| Ein Vermögen für
Europa.
Europäisches Bildungsvermögen Die Zusammenfassung: Erkenntnisse aus europäischen Maßnahmen zeigen, dass die Bildung des Politischen für Europa auf unterschiedlichen Wegen versucht wird: einerseits über die Forderung nach Ausstattung der Menschen mit Rechten und Instrumenten, die sie ermächtigen sollen, ihre Rolle als Bürger der Union auszuüben; andererseits über die Forderung nach Bildung, Erziehung, Qualifikation und Information, um sie zunächst in eine gute Form zu bringen, damit sie es überhaupt vermögen, ihre (neuen) Rechte in den neuen europäischen Verhältnissen wahrzunehmen. Die jeweiligen Akteure und institutionellen Träger - Europäische Bürger- und Verfassungsinitiativen bzw. Institutionen der Erwachsenenbildung - treten dabei kaum in einen ausführlichen Dialog. Genau das will dieses Projekt evozieren, um die vermutete Spannung zwischen den (ideologischen) Positionen und das unterschiedliche Potential der Akteure für europapolitische Diskurse fruchtbar zu machen. Das Ziel des Projektes liegt in der Entwicklung eines transnationalen Netzwerkes von Studienzirkel für europäische Demokratiefragen, das eine inhaltliche Stärkung europapolitischer Bürgerinitiativen (durch Erwachsenenbildung) und eine Europäisierung der Erwachsenbildung (durch politische Initiativen) nach sich ziehen kann. Ein Versuch, Erfahrungen und Resultate aus den Europäischen Programmen Grundtvig, Comenius und aus der Aktion "Partnerschaft mit der Zivilgesellschaft" zu verbinden und eine neue Aktionsform für civic education zu entwickeln, indem Protagonisten europapolitischer Visionen mit Praktikern bewährter For-men der Erwachsenenbildung in Austausch treten. So geht es nun darum, daß die europäische Demokratiefrage und die diesbezügliche politische Bildung (civic education) zum Gegenstand eines moderierten transnationalen und transsektoralen Gesprächs wird - zur inhaltlichen Anreicherung und besseren Wahrnehmung des öffentlichen Raisonnements europäischer Demokratiefragen. Es ist ein Versuch, eine Brücke von der Erwachsenenbildung hin zu politischen Initiativen und Netzwerken zu bauen (die sich weder als Erwachsenenbildung verstehen noch an Maßnahmen dafür beteiligen würden) bzw. umgekehrt von Demokratieinitiativen her an die Erwachsenenbildung heranzukommen (die ihrerseits wenig aktivistisch ist). Die Projektträger (Europahaus Burgenland, Kansan Sivistystyön Liitto; Stiftung Mitarbeit) können durch ihre Einbindung in europaorientierte politische Initiativen (eurotopia, ICC, Pannonisches Verfassungsforum) und durch die Erfahrung in Sokrates-Projekten eine Verbindung versuchen. Damit wäre auch eine gute Verbreitung vorhandener Ergebnisse gegeben und kritische Rückmeldungen die Folge. Einige Ziele: |
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Ein europäisches Gespräch unter Einbeziehung von europaorientierten Demokratieaktivisten und Bildungs- bzw. Wissensinstitutionen zu beginnen. |
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Die Einrichtung eines europäischen Netzwerkes von Studienzirkel, ausgehend von den Resultaten durchgeführter Projekte und den vorhandenen Partnerschaften, um einen Reflexionsprozess zur Bildung des Politischen auf europäischer Ebene zu gestalten. |
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Die Europäizität europaorientierter Bildungsversuche und politischer Aktivitäten zu untersuchen, wobei die These im Raum steht, dass sowohl in der Bildungsarbeit als auch in den Bürgerinitiativen unter "europäisch" eine Ansammlung von Idealen (Demokratie, Menschenrechte, Wohlstand,...) gesehen wird, die eigentlich universalistisch gemeint sind und somit ein solcher Diskurs wenig zur Bestimmung Europas beitragen kann. |
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Die These prüfen,
inwieweit Bildungsinitiativen auf europäischer Ebene zwar ein affektives
"Europäischsein" befördern können, sonst aber
"ideal" in der Luft bleiben, da die EU-Politikbereiche wenig
entwickelt sind ? |
| Einige Aktivitäten: | |
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Die Durchführung von Studienzirkel, kleiner Diskussions- und Lerngruppen gleichzeitig in mehreren Ländern mit gleicher Fragestellung und Unterlagen. Grundfragen der Bildungsarbeit und grundlegende politische Positionen und Forderungen sowie Strategien werden eingehend besprochen und ihre Ergebnisse genau dokumentiert. |
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Durch die Vernetzung der Studienzirkel und den Austausch wird eine transnationale Diskursgemeinschaft aufgebaut, Ergebnisse werden verbreitet. |
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Durch die gemeinsame
Konferenz erfolgt die persönliche Begegnung, die öffentliche
Präsentation und wissenschaftliche Kommentierung. |
| Pädagogische und didaktische Ansätze: | |
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Gemeinsame Auswahl von Grundlagenmaterial (Ergebnisse von durchgeführten europäischen Projekten) und Aufbereitung für die Arbeit in den Studienzirkeln (Übersetzungen wo nötig, Zusammenstellung) |
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Bildung von Kleingruppen in mehreren, möglichst vielen, Ländern, auf der Basis eines gemeinsamen und vergleichbaren Arbeitsprogrammes |
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Planung der elektronischen Vernetzung und des Informationsaustausches, Moderation der Diskussion. |
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Transnationale Begegnung in einer Konferenz zur Präsentation von Ergebnissen und ihre wissenschaftliche Kommentierung. |
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Dokumentation des Prozesses,
Ausformulierung von Schlussfolgerungen. |
| Die Zielgruppen: | |
| - | Lehrer in Einrichtungen der Erwachsenenbildung, die europäische Fragen für die politische Bildung aufbereiten. |
| - | Lernende in der Erwachsenenbildung, die Information zu europäischen Fragen suchen |
| - | Bürgerinnen und Bürger, die Möglichkeiten zur politischen Partizipation auf europäischer Ebene verlangen. |
| - | NGO´s, die ihre Ziele durch ein Engagement auf europäischer Ebene verfolgen (wollen). |
| - | Bürgerinitiativen, die sich im Prozess um die Europäische Verfassung beteiligen. |
| - | Institutionen, die politische
Expertisen zu europäischen Demokratiefragen entwickeln und verbreiten
(möchten) |
| Auswirkungen auf die Zielgruppen: | |
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Einrichtungen der Erwachsenenbildung werden mit der Frage befasst, wie europäische Demokratieinitiativen durch Bildung gestärkt werden können; Bürgerinitiativen stehen vor der Aufgabe, die Kompetenzen der Erwachsenenbildung auf europäische Demokratiefragen hin zu fordern. Daraus kann eine inhaltliche Anreicherung und methodische Verbesserung europapolitischer Bürgerinitiativen resultieren sowie eine stärkere Europaorientierung der Bildungsarbeit mit Erwachsenen. |
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Lehrende und Lernende in der Erwachsenenbildung erhalten Einblicke in die Praxis politischer Arbeit von NGO´s und umgekehrt vermögen politische Initiativen besser einzuschätzen, inwiefern durch die Erwachsenenbildung ihre politischen Fragen und Anliegen verbreitet und vertieft werden können. |
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Interessierte Bürgerinnen und Bürger finden Foren, ihre Fragen zu diskutieren und europaweit zu vernetzen. |
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Wissenschaftliche Institutionen
und Bildungseinrichtungen können ihre Expertisen und Methoden verbreiten
und Fragen aus der Zivilgesellschaft aufgreifen. |
| Das Innovative:
Das Projekt versucht eine
(vor allem in Skandinavien) bewährte Form der kleinen Versammlung
von Bürgern zu Bildungszwecken weiterzuentwickeln für ein
transnationales europapolitisches Gespräch. Es ist der Versuch,
in einer sehr großen Dimension (Europa) und zu einem abstrakten
Thema (Demokratie) ein transnationales, öffentliches Raisonnements
zu organisieren und dabei das Gespräch in überschaubarer Versammlung
als politische Kernaktivität zu erhalten. Gelingt ein europäisches
Gespräch in diesem Design wäre auch eine qualitative Verbreitung
und Reflexion von Ergebnissen europäischer Projekte gewährleistet. |
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Die erwarteten Ergebnisse: |
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Ein transnationales Netzwerk von europaorientierten Studienzirkeln als eine Struktur für gemeinsames Vor- und Nachdenken europäischer Demokratiefragen. Das Netzwerk soll zunächst aus ca. 10 Studienzirkel in 10 Ländern gebildet werden. |
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Verbreitung und Reflexion von Grundlagentexten zu europapolitischen Beteiligungsmöglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger sowie zu europapolitischen Bildungsstrategien. |
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Erkenntnisse über
die Möglichkeiten, europapolitische Zukunftsfragen in weltoffenen
Kleingruppen zu diskutieren und transnational vernetzen zu können. |
| Die Partnerschaft: | |
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Das Europahaus Burgenland versteht sich als freie Akademie für politische Bildung und internationale Begegnung. Es steht in Verbindung mit eurotopia transnational, einem Verband von Initiativen, die für Direkte Demokratie auf europäischer Ebene wirken möchten; ebenso mit dem IRI Europe, dem Initiative- und Referendum - Institut in Amsterdam. Seit 2002 koordiniert das Europahaus das Netzwerk ICC (Inter Citizens Conferences), davon einige Mitglieder im vorgesehenen Projekt mitwirken werden. In Österreich ist das Europahaus Mitglied von "Südwind", einem Verband entwicklungspolitischer Initiativen für Informations- und Öffentlichkeitsarbeit und es ist beteiligt am Informationsverbund für globale Entwicklung (IGE), einer Vereinigung von entwicklungspolitischen Bibliotheken und Dokumentationsstellen. Dem Europahaus ob-liegt die Gesamtkoordination, organisatorisch-administrative Tätigkeiten und die Herstellung von Kontakten zu Partnern in den Mittel- und ost- und südosteuropäischen Ländern. Kansan Sivistystyön Liitto (KSL) ist eine von mehreren Dachorganisationen für Erwachsenenbildung in Finnland mit Regionalstellen im ganzen Land. Es verwaltet ca. 1100 Studienzirkel pro Jahr und ist auch in Aktionen des Nordischen Rates involviert. KSL hat große Erfahrung in der Konzeption und Betreuung von Studienzirkeln, week-end communities und aus früherer Mitwirkung in Projekten der EU-Programme Grundtvig und Leonardo. KSL wird die pädagogisch-didkatische Konzeption der Studienzirkel führen, ihre Implementierung begleiten, die Ergebnisse auswerten und die online-Kommunikation zwischen den Studienzirkeln organisieren. Die Stiftung MITARBEIT hat sich die "Demokratieentwicklung von unten" zur Aufgabe gemacht und versteht sich als Servicestelle für das bürgerschaftliche Engagement außerhalb von Parteien und großen Verbänden. Die Stiftung MITARBEIT bietet Bürgerinitiativen und Selbsthilfegruppen Beratung und Information, Vermittlung von Kontakten und Vernetzungsmöglichkeiten, vielfältige praktische Hilfestellungen, Fachtagungen zur Bürgermitwirkung, Methoden- und Finanzierungsseminare, ein Internetportal Wegweiser Bürgergesellschaft mit umfassenden Informationen zu allen Fragen des Bürgerengagements und der Bürgerbeteiligung. Die Aufmerksamkeit der Stiftung MITARBEIT gilt nicht nur den schon Aktiven, sondern auch den Teilnahmerechten Schwächerer. Deshalb engagiert sie sich bei der Entwicklung neuer Bürgerbeteiligungsmodelle. Auf europäischer Ebene arbeitet die Stiftung in einem Netzwerk von Bürgerbewegungen mit, das sich für bürgernähere und transparentere Entscheidungsstrukturen in der EU einsetzt. Die Stiftung Mitarbeit wird Ergebnisse aus den Fachkolloquien "Zivilgesellschaft Europa" (durchgeführt gemeinsam mit der Ev. Akademie Loccum) und Direkte Demokratie für Europa (durchgeführt mit der Evangelischen Akademie Berlin) einbringen, Studienzirkel einrichten und Öffentlichkeitsarbeit leisten (zB. Über den Newsletter "Wegweiser Bürgergesellschaft") Besondere Aspekte: Das Projekt bringt Erkenntnisse zu der Frage, inwiefern die politische Kommunikation in kleinen Gruppen und eigenen Milieus gepflegt und dabei transnational zu einem neuen Raum der Öffentlichkeit verbunden werden kann. Im bildungspolitischen Diskurs wird das hohe Niveau und die qualifizierte Pädagogik der Erwachsenenbildung in Skandinavien immer wieder als richtungsweisend und modellhaft angesehen. Aus anderen Ländern Europas kennt man zwar auch Modelle oder Visionen einer demokratischen Kleingruppenrhetorik, die meist aber nicht bestimmend für die demokratiepolitische Kultur geworden sind (z.B. die Idee "Akademisches Wirtshaus" von Leopold Khor). Das Projekt verbreitet zunächst Ergebnisse, die zu dieser Frage aus durchgeführten EU - Projekten vorliegen und experimentiert damit, ein in einer europäischen Region erfolgreiches Modell behutsam transnational und gesamteuropäisch anzuwenden. |
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