grundkonzeption für die Erarbeitung, Bewertung und Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Paradigmen beruhen auf einem bestimmten, zeitgebundenen Verständ-nis von Wirklichkeit (z.B. dass Personen mit Behinderung "nicht handlungsfähig sind und deshalb einer Stellvertretung bedürfen"). Im Zusammenhang mit einer Umbildung des allgemeinen Wirklichkeitsverständnisses werden sie abgelöst und durch neue bei-spielhafte Grundkonzeptionen ersetzt.
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Paraphrasieren
Bezeichnet die sinngemäße, inhaltliche Wiedergabe eines Textes, der erläutert und allenfalls erweitert wird. In Ergänzung zum "akzeptierenden Zuhören" und zur Auf-forderung, Gefühle zu schildern, wird das Gespräch gefördert, wenn jemand Äuße-rungen des Gesprächspartners mit eigenen Worten noch einmal wiederholt. Dabei wird geprüft, ob der/die GesprächspartnerIn richtig verstanden wurde; der/die Ge-sprächspartnerIn erhält die Möglichkeit, seine/ihre Gedanken und Gefühle deutlicher wahrzunehmen und auszudrücken.
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Perspektivenwechsel
Der Versuch, sich in die Rolles eines Anderen (des Gesprächspartners, einer anderen Interessensgruppe ...) hinein zu versetzten und vor dieser Warte aus Argumente zu sammeln und zu artikulieren.
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Portfolio
Einer "Künstlermappe" vergleichbar - werden die in einem Fach/Bereich erworbenen Qualifikationen und Leistungen dokumentiert. Durch eine solche Dokumentation lässt sich quantitativ und qualitativ (professionelle) Handlungsfähigkeit in einem bestimmten Gebiet nachweisen.
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Qualität
Der Begriff kann deskriptiv (im Sinne von "Beschaffenheit") oder normativ (im Sinne von "Güte" oder "Niveau") gebraucht werden. Im letzteren Sinne gebraucht, ist eine Qualitätsdiagnose erforderlich, die auf Konventionen beruht und daher von einem bestimmten Wertekontext abhängig ist.
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Qualitätsbereiche
dienen als inhaltliche Orientierung für die Entwicklung eines Schulprofils, bzw. einer Evaluation: z.B. bei QIS: Lehren und Lernen, Lebensraum Klasse und Schule, Schulpartnerschaft und Außenbeziehungen, Schulmanagement, Professionalität und Personalentwicklung.
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Qualitätsentwicklung
Gesamtheit aller Maßnahmen, die primär darauf abzielen, das bestehende Qualitäts-niveau in systematischer und umfassender Weise anzuheben.
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Qualitätssicherung
Gesamtheit aller Maßnahmen und Voraussetzungen, die untersuchen, analysieren und sicher stellen sollen, dass ein bestimmtes Qualitätsniveau in einem System gegeben ist bzw. gehalten wird. - Bezogen auf das Schulsystem sind daher Faktoren wie budgetäre Ausstattung, Lehrpläne, Lehreraus- und -fortbildung, Formen der Evaluation ... dem Bereich der Qualitätssicherung zu zu rechnen.
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Ranking
Aufstellen einer Rangliste, Reihung; z.B. hinsichtlich der Qualität von Schulen, Universitäten ...
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Schlüsselqualifikation
Als Gegenreaktion auf das reine "Faktenwissen als Qualifikation", das auf Grund der zunehmenden Unübersichtlichkeit der Fakten keinen Gewinn für die zukünftige Ar-beitswelt bringen würde. Nach Dieter Mertens (1974) zählen dazu: "Basisqualifika-tionen" = Qualifikationen höherer Ordnung mit einem breiten Spektrum vertikalen Transfers; "Horizontalqualifikationen" = Informationen über Informationen; horizont-erweiternde Qualifikationen; "Breitenelemente" = ubiquitäre Ausbildungselemente, "Vintage-Faktoren" = generationsbedingte Lehrstoffe und Begriffssysteme. Eigen- schaften wie Teamfähigkeit, Verantwortung übernehmen, planen können, Selbststän-digkeit, logisches Denken, Verständnis für Andere, Lernbereitschaft, Bereitschaft zur Weiterbildung, Durchblick, Kreativität, Kommunikationsvermögen, Eigeninitiative, Probleme erkennen und analysieren, gemeinsam Entscheidungen treffen" werden ebenfalls unter diesem Begriff subsummiert und in zunehmendem Ausmaß von Schul-abgängern verlangt.
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Schulprofil
Summe der wichtigsten Charakteristika einer Schule zu einem bestimmten Zeitpunkt; die sich in der Darstellung einer Schule nach außen manifestieren. Sie kommen oft in der Homepage oder in Foldern/Prospekten/Broschüren zum Ausdruck und enthalten Informationen, an Hand derer sich die Öffentlichkeit ein Bild von der Schule machen kann (Lage, soziales Umfeld, Geschichte, Schulgebäude, Größe, Ausstattung, unter-richtliche und außerunterrichtliche Angebote, Kooperationen und Partnerschaften, spezielle Dienstleistungen, erzielbare Abschlüsse und Berechtigungen). Oft enthält das Schulprofil auch das "Leitbild der Schule", dessen Konkretisierung es teilweise darstellt (Schwerpunkte und Angebote). In Österreich wird dieser Begriff - zeitlich und regional begrenzt - häufig an Stelle des Begriffs "Schulprogramm" verwendet.
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Schulqualität
der Begriff entstammt einer Tradition der Bildungsforschung, die versucht, Unter-schiede der organisatorischen und pädagogischen Gestaltung und der Wirkungen von Schulen zu beschreiben, zu bewerten und auf ihre Bedingungen hin zu untersuchen. Die Entwicklung allgemein gültiger Kataloge von Qualitätskriterien für Schulen blieb bislang unbefriedigend, weil sie vom normativen Bezugsrahmen der Beurteilenden abhängig sind; eine zentrale Rolle spielen Kriterien der Leistungsförderung, des mitmenschlichen Umgangs (Schulklima) und der Reichhaltigkeit des Schullebens.
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Self-fulfilling prophecy
Die "sich selbst erfüllende Voraussage"; bezogen auf das Phänomen, nach dem eine ursprünglich falsche, bzw. unwahrscheinliche Erwartung oder Voraussage Ereignisse nach sich zieht, die dazu führen, dass sich die Erwartung, bzw. Voraussage doch erfüllt.
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Soziale Kompetenz
Verhaltensmerkmale (nach Eckermann und Stein): Kontakte initiieren und aufrecht erhalten können, die Aufmerksamkeit anderer gewinnen können, von anderen Zuneigung, emotionale Zuwendung, Lob, Information und Hilfe erlangen können, anderen dies geben können, mit anderen bei bestimmten Aufgaben kooperieren können, sich an einem gemeinsamen Spiel beteiligen können, Gespräche unterhalten und fortführen können, Lösungen bei Auseinandersetzungen finden können, Freundschaften gründen und unterhalten können. Diese weit gefassten Kategorien weisen Bestandteile sozial kompetenten Verhaltens auf, sogenannte "social skills/soft skills", die sich in den ersten zwei Lebensjahren in sozialen Verhaltensmerkmalen, in sozialen Interaktionen, im sozialen und kooperativen Spiel und in den Freundschaftsbeziehungen ... manifestieren. Gemeint ist ferner die Fähigkeit in sozialen Interaktionen effektiv, zur Zufriedenheit aller sozialen Partner, zu agieren (Fähigkeiten und Fertigkeiten in der interpersonalen Problemlösung, Fähigkeiten in der Regulation von Emotionen in sozialen Interaktionen, Strategien zur Lösung sozialer Konflikte ...) Der Erwerb solcher Verhaltensweisen ist eine der wichtigsten Entwicklungsaufgaben und stellt auch eine innere Ressource dar, welche die soziale und emotionale Entwicklung vorantreibt. Soziale Kompetenzen sind für leistungsfähige Arbeitskräfte von Bedeu-tung; sie scheinen allerdings in den Zeugnissen der öffentlichen Schule, die bei Be-werbungen vorgelegt werden, nicht auf.
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Soft Skills
s. soziale Kompetenz
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Subsidiaritätsprinzip
Begriff aus der Fachsprache der Europäischen Union. In der Europäischen Union sollen Entscheidungen möglichst bürgernah (auf der Ebene der Kommunen oder Region) getroffen werden. Nach dem S. sollte die europäische Ebene nur dann einbe-zogen werden, wenn das vorgesehene Ziel auf einer niedrigeren Ebene nicht besser erreicht werden kann; es widerspiegelt auch ein allgemeines Verständnis dessen, wie die Europäische Union funktionieren sollte.
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Synergie
Zusammenwirken von Kräften, Bündelung von Ressourcen zur Erreichung einer einheitlichen (gemeinsamen) Leistung.
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Vertrag von Maastricht
Vertrag über die Europäische Union vom 7. Februar 1992, der eine umfassende Re-form der "Römischen Verträge" brachte (Aussagen zur Wirtschafts- und Währungs-union). Der Gipfel von Maastricht hat auch die Voraussetzungen für eine gemeinsame europäische Außen- und Sicherheitspolitik geschaffen. Der Aufgabenkatalog der "Post-Maastricht-Zeit" ist von zwei Dimensionen der Gestaltung der europäischen Integration gekennzeichnet: Stärkung der Handlungsfähigkeit durch die Intensivierung der bestehenden Politiken sowie Bewältigung der schon vollzogenen und nicht anste-henden Erweiterung des Mitgliederkreises.
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