1.2.5 Das kritische Stadium
von Schreiben und Lesen
In diesem Stadium verbessern die Schüler ihre Lesefähigkeit, ihre
Lernfähigkeiten, ihre Verstehensfähigkeiten und die Struktur der
schriftlichen Sprache. Das Lesen wird analytisch und synthetisch.
Beim analytischen Lesen stützen sich die Schüler auf die vorhergehenden
Kenntnisse, setzen sich damit auseinander, unterstreichen Sätze, erklären,
ziehen Schlussfolgerungen, verallgemeinern usw. Beim synthetischen Lesen untersuchen
sie alternative Möglichkeiten, entscheiden sich für Änderungen
und begründen ihren Einsatz.
Der kritische Alphabetismus hilft den Schülern bei der Bearbeitung von
Texten, damit sie in der Folge auch schreiben können. Die Schüler
können die Rolle des Lehrers übernehmen; so lernen sie, Fertigkeiten
zu entwickeln, Texte zu bearbeiten und zu erstellen. Die Schüler können
z.B. Fragen formulieren, zusammenfassen, Annahmen formulieren, etwas erklären,
beschreiben ... Dadurch wird auch der schriftliche Ausdruck der Schüler
verbessert, indem die Schüler Begriffe bilden und sie richtig bei der
Erklärung der Wörter benutzen, verbal wiederholen und Texte erstellen.
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2 Mathematik
2.1 Kritik an Piaget
Obwohl PIAGET zu den wichtigsten Forschern des mathematischen Lernprozesses
bei Kindern gehört und seine Theorie bedeutende Grundsätze enthält,
ist ihm starke Kritik entgegengebracht worden. Er konzentrierte sich vor allem
darauf, wie der Mensch Kenntnisse erwirbt und wie sein Wissensstand aufgebaut
wird. Mit der Frage, wie man sich konkrete, einzelne Kenntnisse aneignet,
beschäftigte er sich weniger. Ausgehend davon, dass das "Allgemeine"
und das "Besondere" parallel verlaufende Prozesse sind, forschte
er nach Möglicheiten der Verbindung und Parallelisierung der Entwicklung
des persönlichen und des allgemeinen Wissens.
Dem mathematischen Verständnis wie auch der allgemeinen psychischen Entwicklung
des Kindes galt seine Aufmerksamkeit nur nebenbei. Er beschäftigte sich
weder eingehend mit der Frage "wie Kinder Mathematik lernen", noch
damit "wie ihnen in der Schule geholfen werden könnte".
Mit seiner Theorie hat er die Entwicklung des Denkens und Verstehens bei Kindern
von ihrer Geburt an bis zum Erwachsenenalter erklärt. Die Erkenntnis
der Entwicklung des mathematischen Denkens war eher die Folge dieser Theorie,
nicht umgekehrt. Man könnte sogar behaupten, dass der Erwerb mathematischen
Wissens im Grunde keine allzu schwierige Angelegenheit darstellt, da sich
die mathematischen Begriffe in großem Maße "unabhängig
und spontan" entwickeln.
GUY GROEN und CAROLYN KIERAN glauben, dass die Theorie von Piaget zweideutig,
umständlich und missverständlich sei. Außerdem behaupten sie,
das Werk Piagets, selbst der Teil, der sich speziell mit der Zahl befasst,
habe möglicherweise nichts mit dem Verständnis der Schwierigkeiten
zu tun, welche die Mathematik aufweist, da - wie er selbst zugibt - die Erhaltung
der Zahl sowie der Prozess der Zuordnung ursprünglich nicht auf mathematischem,
sondern auf logischem Denken beruht.
DOISE und seine Mitarbeiter glauben, dass die kognitive und die soziale Entwicklung
ursächlich miteinander verbunden sind und lehnen die Auffassung ab, dass
die soziale Entwicklung unabhängig von der kognitiven verlaufen kann.
Es bestehe kein Zweifel, dass die sozialen und persönlichen Beziehungen
die kognitive Entwicklung unterstützen kann.
HUGHES führt an, dass die "Mathematik-Erziehung" früh
- bereits im Vorschulalter - anfangen muss, um das Kind in die abstrakte Sprache
der Mathematik einzuführen und dabei das Verständnis der Zusammenhänge
zu erleichtern.
Piaget habe - so HUGHES - keine ausführlichen Beschreibungen der Prozesse
der Lösungsfindung von Mathematikaufgaben geliefert; er hat nicht versucht,
den Einfluss des sozialen und kulturellen Milieus auf den Erwerb von Mathematikkenntnissen
zu untersuchen. Sicher sei, dass die Entwicklung des mathematischen Denkens
kein sehr spontaner oder einfacher Prozess ist, wie Piaget behauptet.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Piaget, trotz all seiner bedeutenden
Grundprinzipien, starke Kritik entgegengebracht wird, weil er die Fähigkeiten
der kleinen Kinder unterschätzt hat und den Rahmen ignoriert hat, innerhalb
dessen der Denkprozess abläuft. Seine Theorie wird als nicht ausreichend
angesehen, um die Schwierigkeiten zu verstehen, die Kinder mit der Mathematik
haben können. Notwendig ist daher ein neuer Zugang, um zu untersuchen,
welche Fähigkeiten Kinder im Vorschulalter besitzen. Man wird von den
traditionellen Stereotypen Piagets Abstand nehmen und die Fähigkeiten
der Kinder im Zusammenhang mit dem Erwerb mathematischer Kenntnisse in der
Schule betrachten. Es müssen Aufgaben entwickelt werden, die für
die kleinen Kinder einen Sinn haben. Ziel dabei ist es, nicht die Schwächen,
sondern die Möglichkeiten der Kinder zu untersuchen.
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2.2 Die mathematischen Grundfertigkeiten in der Grundschule
Gemäß dem Lehrplan für Grundschulbildung des Bildungsministeriums/des
Pädagogischen Instituts Athen (2000) besteht das Unterrichtsvolumen für
den Fachbereich Mathematik aus fünf zentralen Bereichen:
1. Aufgaben-Lösung: Aktivierung/Festigung bereits erworbener Kenntnisse,
Unterscheidung von "Bekanntem" - "Unbekanntem" und Auswahl
des für Lösung Notwendigen, Formulierung von Zwischenfragen, Aufgaben-Lösung,
exakte Beantwortung, Vermutungen über die Lösung, weitere Lösungen
(2., 3. Weg, offene Fragen).
2. Rechnen: Unterrichtung der Bereiche "ganze Zahlen", "Dezimalzahlen",
"Bruchzahlen" und "gemischte Zahlen" sowie deren Anwendung
bei der Lösung von Rechenaufgaben.
3. Geometrie: zwei aufeinanderfolgende Ebenen "Wiedererkennung",
d.h. die geometrische Form als Ganzes und "Analyse", d.h. die Eigenschaften
der Form, das Verhältnis der geometrischen
Formen zueinander, deren Zuordnung.
4. Messungen: Länge/Breite/Höhe, Masse (Gewicht), Oberfläche,
Volumen (Raum) von festen Körpern und Flüssigkeiten, Winkel, Zeit,
Geld und ihre Anwendung im täglichen Leben.
5. Sammlung und Verarbeitung von Daten: d.h. Daten einholen, darstellen
und interpretieren.
Damit ein Grundschüler in der Lage ist, sich Wissen auf diesen Gebieten
anzueignen, benötigt er ein "Alphabet" der Mathematik. In der
griechischen Sprache - sowohl der mündlichen als auch der schriftlichen
- stehen uns 24 Buchstaben zur Verfügung. Etwas Entsprechendes benötigen
wir auch in der Mathematik.
Im Folgenden werden die notwendigen Voraussetzungen angeführt, die ein
Grundschulabsolvent benötigt, um im Gymnasium und später im Lyzeum,
aber auch im Laufe seines Studiums und schließlich im Alltagsleben sowie
bei der Berufswahl zurückgreifen kann. Aus diesem Grund ist es notwendig,
dass keine Wissenslücken oder Mängel an Mathematikkenntnissen entstehen,
da ein Schüler
dem Unterricht nicht folgen kann, ohne den Begriff der Zahl und des Zahlensystems
sowie entsprechende Rechenarten aktivieren zu können.
Grundmechanismen bei der Aneignung von Wissen:
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2.2.1 Die Zuordnung ...
ist der Prozess, in dessen Verlauf der Schüler Dinge in Kategorien zusammenfasst,
indem er von einer oder mehreren Gemeinsamkeiten ausgeht; er ordnet z.B. der
einen Kategorie die "Boote" zu, während er die "Schiffe"
einer zweiten Kategorie zuordnet; entsprechend verfährt er auch mit den
"PKWs" den "Bussen" und schließlich den "Helikoptern"
und "Flugzeugen":
|
Boote
|
Schiffe
|
PKW
|
Busse
|
Helikopter
|
Flugzeuge
|
Anschließend kann er sie zu Oberkategorien zusammenzufassen. "Boote und Schiffe", "PKWs und Busse", "Helikopter und Flugzeuge" werden jeweils in drei verschiedene Gruppen zusammen gefasst, wobei sie sich durch eine andere Eigenschaft von den übrigen getrennt werden (so entsteht auch die Notwendigkeit der Benennung dieser Kategorien): Die ersten beiden befinden sich "auf dem Wasser", die beiden andere "auf dem Festland" und die restlichen "in der Luft".

Auf diese Weise wird der Schüler auch in die "Bildung von Kategorien"
eingeführt. Danach kann er eine allgemeinere zusammenfassende Kategorie
bilden: "Verkehrsmittel", indem er diese sogar frei
in Form eines Diagramms darstellt oder wie oben:

Wird in der Tabelle eine Doppeleintragung erstellt, so wird der Schüler auch in die "Multiplikation von Kategorien" eingeführt:
|
Meer
|
Land
|
Luft
|
|
| Boote |
X
|
||
| Schiffe |
X
|
||
| PKW |
X
|
||
| Busse |
X
|
||
| Helikopter |
X
|
||
| Flugzeuge |
X
|
Abschließend wird der
Begriff des systematischen Zuordnens eingeführt. Vom "Teil"
geht er zum "Ganzen" und umgekehrt. Dies trägt zur Erfassung
des Begriffs der Zahl bei und spielt eine große Rolle bei der Aneignung
von Fertigkeiten.
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2.2.2 Entsprechung
...
bezeichnet den Vergleich und den Bezug von zwei oder mehr Gesamtgruppen mit-
bzw. zueinander sowie das Zusammensetzen/Herausfinden von Gemeinsamkeiten.
Entsprechungen dieser Art gibt es viele: 1:1, "eins zu eins", z.B.
ein Kind auf einem Stuhl; 1:2, "eins zu zwei", z.B. ein Schultisch
für zwei Schüler; 1:3, "eins zu drei, wie z.B. drei Bleistifte
in einem Pennal, usw., sowie die umgekehrten Entsprechungen "viele zu
1", z.B. 17 Schüler in einer Klasse, und "viele zu viele",
z.B. drei Kleider mit unterschiedlicher Farbe und drei Paar Schuhe unterschiedlicher
Farbe. Daraus lassen sich Paare bilden: "grauer Hut - blaue Schuhe",
"grauer Hut - braune Schuhe" usw. ...
Besonders durch das Verhältnis "1:1" (eins zu eins) lernen
die Kinder zu vergleichen und das Resultat zu ermitteln, ohne die Anzahl der
zwei Gruppen zu kennen, selbst ohne diese überhaupt zu kennen oder zu
benennen. Der Schüler, der beispielsweise sieht, dass alle Stühle
der Klasse von seinen Mitschülern besetzt sind, und er sich nicht setzen
kann, versteht, dass die Anzahl der Schüler größer ist als
jene der Stühle. Wenn kein Stuhl übrig bleibt, dann haben die zwei
Gruppen "Stühle", bzw. "Schüler" die gleiche
Anzahl, während die Anzahl der Stühle größer ist, wenn
es leere Stühle gibt. Man kann dadurch das Verhältnis im Sinne von:
"soviel … wie…", "mehr … als …", "weniger … als …"
ableiten.
Die Entsprechung findet mengenmäßig statt; der Schüler begreift
dadurch auch, dass die Menge gleich bleibt, ebenso die Zahl (7.- 8. Lebensjahr),
das Gewicht (9. Lebensjahr) und das Volumen (11. Lebensjahr). Bekannt sind
in diesem Zusammenhang die Experimente von Piaget mit dem kleinen und breiten,
bzw. hohen und schmalen Glas, die genau die gleiche Menge Wasser enthalten.
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2.2.3 Reihenbildung
Wie das Wort selbst schon aussagt, werden bei diesem Vorgehen "Reihen"
gebildet, indem sich die Schüler im Turnsaal der Größe nach
nebeneinander aufstellen, mit dem kleinsten beginnend oder umgekehrt: vom
größten zum kleinsten Kind. Ein Beispiel für doppelte Reihenbildung
wäre die Gläser unterschiedlicher Größe und Breite in
eine Reihe zu stellen, gleichzeitig von beiden Dimensionen ausgehend.
Durch die Aufstellung von Reihen entwickeln und entdecken die Kinder "Entsprechung"
und umgekehrt; aus den Entsprechungen ermitteln sie den Bezug von Personen
und Dingen zueinander. Auf diese Weise werden die Ordnungszahlen eingeführt
(doppelte Beziehung): z.B. der Schüler, der beim Wettlauf auf Platz fünf
kam, befindet sich vor dem Schüler auf Platz und nach dem Schüler
auf Platz vier.
Diese drei Formen der Auseinandersetzung - Zuordnung, Reihenbildung (einfach
und mehrfach) und Beibehaltung - spielen eine zentrale Rolle bei der Erfassung
und Entwicklung des Zahlbegriffs sowie bei der Aneignung von Fertigkeiten
wie der des Zählens, des Kalkulierens, der Messung von Größen
etc.
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2.2.4 Die Gesamtgruppe ...
charakterisiert Gruppen, Kategorien von Lebewesen und Gegenständen, die
irgendein gemeinsames Kennzeichen haben. Ein Schüler sagt beispielsweise:
"Die Dinge, die in meiner Schultasche sind ..."; ein anderer sagt:
"Meine Mitschüler", der nächste sagt: "Mein Spielzeug"
usw.
Es handelt sich um einen Begriff, den das Kind von früher Kindheit an
in seinem täglichen Leben intuitiv erlebt; das genaue Verständnis
der Oberbegriffe erfolgt allerdings erst in der Schule.
Beispiele für Oberbegriffe: "Die Buben der A' Klasse", "die
Schüler der Klasse A' usw.
Grafisch dargestellt sieht es wie folgt aus:

Indem
die Schüler verschiedene Elemente den jeweiligen Gruppen zuordnen, lernen
sie in Kategorien einzuteilen, und in Kategorien 2. und 3. Ranges (Oberkategorien);
sie lernen auch Untergruppen zu bilden: die Buben der Klasse B` sind eine
Untergruppe der Gesamtgruppe aber auch der höheren Gruppe "Schüler
der Grundschule". Die lernen auch Aufgaben mit Oberbegriffen zu lösen,
egal ob es sich um gleichartige Gruppen (z.B. Buben zu Buben) oder um Gruppen
unterschiedlicher Art (z.B. Buben zu Mädchen) handelt.
Darüber hinaus lernen sie die jeweilige "Verbindungsstelle",
bzw. den Trennpunkt der zwei Kategorien zu erkennen: z.B. "Schüler,
denen nur das Meer gefällt" - "Schüler, denen nur die
Berge gefallen", Gemeinsamkeit: "Schüler, denen sowohl das
Meer als auch die Berge gefallen".
Ein Beispiel für Überschneidung

2.2.5 Zählen, Zahlbegriff und Zahlensystem
Das Kind beginnt zunächst mit den Fingern einer Hand und später
mit den Fingern beider Hände zu zählen; es benutzt die Finger als
"fassbare" Hilfsmittel des Zählens. Damit es aber fehlerlos
zählen lernt, muss das Kind den Zahlbegriff erfassen: Bezeichnungen der
Zahlen und die entsprechende Anordnung im Zahlensystem sowie ihre Symbole
(Ziffern).
Als klassisch werden auch hier die Experimente zum Zählen von Piaget
angesehen:
In der Absicht festzustellen, inwieweit und wann die Kinder die absolute
Bedeutung (dass eine beliebige Zahl, z.B. die 7, eine Menge von Dingen,
z.B. sieben Bücher oder sieben Personen usw. ) und die Reihenordnung
(dass die 7 eine Reihe, eine Ordnung verrät, die 7. Stelle in der Reihe
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9,…) einer Zahl erfassen, bildete er zwei Reihen von
Gegenständen; z.B. fünf Eier und fünf Eierbecher im Verhältnis
1 : 2 und fragte die Kinder, ob in beiden Reihen die gleiche Anzahl von Gegenständen
vorhanden sei.
Wenn sie "ja" sagten, vergrößerte er die Länge (nicht
die Anzahl der Dinge) der einen Reihe; er legte z.B. die Eier weiter auseinander
und fragte die Kinder wieder dasselbe. Kinder im Alter zwischen 2 und 4 Jahren
gaben an, dass die auseinandergezogene Reihe mehr Elemente enthalte, dass
es z.B. mehr Eier gäbe. Dies war der Fall auch wenn er ein Ei wegnahm,
ohne die Länge der Reihe zu verändern. Im siebten Lebensjahr kann
das Kind aber dieses Verhältnis verstehen.
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2.2.6 Rechenaufgaben,
Rechnungsarten
Gemeint ist, dass der Schüler lernt, die vier Grundrechnungsarten richtig
auszuwählen, aber auch deren Bedeutung, Eigenschaften und Rolle zu kennen
und schließlich sie richtig anzuwenden, um Rechenaufgaben zu lösen.
Folgende Wörter verweisen auf die Addition: "verbinden, zusammen
tun, vergrößern, vermischen, zwei Enden zusammenbinden, eine Entfernung
nacheinander zurücklegen, addieren, zusammen rechnen, u.ä."
Begriffe, die dem Schüler vermitteln, dass er subtrahieren muss,
sind folgende: "herausnehmen, kaputt machen, ausgeben, verbrauchen, (weg)werfen,
verlieren, kürzen, usw."
Außerdem muss der Schüler
verstehen, dass man in drei Fällen subtrahiert:
Wenn wir den Rest wissen wollen: jemand hatte 2.000 Dr und hat
davon 1.500 Dr ausgegeben. Wieviel Geld hat er noch?
Wenn wir den Unterschied ermitteln wollen: z.B. Nikos wiegt
42 kg und Georg 48 kg. Um wie viel kg ist Georg schwerer?
Wenn wir ergänzen wollen: z.B. hat jemand 25.000 Dr gespart
und will sich ein Fahrrad kaufen,
das 40.000 Dr kostet. Wie viel Geld braucht er noch?)
Die Multiplikation wird
als eine kurze Addition vermittelt, während die Division, bei
der die meisten Schüler die größten Schwierigkeiten haben,
in Form sich wiederholender Subtaktionen, aber auch als die Umkehrung der
Multiplikation vermittelt wird: z.B. 5 x 3 = 15, also auch 15 : 3 = 5 und
15 : 5 = 3 .
Parallel dazu muss sich das Kind das geeignete Vokabular dazu aneignen, da
Mathematik für viele noch eine "Fremdsprache" darstellt.
Schließlich muss der Schüler die Grundrechnungsarten und ihre Eigenschaften
bei der Lösung von Aufgaben und Problemen besonders in seinem Alltagsleben
anwenden.
Nach Piaget gibt es drei notwendige
Voraussetzungen für das Verständnis des Zahlbegriffs und die Aneignung
der mathematischen Fertigkeiten:
1. Notwendigkeit: Die Kenntnis der qualitativen Elemente des Raums
und der Zeit:
die Bestimmung des Standorts (über, unter, rechts und links);
der Vergleich und die Anordnung von Größen (kleiner,
kürzer etc.)
die empirische Bestimmung der Dauer eines Ereignisses (z.B.
die Schule ist vormittags geöffnet, mittags ruhe ich mich aus, am Nachmittag
spiele ich und mache meine Hausaufgaben, in der Nacht schlafe ich);
Einführung der Synchronisation (der Lehrer und die Lehrerin
kamen gleichzeitig in die Klasse);
Einführung der gleichen Zeitdauer (alle Kinder lernen gleich
lang: von 10 bis 11 Uhr)
Ereignisse aus ihrem Leben in die richtige zeitliche Abfolge
zu bringen (aufwachen, Zähne putzen, sich anziehen, frühstücken,
zur Schule gehen) ...
2. Notwendigkeit: die Beschäftigung mit dem Prozess der Einteilung,
des Vergleichs, des Einordnens und der grafischen Darstellung;
3. Notwendigkeit: Zählen von Größen - Einführung,
indem zuerst die Maßeinheit gewählt wird, zunächst willkürlich
(z.B. durch Strecken der Beine Arme und Hände), dann mit Hilfe von Streichhölzern,
Strohhalmen u.ä. Danach folgt der Vergleich mit der Maßeinheit
und die Ermittlung von Bezügen: "mehr… als, weniger… als, gleich…
wie…")
Anschließend kann das Dezimalsystem unterrichtet werden. Daran schließt
sich die Beschäftigung mit den Bruch-, Misch- und Dezimalzahlen.
Bei all dem muss die Nützlichkeit der Zahl erkennbar werden; sie zeigt
die Menge, z.B. 12 Schüler; die Reihenordnung, z.B. 3. Reihe im Theater,
5. Sitz; die Größen, z.B. 32 kg (Gewicht), 1,42 m (Höhe),
40 Grad (Winkel), 60 km/h (Geschwindigkeit), 25 Grad (Temperatur), 10 l Benzin,
20´ Weg, 2,5 x 1,83 (Fläche) und den Kommunikationscode, z.B. Tel.-Nr.:
8612973 oder Kraftfahrzeugkennzeichen: KXO 2883.
weiter zu: 2.3 Moderne Unterrichtsmodelle für die Mathematik