4 Die Europäische Dimension in der Lehrerbildung
Erziehung muss die Herausforderung
annehmen, mit den schulischen Bildungsplänen das Wissen, die Einstellungen
und die Fähigkeiten zu vermitteln, die zukünftige Generationen brauchen,
wenn sie eine aktive Rolle in der Gestaltung Europas spielen wollen. Die Realisierung
dieser Zielstellung setzt Diskussion voraus und an Diskussion hat es bisher
insbesondere an der Basis gefehlt.
Die wichtigste und entscheidendste Rolle bei der Integration der Europäischen
Dimension im Bildungswesen spielen die Pädagogen. Ohne Akteure, die die
erforderliche Fähigkeit besitzen, Strategien und Prinzipien pädagogischen
Denkens und Handelns in der Weise anzuwenden, dass der Bildungs- und Erziehungsauftrag
realisiert wird, bleiben alle konzeptionellen Veränderungsvorschläge
wirkungslos. Für den europäischen Einigungsprozess und im Prozess
der Internationalisierung der pädagogischen Öffentlichkeit bedeutet
dies, dass Europabewusstsein und Europagefühl nur dann in den Köpfen
und Herzen der Menschen entwickelt werden können, wenn es das pädagogische
Personal versteht, methodisch und didaktisch die Überzeugungen und Plausibilität
an die Jugend weiterzugeben, den Wert der europäischen Zivilisation zu
entdecken sowie eine aktive Rolle im europäischen Integrationsprozess
zu spielen. Der große Beitrag, den Bildung und Erziehung imstande sind
zu leisten, ist die Herausbildung einer positiven Haltung zur europäischen
Integration und eine Einstellung, die dem engstirnigen Nationalismus entgegengesetzt
ist.
Die Erzieherpersönlichkeit hat in den vergangenen Jahren an Ansehen verloren.
Die Bildungseinrichtungen büßten einen erheblichen Anteil ein,
Kinder und Jugendliche bei der Persönlichkeitsentwicklung und in ihrem
Sozialisationsprozess zu unterstützen, da die Lehrer und Erzieher den
Erziehungs- und Bildungsauftrag der Institutionen nur begrenzt zu realisieren
in der Lage sind. Sowohl im Primar- als auch im Sekundarschulbereich sind
die Tätigkeiten der Pädagogen fast ausschließlich auf die
Vermittlung von Bildung beschränkt. An vielen Schulen der Union kann
von einem Bildungs- und Erziehungsauftrag im herkömmlichen Sinne nicht
mehr die Rede sein. Pädagogen sind oftmals selbst im Unklaren darüber,
mit welchen Mitteln und Methoden sowie nach welchen Prinzipien sie die Erziehungsziele
realisieren sollen.
Kinder und Jugendliche sozialisieren sich in der heutigen Gesellschaft primär
in informellen Gruppen. Die Institution Schule kämpft gegen die bittere
Wirklichkeit von Aggression, Emotionslosigkeit, Frust, Gewalt und Ausländerfeindlichkeit.
Durch bürokratische Strukturen werden Agitation und Propaganda verhindert,
wobei den Pädagogen selbst bei der inhaltlichen Gestaltung des Unterrichts
oftmals 'die Hände gebunden sind'. Die mediensozialisierten und zur direkten
Kommunikation oftmals unfähigen Kinder und Jugendlichen werden durch
aggressive Werbe- und Propagandastrategien der künstlichen Schaffung
von Bedürfnissen ausgesetzt. Nicht selten sind sie die Ursache für
Alkohol- und Drogenkonsum und der Unterwerfung von 'vorgegebenen' - in ihrer
Dynamik rasant und hedonistisch erscheinenden - Mode- und Musikrichtungen.
Kinder und Jugendliche mit der Fähigkeit 'lernen gelernt zu haben' aus
der Schule zu entlassen und sie während der schulischen Ausbildung zu
kreativen, flexiblen, jederzeit lernbereiten, selbstständig denkenden
und handelnden und grenzüberschreitenden Mitarbeitern erzogen und gebildet
zu haben, determiniert ein entscheidendes und gegenwärtig gleichermaßen
illusionäres Erziehungsziel im europäischen Einigungsprozess. In
den Unionsstaaten heißt dies für die Pädagogen in der allgemeinen
und beruflichen Bildung, den Schülern Sachkompetenz, Methodenkompetenz
und Sozialkompetenz zu vermitteln. Um die Europäische Dimension im Bildungswesen
wirkungsvoll integrieren und damit Europabewusstsein entwickeln zu können,
besteht die Notwendigkeit, dass die Lehrer sich selbst mit der Idee und den
Maßnahmen des europäischen Einigungsprozesses identifizieren. Da
sie die wichtigsten Akteure im Bildungswesen der Nationalstaaten sind, müssen
zunächst die Pädagogen für die europäische Idee und die
Integration der Europäischen Dimension sensibilisiert werden. Die Forderung,
die Europäische Dimension in die Lehreraus- und -weiterbildung zu integrieren,
steht folglich als bildungspolitische Maßnahme in den Mitgliedstaaten
auf der Tagesordnung.
Das Zusammenwachsen Europas ist im Bildungsbereich durch die Individualisierung
von Lernprozessen, von fächerübergreifendem Unterricht, vom Lernen
in jahrgangsübergreifenden Gruppen sowie vom Austausch von Erfahrungen
und Informationen geprägt. Die Pädagogen zu befähigen, diese
neuen Inhalte und Methoden in ihren Unterrichtsfächern zu praktizieren
und umzusetzen, wurde zu einer bisher nicht realisierten Zielstellung bei
der Aus- und Weiterbildung von Lehrern. Um folglich Europabewusstsein hervorzurufen,
würde im Idealfall in einem vereinten Europa ein Lehrertyp benötigt
(s. diesbezüglich auch Seebauer, 2001),
1. der in der Lage ist, die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen
in Europa
einzuschätzen und erzieherisch wie curricular zu reagieren versteht;
2. der Mobilität und geistig-kulturelle Flexibilität als Voraussetzungen
für offenes
schulisches Handeln besitzt;
3. der sich mit neuen lebensrelevanten Inhalten auseinandergesetzt hat;
4. der differenzierte Lernumgebungen gestalten kann;
5. der selbstständiges Lernen fördert;
6. der sich nicht als Instruktor, sondern primär als Lernberater sieht
und
7. der ein hohes Maß an Selbstkompetenz entwickelt hat.
Damit ist der neue Lehrer Initiator
und Koordinator neuer Gedanken über ein neues Modell von Europäern.
Der Lehrer ist ein personeller Mobilisator und Anreger einer Wandlung von
Menschen in Europa zur neuen Europagemeinschaft, in der sich Völker dieses
Kontinents transnational selbst strukturieren sollen.
Die Jugend der 1990er Jahre ist hedonistisch und risikobereit und immer seltener
geneigt, sich den gesellschaftlichen Werten und Normen zu unterwerfen. Gewalt
und Aggressivität, Angst und Unsicherheit, der akute Mangel an Ausbildungsplätzen
haben die Schule in eine Problemsituation gebracht, aus der sie gegenwärtig
keinen Ausweg sieht. Infrastrukturelle Verflechtungen in Politik und Wirtschaft,
der Werteverlust, die Bedrohung der Welt durch globale Probleme, die uns überrollende
Flut neuer medialer Technologien, sowie die gegenwärtige Situation auf
dem europäischen Arbeitsmarkt fordern einerseits von den allgemein- und
berufsbildenden Einrichtungen eine wachsende qualitative und quantitative
Bildung, führen andererseits aber auch zu Frustration, Resignation und
Pessimismus der Jugend. Die Chance, dass ein Vereintes Europa wesentlich größere
Möglichkeiten besitzt, den oben genannten Erscheinungen gezielt zu begegnen,
sollte zu einer anspruchsvollen Aufgabe für alle Pädagogen in den
Unionsstaaten werden.
Ich favorisiere einen weiteren Aspekt, der m. E. große Chancen in sich
birgt, Europabewusstsein zu entwickeln, den Pädagogen jedoch nicht nur
Kenntnisse abverlangt, sondern vor allem Empathie abfordert. In der Europäischen
Union haben sich Länder zusammengeschlossen, die als Industrienationen
einen relativ hohen Lebensstandard aufweisen. Ein starker Zustrom von Einwanderern
hat in den Ländern der Union in den letzten Jahrzehnten dazu geführt,
dass eine multikulturelle Gesellschaft entstanden ist, in der unterschiedlichste
Nationalitäten neben- und miteinander leben, wie es vielen europäischen
Großstädten der Fall ist. Beispielsweise beträgt der Anteil
von Einwanderern in Malmö 35%. In Frankfurt am Main ist der Ausländeranteil
mit 60% ebenfalls enorm hoch. Stadtgebiete entstanden, in denen bestimmte
Nationalitätengruppen ihre Traditionen und Kulturen leben und pflegen
- mit eigenen Bildungseinrichtungen, religiösen Gruppen und Interessengemeinschaften.
Die 'Türkenviertel' in der Bundesrepublik oder die 'China-Towns'
in Großbritannien seien dafür beispielhaft hervorgehoben. Diese
Entwicklung impliziert jedoch nicht den Charakter einer multikulturellen Gesellschaft.
Die Eingliederung von Einwanderern darf sich nicht ausschließlich auf
den Arbeitssektor beschränken.
Die kulturelle Vielfalt liegt 'vor der Tür'. Diese im Sinne der Integration
der Europäischen Dimension nutzbar zu machen, birgt das reichhaltige
Potential in sich, den Umgang mit fremden Kulturen zu erlernen und dadurch
Verständnis, Toleranz und Solidarität - die der europäische
Einigungs- und Integrationsprozess jedem Einzelnen abverlangt - zu entwickeln.
In den Schulen würde dadurch die Möglichkeit gegeben sein, von Lehr-
und Lernmaterialien Abstand zu nehmen und durch die Integration von Erlebnis-
und Erfahrungsberichten, sowie durch persönliche Erzählungen von
Schülern über die Kulturen und Traditionen ihrer Herkunftsländer
internationales Verständnis hervorzubringen.
Die Verantwortung dafür liegt in der Gesellschaft. Sie allein entscheidet
über die Möglichkeit, diesen kulturellen Reichtum zu nutzen. Der
europäische Arbeitsmarkt für Lehrer bietet die Gelegenheit (beispielsweise
das Defizit an Primar- und Sekundarstufenlehrern in Großbritannien),
entsprechendes Verständnis und Einstellungen zu entwickeln und sich für
die europäische Thematik zu sensibilisieren.
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5 Europa 2001 - Ziele und Probleme der europäischen Bildungspolitik
Die Bildungs- und Erziehungssysteme
der europäischen Nationalstaaten haben mit großen Schwierigkeiten
zu kämpfen, die nicht nur finanzieller Art sind. Diese Schwierigkeiten
sind zugleich die, an denen unsere Gesellschaft krankt: die Schwächung
des Familienverbandes und die mit der Arbeitslosigkeit verlorengegangene Motiviertheit.
Sie sind zudem bedingt durch die gründlich veränderten Lerninhalte.
Wer in der Gesellschaft von morgen bestehen will, darf sich nicht mit einmal
Gelerntem begnügen. Gefordert wird neben Wissen die Fähigkeit zu
lernen, zu kommunizieren, in der Gruppe zu arbeiten und sich selbst einzuschätzen.
Die Forderung nach einer qualitativen und quantitativen Erhöhung der
Bildung impliziert in den Staaten Europas die Entwicklung zu einer kognitiven
Gesellschaft. Die bis Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre vernachlässigten
Bestrebungen, auch bildungspolitische Aspekte in die Europapolitik zu integrieren,
sind in den vergangenen Jahren einem enormen Wandel unterzogen worden. Die
Europäische Dimension im Bildungswesen, die viele Jahre als Erziehung
zu Versöhnung und Verständigung betrachtet wurde, hat sich angesichts
der Veränderungen in Zentral- und Osteuropa sowie angesichts der europäischen
Integration revolutionär erweitert.
Zu den primären Aufgabenbereichen in der zukünftigen Bildungspolitik
in Europa gehören gegenwärtig eine erhöhte Investition in Aus-
und Weiterbildung, die Schaffung von kommunikativen Netzwerken, die Durchführung
von Aktionsprogrammen und die Durchführung von Qualifikationsoffensiven.
Die Wirtschaftsgemeinschaft, die den Beginn intereuropäischer Zusammenarbeit
bewegte, kann auf große Erfolge, muss aber auch auf Niederlagen in den
vergangenen Jahren zurückblicken. Zweifelsohne haben die Wirtschaftsunternehmen
von dieser Gemeinschaft stark profitiert. Wirtschaftswachstum in der Gegenwart
zieht aber auch Probleme nach sich. Glück und Lebensfreude hängen
nicht nur von Sozialprodukt und Geldwertstabilität ab und sie lassen
sich nicht messen an Einkommen und Wohnungsgröße. Ein glückliches
und zufriedenes Leben der Menschen in der Europäischen Union hängt
auch nicht allein von der Vollendung des Binnenmarktes und der Währungsunion
ab. Es muss mehr hinzukommen. Diese Erkenntnis spiegelt sich sowohl im Maastrichter
Vertrag als auch im Vertrag von Amsterdam in der Weise wider, dass neben der
Wirtschaftsgemeinschaft nun auch die Außen- und Sicherheitspolitik sowie
Kooperationsbeziehungen in den Bereichen Innen- und Rechtspolitik erheblich
an Bedeutung gewannen. Durch die Unionsbürgerschaft sollte ein erster
Schritt zu einem 'Europa der Bürger' realisiert werden, indem die politische,
soziale und die kulturelle Dimension eines Vereinten Europas zum Tragen kommen.
Die Nützlichkeit, die die Bürger in den einzelnen Nationalstaaten
in einem Vereinten Europa sehen, wird die Entwicklung zu einem 'Europa der
Bürger' entscheidend beeinflussen.
Die europäische Bildungsarbeit beinhaltet Chancen und Gefahren gleichermaßen.
Einige Ziele und Probleme der Bildungspolitik der Mitgliedstaaten sollen abschließend
herausgestellt werden und zum Weiterarbeiten anregen.
Ziele europäischer Bildungspolitik
sollten sein,
1. den Bürgern in Europa Kenntnisse zu vermitteln, die zur Entwicklung
von Europabewusstsein des Einzelnen beitragen.
2. Verständnis dafür herauszubilden, dass das Gelingen des europäischen
Einigungs- und Integrationsprozesses die Initiative und Überzeugung jedes
Einzelnen voraussetzt.
3. einen Beitrag zur Entwicklung europäischer Identität zu leisten;
das impliziert, die europäische Zusammenarbeit im Bildungsbereich durch
gemeinsame Rahmenpläne für alle Unionsstaaten zu fördern, auszubauen
und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.
4. Kooperations- und Kommunikationsbeziehungen sowie Integrationsversuche
aller Art nicht nur auf wirtschaftlichem Gebiet zu fördern, sondern auf
allen gesellschaftlichen Ebenen und insbesondere im Bildungsbereich zu entwickeln,
zu unterstützen und zu intensivieren.
5. die Beziehungen zwischen den europäischen Nationalstaaten in der Weise
zu erweitern und zu fördern, dass ein qualitativ und quantitativ hochwertiger
Lebensstandard für alle Bürger Europas realisiert werden kann, was
nicht nur eine stetige Erhöhung des Bildungsniveaus jedes Einzelnen,
sondern vor allem die dafür erforderliche Fähigkeit, ein Leben lang
lernen zu können, impliziert.
6. ein verbindliches Grundgerüst an Werten und Normen für alle Bildungssysteme
der Europäischen Union zu erarbeiten, ohne dabei den Grundsatz der Subsidiarität
zu verletzen und in diesem Zusammenhang gleichermaßen darauf hinzuweisen,
dass in unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Bereichen nicht mehr nur
nationale, sondern Entscheidungen auf Europaebene zu treffen sind.
7. nationalstaatliches Denken nicht durch übernationalstaatliches Denken
zu ersetzen, sondern um übernationalstaatliches Denken zu erweitern.
8. die Kinder und Jugendlichen zu befähigen, in mehreren Fremdsprachen
kommunizieren zu können, um Kommunikationsschwierigkeiten und Sprachbarrieren
abzubauen
9. dass Bildungsabschlüsse europaweit Anerkennung finden.
10. dass jede Bildungseinrichtung Themenbereiche, die unter Kindern und Jugendlichen
gegenwärtig Betroffenheit auslösen und durch die Schüler diskutiert
werden, nutzt, um Europawissen zu vermitteln und damit für den europäischen
Einigungs- und Integrationsprozess sensibilisiert.
Probleme europäischer Bildungspolitik:
1. Wird von Europa gesprochen, bewegt man sich in einem mehrdimensionalen
Schwebezustand. Europa begrifflich zu fassen, ist aufgrund seiner Komplexität
unmöglich. Den Pädagogen bietet dies jedoch die Chance, Europa in
dem Kontext zu definieren, wie er dem Unterrichtsstoff am besten entspricht.
2. Die Komplexität des Themas stellt ein weiteres Problem dar. In den
meisten Köpfen der Menschen ist Europa noch nicht fassbar, da die Bürger
Europas es bisher nicht in dem erforderlichen Maße erlebt und erfahren
haben. Die Schwierigkeit besteht darin, aus der verworrenen Vielfältigkeit
und Komplexität des Stoffes die dem Kontext entsprechend relevanten Elemente
heraus zu selektieren.
3. Die schnelle Entwicklung Europas, die zahlreichen Beschlüsse, Stellungnahmen,
Entschließungen, Memoranden und Verträge der Organe der Union erfordern
eine ständige Aktualisierung von Wissen und Kenntnissen, um den jeweiligen
Entwicklungsstand des europäischen Einigungs- und Integrationsprozesses
vermitteln zu können.
4. Diese Aktualisierung der Kenntnisse impliziert ebenso eine große
Schwierigkeit. Viele Pädagogen sind mit zunehmendem Alter und bei jahrelanger
Berufstätigkeit weder bereit noch in der Lage, sich dieses neue Wissen
anzueignen und zu vermitteln.
5. In bildungspolitischen Einrichtungen hat eine Europamüdigkeit und
-verdrossenheit eingesetzt, die Aufgeschlossenheit und Motivation der Thematik
gegenüber nicht fördert.
6. Uneinheitlichkeit im Prozess der Vereinheitlichung zeigt sich in der Weise
als Problem, dass die Zielvorstellungen über das europäische Zusammenwachsen
unterschiedlich sind. Daher erhält die Entwicklung eines 'europäischen
Rahmenplanes', eines Grundgerüstes an Werten und Normen und neuer Methoden
und Prinzipien einen bedeutenden Stellenwert.
7. Wie die Ziele werden die Erwartungen an den europäischen Einigungsprozess
von den unterschiedlichsten Gruppen differenziert artikuliert. Dadurch bleiben
Enttäuschungen nicht aus, die sich für die Entwicklung von Aufgeschlossenheit
und Motivation als hinderlich erweisen.
Die Aufgaben, die sich aus den Zielen und Problemen ableiten lassen, wurden
durch die Thüringer Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten,
LIEBKNECHT, bei der dritten Tagung zur europäischen Dimension in Unterricht
und Erziehung treffend zum Ausdruck gebracht: Neben dem nationalen entsteht
ein allmählich größer werdender europäischer Arbeitsmarkt.
Das bedeutet höhere Anforderungen an die fremdsprachlichen Fertigkeiten
und die Fähigkeit, mit anderen kulturellen Formen zurechtzukommen. Erlernt
werden muss heute vor allem die Fähigkeit zu lebenslangem Lernen. Fort-
und Weiterbildung werden immer wichtiger, wenn Europa seinen Rang in der ökonomischen
Triade gegenüber dem fernöstlichen und dem nordamerikanischen Wirtschaftsraum
behaupten will. Eine Bildungspolitik, die Erfahrungen anderer nicht nutzt,
ist hoffnungslos veraltet.
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Anregungen zur individuellen Weiterbearbeitung
der Thematik
1. Begrifflichkeiten: Europa,
Europäische Dimension, Europabewusstsein, Europäischer Einigungs-
und Integrationsprozess
2. Didaktik und Methodik differenzierter Lehr- und Lernformen
3. Europa-Thematik als Möglichkeit des fächerübergreifenden
Unterrichts
4. Kooperationsmöglichkeiten im Rahmen der "Aktionen von SOKRATES
II" feststellen, initiieren, durchführen
5. Möglichkeiten zur Realisierung von Zielen und Problemeliminierungen
in der europäischen Bildungspolitik
6. Vergleichende Studien zu Bildungssystemen einzelner Länder - subsidäre
Prüfung von Transfermöglichkeiten
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Bönsch, Manfred: Europa
kommt in die Schulen. Auswirkungen des Europagedankens auf
die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer. In: Schulverwaltungsblatt
für
Niedersachsen 41 (1989) 11, S. 270-273
Entschließung des Rates und der im Rat vereinigten Minister für
das Bildungswesen vom
24. Mai 1988 zur Europäischen Dimension im Bildungswesen. Amt für
amtliche
Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften. Luxemburg 1988,
3 S.
Entschließung zur Europäischen Dimension im Bildungswesen. In:
Amtsblatt der
Europäischen Gemeinschaften. 30 (1987) 345, S. 212-214
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Zusammenarbeit im Bildungsbereich der Europäischen Union 1976 - 1994.
Amt für
amtliche Veröffentlichungen. Luxemburg 1994
Europäische Kommission (Hrsg.): Der Bürger im Binnenmarkt. Amt für
amtliche
Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften. Luxemburg 1994
Europäische Kommission (Hrsg.): Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit,
Beschäftigung.
Herausforderungen der Gegenwart und Wege ins 21. Jahrhundert. Weißbuch.
Amt
für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften.
Luxemburg
1994
Europäische Kommission. Allgemeine und Berufliche Jugend (Hrsg.): Bildungs-
und
Berufsberatung. Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen
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Friesenhahn, Günter J.: Die Europäische Dimension im Bildungswesen.
In: Zeitschrift für
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des
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1994
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Europäische Akademie. Berlin 1990
Janssen, Bernd (Hrsg.): Die europäische Dimension in Lehr- und Lehrmitteln.
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der dritten Tagung zur europäischen Dimension in Unterricht und Erziehung.
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Kleinschmidt, Gottfried: Einige Aspekte des europäischen Schulwesens.
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Lernen. 14 (1988) 12, S. 14-24
Kommission der Europäischen Gemeinschaften (Hrsg.): Lehren und Lernen.
Auf dem Weg
zur kognitiven Gesellschaft. Weißbuch zur allgemeinen und beruflichen
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Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften.
Luxemburg
1995
Kommission der Europäischen Gemeinschaften (Hrsg.): Vorschlag für
einen BeSchluss des
Europäischen Parlaments und des Rates über die Veranstaltung eines
Europäischen
Jahres für lebenslanges Lernen. Amt für amtliche Veröffentlichungen
der
Europäischen Gemeinschaften. Luxemburg 1994, 10 S.
Kommission der Europäischen Gemeinschaften (Hrsg.): Grünbuch zur
Europäischen
Dimension im Bildungswesen. Amt für amtliche Veröffentlichungen
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Kommission der Europäischen Gemeinschaften (Hrsg.): Allgemeine und Berufliche
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Sander,Theodor; Kohlberg, Wolf Dieter (Hrsg.): Die Europäische Dimension
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Stobart, Maitland: Erwartungen an eine Europäische Pädagogik - Herausforderungen
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Teske, Horst: Die Europäische Gemeinschaft. Aufgaben Organisation Arbeitsweise.
Vierte,
neu überarbeitete Auflage, Dümmlers Verlag. Bonn 1993
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