4 Die Europäische Dimension in der Lehrerbildung

Erziehung muss die Herausforderung annehmen, mit den schulischen Bildungsplänen das Wissen, die Einstellungen und die Fähigkeiten zu vermitteln, die zukünftige Generationen brauchen, wenn sie eine aktive Rolle in der Gestaltung Europas spielen wollen. Die Realisierung dieser Zielstellung setzt Diskussion voraus und an Diskussion hat es bisher insbesondere an der Basis gefehlt.
Die wichtigste und entscheidendste Rolle bei der Integration der Europäischen Dimension im Bildungswesen spielen die Pädagogen. Ohne Akteure, die die erforderliche Fähigkeit besitzen, Strategien und Prinzipien pädagogischen Denkens und Handelns in der Weise anzuwenden, dass der Bildungs- und Erziehungsauftrag realisiert wird, bleiben alle konzeptionellen Veränderungsvorschläge wirkungslos. Für den europäischen Einigungsprozess und im Prozess der Internationalisierung der pädagogischen Öffentlichkeit bedeutet dies, dass Europabewusstsein und Europagefühl nur dann in den Köpfen und Herzen der Menschen entwickelt werden können, wenn es das pädagogische Personal versteht, methodisch und didaktisch die Überzeugungen und Plausibilität an die Jugend weiterzugeben, den Wert der europäischen Zivilisation zu entdecken sowie eine aktive Rolle im europäischen Integrationsprozess zu spielen. Der große Beitrag, den Bildung und Erziehung imstande sind zu leisten, ist die Herausbildung einer positiven Haltung zur europäischen Integration und eine Einstellung, die dem engstirnigen Nationalismus entgegengesetzt ist.
Die Erzieherpersönlichkeit hat in den vergangenen Jahren an Ansehen verloren. Die Bildungseinrichtungen büßten einen erheblichen Anteil ein, Kinder und Jugendliche bei der Persönlichkeitsentwicklung und in ihrem Sozialisationsprozess zu unterstützen, da die Lehrer und Erzieher den Erziehungs- und Bildungsauftrag der Institutionen nur begrenzt zu realisieren in der Lage sind. Sowohl im Primar- als auch im Sekundarschulbereich sind die Tätigkeiten der Pädagogen fast ausschließlich auf die Vermittlung von Bildung beschränkt. An vielen Schulen der Union kann von einem Bildungs- und Erziehungsauftrag im herkömmlichen Sinne nicht mehr die Rede sein. Pädagogen sind oftmals selbst im Unklaren darüber, mit welchen Mitteln und Methoden sowie nach welchen Prinzipien sie die Erziehungsziele realisieren sollen.
Kinder und Jugendliche sozialisieren sich in der heutigen Gesellschaft primär in informellen Gruppen. Die Institution Schule kämpft gegen die bittere Wirklichkeit von Aggression, Emotionslosigkeit, Frust, Gewalt und Ausländerfeindlichkeit. Durch bürokratische Strukturen werden Agitation und Propaganda verhindert, wobei den Pädagogen selbst bei der inhaltlichen Gestaltung des Unterrichts oftmals 'die Hände gebunden sind'. Die mediensozialisierten und zur direkten Kommunikation oftmals unfähigen Kinder und Jugendlichen werden durch aggressive Werbe- und Propagandastrategien der künstlichen Schaffung von Bedürfnissen ausgesetzt. Nicht selten sind sie die Ursache für Alkohol- und Drogenkonsum und der Unterwerfung von 'vorgegebenen' - in ihrer Dynamik rasant und hedonistisch erscheinenden - Mode- und Musikrichtungen. Kinder und Jugendliche mit der Fähigkeit 'lernen gelernt zu haben' aus der Schule zu entlassen und sie während der schulischen Ausbildung zu kreativen, flexiblen, jederzeit lernbereiten, selbstständig denkenden und handelnden und grenzüberschreitenden Mitarbeitern erzogen und gebildet zu haben, determiniert ein entscheidendes und gegenwärtig gleichermaßen illusionäres Erziehungsziel im europäischen Einigungsprozess. In den Unionsstaaten heißt dies für die Pädagogen in der allgemeinen und beruflichen Bildung, den Schülern Sachkompetenz, Methodenkompetenz und Sozialkompetenz zu vermitteln. Um die Europäische Dimension im Bildungswesen wirkungsvoll integrieren und damit Europabewusstsein entwickeln zu können, besteht die Notwendigkeit, dass die Lehrer sich selbst mit der Idee und den Maßnahmen des europäischen Einigungsprozesses identifizieren. Da sie die wichtigsten Akteure im Bildungswesen der Nationalstaaten sind, müssen zunächst die Pädagogen für die europäische Idee und die Integration der Europäischen Dimension sensibilisiert werden. Die Forderung, die Europäische Dimension in die Lehreraus- und -weiterbildung zu integrieren, steht folglich als bildungspolitische Maßnahme in den Mitgliedstaaten auf der Tagesordnung.
Das Zusammenwachsen Europas ist im Bildungsbereich durch die Individualisierung von Lernprozessen, von fächerübergreifendem Unterricht, vom Lernen in jahrgangsübergreifenden Gruppen sowie vom Austausch von Erfahrungen und Informationen geprägt. Die Pädagogen zu befähigen, diese neuen Inhalte und Methoden in ihren Unterrichtsfächern zu praktizieren und umzusetzen, wurde zu einer bisher nicht realisierten Zielstellung bei der Aus- und Weiterbildung von Lehrern. Um folglich Europabewusstsein hervorzurufen, würde im Idealfall in einem vereinten Europa ein Lehrertyp benötigt (s. diesbezüglich auch Seebauer, 2001),
1. der in der Lage ist, die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in Europa
einzuschätzen und erzieherisch wie curricular zu reagieren versteht;
2. der Mobilität und geistig-kulturelle Flexibilität als Voraussetzungen für offenes
schulisches Handeln besitzt;
3. der sich mit neuen lebensrelevanten Inhalten auseinandergesetzt hat;
4. der differenzierte Lernumgebungen gestalten kann;
5. der selbstständiges Lernen fördert;
6. der sich nicht als Instruktor, sondern primär als Lernberater sieht und
7. der ein hohes Maß an Selbstkompetenz entwickelt hat.

Damit ist der neue Lehrer Initiator und Koordinator neuer Gedanken über ein neues Modell von Europäern. Der Lehrer ist ein personeller Mobilisator und Anreger einer Wandlung von Menschen in Europa zur neuen Europagemeinschaft, in der sich Völker dieses Kontinents transnational selbst strukturieren sollen.
Die Jugend der 1990er Jahre ist hedonistisch und risikobereit und immer seltener geneigt, sich den gesellschaftlichen Werten und Normen zu unterwerfen. Gewalt und Aggressivität, Angst und Unsicherheit, der akute Mangel an Ausbildungsplätzen haben die Schule in eine Problemsituation gebracht, aus der sie gegenwärtig keinen Ausweg sieht. Infrastrukturelle Verflechtungen in Politik und Wirtschaft, der Werteverlust, die Bedrohung der Welt durch globale Probleme, die uns überrollende Flut neuer medialer Technologien, sowie die gegenwärtige Situation auf dem europäischen Arbeitsmarkt fordern einerseits von den allgemein- und berufsbildenden Einrichtungen eine wachsende qualitative und quantitative Bildung, führen andererseits aber auch zu Frustration, Resignation und Pessimismus der Jugend. Die Chance, dass ein Vereintes Europa wesentlich größere Möglichkeiten besitzt, den oben genannten Erscheinungen gezielt zu begegnen, sollte zu einer anspruchsvollen Aufgabe für alle Pädagogen in den Unionsstaaten werden.
Ich favorisiere einen weiteren Aspekt, der m. E. große Chancen in sich birgt, Europabewusstsein zu entwickeln, den Pädagogen jedoch nicht nur Kenntnisse abverlangt, sondern vor allem Empathie abfordert. In der Europäischen Union haben sich Länder zusammengeschlossen, die als Industrienationen einen relativ hohen Lebensstandard aufweisen. Ein starker Zustrom von Einwanderern hat in den Ländern der Union in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, dass eine multikulturelle Gesellschaft entstanden ist, in der unterschiedlichste Nationalitäten neben- und miteinander leben, wie es vielen europäischen Großstädten der Fall ist. Beispielsweise beträgt der Anteil von Einwanderern in Malmö 35%. In Frankfurt am Main ist der Ausländeranteil mit 60% ebenfalls enorm hoch. Stadtgebiete entstanden, in denen bestimmte Nationalitätengruppen ihre Traditionen und Kulturen leben und pflegen - mit eigenen Bildungseinrichtungen, religiösen Gruppen und Interessengemeinschaften. Die 'Türkenviertel' in der Bundesrepublik oder die 'China-Towns' in Großbritannien seien dafür beispielhaft hervorgehoben. Diese Entwicklung impliziert jedoch nicht den Charakter einer multikulturellen Gesellschaft. Die Eingliederung von Einwanderern darf sich nicht ausschließlich auf den Arbeitssektor beschränken.
Die kulturelle Vielfalt liegt 'vor der Tür'. Diese im Sinne der Integration der Europäischen Dimension nutzbar zu machen, birgt das reichhaltige Potential in sich, den Umgang mit fremden Kulturen zu erlernen und dadurch Verständnis, Toleranz und Solidarität - die der europäische Einigungs- und Integrationsprozess jedem Einzelnen abverlangt - zu entwickeln. In den Schulen würde dadurch die Möglichkeit gegeben sein, von Lehr- und Lernmaterialien Abstand zu nehmen und durch die Integration von Erlebnis- und Erfahrungsberichten, sowie durch persönliche Erzählungen von Schülern über die Kulturen und Traditionen ihrer Herkunftsländer internationales Verständnis hervorzubringen.
Die Verantwortung dafür liegt in der Gesellschaft. Sie allein entscheidet über die Möglichkeit, diesen kulturellen Reichtum zu nutzen. Der europäische Arbeitsmarkt für Lehrer bietet die Gelegenheit (beispielsweise das Defizit an Primar- und Sekundarstufenlehrern in Großbritannien), entsprechendes Verständnis und Einstellungen zu entwickeln und sich für die europäische Thematik zu sensibilisieren.
zum Inhaltsverzeichnis

5 Europa 2001 - Ziele und Probleme der europäischen Bildungspolitik

Die Bildungs- und Erziehungssysteme der europäischen Nationalstaaten haben mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, die nicht nur finanzieller Art sind. Diese Schwierigkeiten sind zugleich die, an denen unsere Gesellschaft krankt: die Schwächung des Familienverbandes und die mit der Arbeitslosigkeit verlorengegangene Motiviertheit. Sie sind zudem bedingt durch die gründlich veränderten Lerninhalte. Wer in der Gesellschaft von morgen bestehen will, darf sich nicht mit einmal Gelerntem begnügen. Gefordert wird neben Wissen die Fähigkeit zu lernen, zu kommunizieren, in der Gruppe zu arbeiten und sich selbst einzuschätzen.
Die Forderung nach einer qualitativen und quantitativen Erhöhung der Bildung impliziert in den Staaten Europas die Entwicklung zu einer kognitiven Gesellschaft. Die bis Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre vernachlässigten Bestrebungen, auch bildungspolitische Aspekte in die Europapolitik zu integrieren, sind in den vergangenen Jahren einem enormen Wandel unterzogen worden. Die Europäische Dimension im Bildungswesen, die viele Jahre als Erziehung zu Versöhnung und Verständigung betrachtet wurde, hat sich angesichts der Veränderungen in Zentral- und Osteuropa sowie angesichts der europäischen Integration revolutionär erweitert.
Zu den primären Aufgabenbereichen in der zukünftigen Bildungspolitik in Europa gehören gegenwärtig eine erhöhte Investition in Aus- und Weiterbildung, die Schaffung von kommunikativen Netzwerken, die Durchführung von Aktionsprogrammen und die Durchführung von Qualifikationsoffensiven.
Die Wirtschaftsgemeinschaft, die den Beginn intereuropäischer Zusammenarbeit bewegte, kann auf große Erfolge, muss aber auch auf Niederlagen in den vergangenen Jahren zurückblicken. Zweifelsohne haben die Wirtschaftsunternehmen von dieser Gemeinschaft stark profitiert. Wirtschaftswachstum in der Gegenwart zieht aber auch Probleme nach sich. Glück und Lebensfreude hängen nicht nur von Sozialprodukt und Geldwertstabilität ab und sie lassen sich nicht messen an Einkommen und Wohnungsgröße. Ein glückliches und zufriedenes Leben der Menschen in der Europäischen Union hängt auch nicht allein von der Vollendung des Binnenmarktes und der Währungsunion ab. Es muss mehr hinzukommen. Diese Erkenntnis spiegelt sich sowohl im Maastrichter Vertrag als auch im Vertrag von Amsterdam in der Weise wider, dass neben der Wirtschaftsgemeinschaft nun auch die Außen- und Sicherheitspolitik sowie Kooperationsbeziehungen in den Bereichen Innen- und Rechtspolitik erheblich an Bedeutung gewannen. Durch die Unionsbürgerschaft sollte ein erster Schritt zu einem 'Europa der Bürger' realisiert werden, indem die politische, soziale und die kulturelle Dimension eines Vereinten Europas zum Tragen kommen. Die Nützlichkeit, die die Bürger in den einzelnen Nationalstaaten in einem Vereinten Europa sehen, wird die Entwicklung zu einem 'Europa der Bürger' entscheidend beeinflussen.
Die europäische Bildungsarbeit beinhaltet Chancen und Gefahren gleichermaßen. Einige Ziele und Probleme der Bildungspolitik der Mitgliedstaaten sollen abschließend herausgestellt werden und zum Weiterarbeiten anregen.

Ziele europäischer Bildungspolitik sollten sein,
1. den Bürgern in Europa Kenntnisse zu vermitteln, die zur Entwicklung von Europabewusstsein des Einzelnen beitragen.
2. Verständnis dafür herauszubilden, dass das Gelingen des europäischen Einigungs- und Integrationsprozesses die Initiative und Überzeugung jedes Einzelnen voraussetzt.
3. einen Beitrag zur Entwicklung europäischer Identität zu leisten; das impliziert, die europäische Zusammenarbeit im Bildungsbereich durch gemeinsame Rahmenpläne für alle Unionsstaaten zu fördern, auszubauen und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.
4. Kooperations- und Kommunikationsbeziehungen sowie Integrationsversuche aller Art nicht nur auf wirtschaftlichem Gebiet zu fördern, sondern auf allen gesellschaftlichen Ebenen und insbesondere im Bildungsbereich zu entwickeln, zu unterstützen und zu intensivieren.
5. die Beziehungen zwischen den europäischen Nationalstaaten in der Weise zu erweitern und zu fördern, dass ein qualitativ und quantitativ hochwertiger Lebensstandard für alle Bürger Europas realisiert werden kann, was nicht nur eine stetige Erhöhung des Bildungsniveaus jedes Einzelnen, sondern vor allem die dafür erforderliche Fähigkeit, ein Leben lang lernen zu können, impliziert.
6. ein verbindliches Grundgerüst an Werten und Normen für alle Bildungssysteme der Europäischen Union zu erarbeiten, ohne dabei den Grundsatz der Subsidiarität zu verletzen und in diesem Zusammenhang gleichermaßen darauf hinzuweisen, dass in unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Bereichen nicht mehr nur nationale, sondern Entscheidungen auf Europaebene zu treffen sind.
7. nationalstaatliches Denken nicht durch übernationalstaatliches Denken zu ersetzen, sondern um übernationalstaatliches Denken zu erweitern.
8. die Kinder und Jugendlichen zu befähigen, in mehreren Fremdsprachen kommunizieren zu können, um Kommunikationsschwierigkeiten und Sprachbarrieren abzubauen
9. dass Bildungsabschlüsse europaweit Anerkennung finden.
10. dass jede Bildungseinrichtung Themenbereiche, die unter Kindern und Jugendlichen gegenwärtig Betroffenheit auslösen und durch die Schüler diskutiert werden, nutzt, um Europawissen zu vermitteln und damit für den europäischen Einigungs- und Integrationsprozess sensibilisiert.

Probleme europäischer Bildungspolitik:
1. Wird von Europa gesprochen, bewegt man sich in einem mehrdimensionalen Schwebezustand. Europa begrifflich zu fassen, ist aufgrund seiner Komplexität unmöglich. Den Pädagogen bietet dies jedoch die Chance, Europa in dem Kontext zu definieren, wie er dem Unterrichtsstoff am besten entspricht.
2. Die Komplexität des Themas stellt ein weiteres Problem dar. In den meisten Köpfen der Menschen ist Europa noch nicht fassbar, da die Bürger Europas es bisher nicht in dem erforderlichen Maße erlebt und erfahren haben. Die Schwierigkeit besteht darin, aus der verworrenen Vielfältigkeit und Komplexität des Stoffes die dem Kontext entsprechend relevanten Elemente heraus zu selektieren.
3. Die schnelle Entwicklung Europas, die zahlreichen Beschlüsse, Stellungnahmen, Entschließungen, Memoranden und Verträge der Organe der Union erfordern eine ständige Aktualisierung von Wissen und Kenntnissen, um den jeweiligen Entwicklungsstand des europäischen Einigungs- und Integrationsprozesses vermitteln zu können.
4. Diese Aktualisierung der Kenntnisse impliziert ebenso eine große Schwierigkeit. Viele Pädagogen sind mit zunehmendem Alter und bei jahrelanger Berufstätigkeit weder bereit noch in der Lage, sich dieses neue Wissen anzueignen und zu vermitteln.
5. In bildungspolitischen Einrichtungen hat eine Europamüdigkeit und -verdrossenheit eingesetzt, die Aufgeschlossenheit und Motivation der Thematik gegenüber nicht fördert.
6. Uneinheitlichkeit im Prozess der Vereinheitlichung zeigt sich in der Weise als Problem, dass die Zielvorstellungen über das europäische Zusammenwachsen unterschiedlich sind. Daher erhält die Entwicklung eines 'europäischen Rahmenplanes', eines Grundgerüstes an Werten und Normen und neuer Methoden und Prinzipien einen bedeutenden Stellenwert.
7. Wie die Ziele werden die Erwartungen an den europäischen Einigungsprozess von den unterschiedlichsten Gruppen differenziert artikuliert. Dadurch bleiben Enttäuschungen nicht aus, die sich für die Entwicklung von Aufgeschlossenheit und Motivation als hinderlich erweisen.
Die Aufgaben, die sich aus den Zielen und Problemen ableiten lassen, wurden durch die Thüringer Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, LIEBKNECHT, bei der dritten Tagung zur europäischen Dimension in Unterricht und Erziehung treffend zum Ausdruck gebracht: Neben dem nationalen entsteht ein allmählich größer werdender europäischer Arbeitsmarkt. Das bedeutet höhere Anforderungen an die fremdsprachlichen Fertigkeiten und die Fähigkeit, mit anderen kulturellen Formen zurechtzukommen. Erlernt werden muss heute vor allem die Fähigkeit zu lebenslangem Lernen. Fort- und Weiterbildung werden immer wichtiger, wenn Europa seinen Rang in der ökonomischen Triade gegenüber dem fernöstlichen und dem nordamerikanischen Wirtschaftsraum behaupten will. Eine Bildungspolitik, die Erfahrungen anderer nicht nutzt, ist hoffnungslos veraltet.
zum Inhaltsverzeichnis


Anregungen zur individuellen Weiterbearbeitung der Thematik

1. Begrifflichkeiten: Europa, Europäische Dimension, Europabewusstsein, Europäischer Einigungs- und Integrationsprozess
2. Didaktik und Methodik differenzierter Lehr- und Lernformen
3. Europa-Thematik als Möglichkeit des fächerübergreifenden Unterrichts
4. Kooperationsmöglichkeiten im Rahmen der "Aktionen von SOKRATES II" feststellen, initiieren, durchführen
5. Möglichkeiten zur Realisierung von Zielen und Problemeliminierungen in der europäischen Bildungspolitik
6. Vergleichende Studien zu Bildungssystemen einzelner Länder - subsidäre Prüfung von Transfermöglichkeiten
zum Inhaltsverzeichnis


Literaturangaben

Bönsch, Manfred: Europa kommt in die Schulen. Auswirkungen des Europagedankens auf
die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer. In: Schulverwaltungsblatt für
Niedersachsen 41 (1989) 11, S. 270-273
Entschließung des Rates und der im Rat vereinigten Minister für das Bildungswesen vom
24. Mai 1988 zur Europäischen Dimension im Bildungswesen. Amt für amtliche
Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften. Luxemburg 1988, 3 S.
Entschließung zur Europäischen Dimension im Bildungswesen. In: Amtsblatt der
Europäischen Gemeinschaften. 30 (1987) 345, S. 212-214
Europäische Kommission (Hrsg.): Allgemeine und Berufliche Bildung. Studien Nr. 5. Die
Zusammenarbeit im Bildungsbereich der Europäischen Union 1976 - 1994. Amt für
amtliche Veröffentlichungen. Luxemburg 1994
Europäische Kommission (Hrsg.): Der Bürger im Binnenmarkt. Amt für amtliche
Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften. Luxemburg 1994
Europäische Kommission (Hrsg.): Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung.
Herausforderungen der Gegenwart und Wege ins 21. Jahrhundert. Weißbuch. Amt
für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften. Luxemburg
1994
Europäische Kommission. Allgemeine und Berufliche Jugend (Hrsg.): Bildungs- und
Berufsberatung. Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen
Gemeinschaften. Luxemburg 1994
Friesenhahn, Günter J.: Die Europäische Dimension im Bildungswesen. In: Zeitschrift für
Pädagogik 41 ( 1989) 6, S. 40 - 43
Hrbek, Rudolf (Hrsg.): Europäische Bildungspolitik und die Anforderungen des
Subsidiaritätsprinzips. 1. Auflage, Nomos Verlagsgesellschaft. Baden-Baden 1994
Institut für Europäische Lehrerbildung (Hrsg.): Europa im Unterricht - Jahresbericht 1989.
Europäische Akademie. Berlin 1990
Janssen, Bernd (Hrsg.): Die europäische Dimension in Lehr- und Lehrmitteln. Bericht von
der dritten Tagung zur europäischen Dimension in Unterricht und Erziehung.
Europa Union Verlag. Bonn 1995
Kleinschmidt, Gottfried: Einige Aspekte des europäischen Schulwesens. In: Lehren und
Lernen. 14 (1988) 12, S. 14-24
Kommission der Europäischen Gemeinschaften (Hrsg.): Lehren und Lernen. Auf dem Weg
zur kognitiven Gesellschaft. Weißbuch zur allgemeinen und beruflichen Bildung.
Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften. Luxemburg
1995
Kommission der Europäischen Gemeinschaften (Hrsg.): Vorschlag für einen BeSchluss des
Europäischen Parlaments und des Rates über die Veranstaltung eines Europäischen
Jahres für lebenslanges Lernen. Amt für amtliche Veröffentlichungen der
Europäischen Gemeinschaften. Luxemburg 1994, 10 S.
Kommission der Europäischen Gemeinschaften (Hrsg.): Grünbuch zur Europäischen
Dimension im Bildungswesen. Amt für amtliche Veröffentlichungen der
Europäischen Gemeinschaften. Luxemburg 1993, 17 S.
Kommission der Europäischen Gemeinschaften (Hrsg.): Allgemeine und Berufliche Bildung.
Studien Nr.2. Ausblick auf das Hochschulwesen in der Europäischen Gemeinschaft.
Reaktionen auf das Memorandum. Amt für amtliche Veröffentlichungen der
Europäischen Gemeinschaften. Luxemburg 1993
Kommission der Europäischen Gemeinschaften. Presse- und Informationsdienst (Hrsg.):
Schulen in der Europäischen Gemeinschaft. Informationsdienst für Lehrer. Bonner
Universitäts-Druckerei. Bonn 1980
Müller-Solger, Hermann u.a.: Bildung und Europa. Die EG-Fördermaßnahmen. Economica
Verlag. Bonn 1993
Nagel, Bernhard: Europa: Chancen? Gefahren?. In: Hessische Lehrer- und
Lehrerinnenzeitung 42 (1989) 7
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (Hrsg.); Thiede, Carsten Peter: Wir in
Europa. Wurzeln, Wege, Perspektiven. Presse- und Informationsamt der
Bundesregierung (Presse- und Informationsdienst der Bundesregierung). Bonn 1995
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (Hrsg.); Läufer, Thomas: 22 Fragen zu
Europa. Die Europäische Union und ihre Reform. Presse- und Informationsamt der
Bundesregierung (Presse- und Informationsdienst der Bundesregierung). Bonn 1995
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (Hrsg.): Der Vertrag von Maastricht
über die Europäische Union. Fragen und Antworten. Presse- und Informationsamt
der Bundesregierung (Presse- und Informationsdienst der Bundesregierung). Bonn
1993
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (Hrsg.): Europa 2000. Schritte zur
Europäischen Union. Der Vertrag von Maastricht. Der Binnenmarkt. Die Wirtschafts- und Währungsunion. Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
(Presse- und Informationsdienst der Bundesregierung). Bonn 1993
Pöggeler, Franz: Erziehung für Europa. In: Forum E. 33 (1980) 11, S. 230-232
Röhrs, Hermann: Die Einheit Europas in pädagogischer Sicht. In: Forum Pädagogik. 1
(1988) 1, S. 22-27
Sander,Theodor; Kohlberg, Wolf Dieter (Hrsg.): Lehrerbildung in Europa - europäische
Lehrerbildung. 2. Auflage, Ruck-Zuck-Druck GmbH.Osnabrück 1993
Sander,Theodor; Kohlberg, Wolf Dieter (Hrsg.): Die Europäische Dimension der
Erziehung. Zusammenarbeit zwischen Schule, Hochschule. Ausbildung-
und Studienseminar Tagung am 7./8. Oktober 1993. Ruck-Zuck-Druck GmbH.
Osnabrück 1993
Seebauer, Renate: Das Bildungsprogramm "SOCRATES" der EU - Ein Weg zur
Implementierung der "Europäischen Dimension". In: Technická Univerzita v Liberci,
Fakulta Pedagogická (Hrsg.): Výchova k Evropanstvi. Liberec 1996, S. 54-59
Seebauer, Renate (Hrsg.): Vom Europa-Projekt zum Projekt-Europa, Mandelbaum Verlag, Wien
2001.
Sommer, Theo (Hrsg.): Perspektiven. Europa im 21. Jahrhundert. Argon Verlag GmbH.
Berlin 1989
Stobart, Maitland: Erwartungen an eine Europäische Pädagogik - Herausforderungen an
Lehrer, Schüler und Eltern. In: Forum Pädagogik 1 (1988) 4, S. 174-177
Teske, Horst: Die Europäische Gemeinschaft. Aufgaben Organisation Arbeitsweise. Vierte,
neu überarbeitete Auflage, Dümmlers Verlag. Bonn 1993
zum Inhaltsverzeichnis

zum Gesamt-Inhaltsverzeichnis