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Vertrauen Das Phänomen "Vertrauen"
spielte wohl seit dem Entstehen erster menschlicher Gemeinschaften
durch alle Epochen eine wichtige Rolle; wissenschaftlich erlangte
der Begriff "Vertrauen" aber erst während der letzten
zwanzig Jahre in den politologisch-soziologischen Debatten westlicher
Gesellschaften größere Bedeutung, als die traditionellen
Theorie-Parameter "Macht, Institutionen, Bürokratie, Staat"
nicht mehr die Entstehung und das Funktionieren der neuen sozialen
Bewegungen ausreichend beschreiben und analysieren konnten. >> Ein bewusstes Umgehen mit den Lebensrahmenbedingungen anderer Menschen ("verstehen wollen"), >> das dialogische Hinweisen auf das Bewusstsein jeder/s Bürgers/in (citoyen) für seine/ ihre Eigenverantwortlichkeit sowie seine/ ihre soziale Verantwortung (politische Erwachsenenbildung), >> das gemeinschaftliche Verfolgen eines konkreten (politischen) Aktionsprogramms basierend auf gesellschaftsanalysierenden Erkenntnissen und handlungsleitenden Grundsätzen, >> speziell auf das österreichische Kommunikationsmodell in der Politik bezogen: das eigene Anerkennen, dass die Gesellschaft in Interessenskonflikte zerrissen ist und daher auch in der Diskussion Widerspruch und Kritik legitim sind (entgegen den bisherigen Gepflogenheiten der "Konsensdemokratie" in Österreich), >> das eigene Handeln transparent und verlässlich zu gestalten, um es nachvollziehbar zu machen. Politikrelevante Kommunikationskonzepte
müssen dem nicht rein kognitiven Wahrnehmungsanteil der Menschen
in jedem Fall Tribut zollen: entweder, indem sie ihn ignorieren und
sich ihre Strategie deshalb als erfolglos erweist (Vertrauensverlust),
oder: indem sie auf dieses Spüren der Menschen eingehen, daher
selbst authentisch handeln und kommunizieren und ihre Konzepte aus
dieser Erkenntnis heraus für politische Verhaltens- und Handlungskonzepte
fruchtbar machen. Thomas Mann studiert Soziologie und arbeitet in der Erwachsenenbildung. Sie können diesen Text auch als *.doc-File downloaden... Zum Weiterlesen: Eisenstadt, Shmuel N. (2001): Vertrauen,
kollektive Identität und Demokratie. Vertrauen und Institutionenbildung:
Das Problem der Verallgemeinerbarkeit von Vertrauen, in: Hartmann,
Martin / Offe, Claus (Hg.) (2001): Vertrauen. Die Grundlage des sozialen
Zusammenhalts, Frankfurt, New York, S. 333-363. |
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Zivilgesellschaft Unter dem Begriff "Zivilgesellschaft"
firmiert heute eine Vielzahl an Organisationen, von "Ein-Mann/Frau-Betrieben"
bis zu professionellen Netzwerken in allen gesellschaftlich, d.h. öffentlich,
relevanten Bereichen wie soziale Peripherie, SeniorInnen, Jugend, im
künstlerischen Bereich, in der Erwachsenenbildung, zum Thema Umwelt,
Entwicklung ländlicher Strukturen und Lebensräume, Interessenverbände
(kirchliche Gemeinschaften, Gewerkschaften, MigrantInnenverbände,
Kooperativen von Kleinbetrieben etc.). Verschiedene (sozial-)wissenschaftliche
Disziplinen bemühen sich um eine klare Definition, konnten aber
bisher noch kein einheitlich akzeptiertes Konzept präsentieren.
Trotzdem bedarf es zur theoretischen Orientierung über diese Thematik
einer Arbeitsdefinition, um insbesondere eine Abgrenzung gegenüber
sozialen Strukturen zu finden, die nicht Teil der Zivilgesellschaft(en)
sind (etwa Polizei, Militär, Bürokratie).
Die konservativen Konzepte
heutiger Prägung interpretieren nun im Zeichen neoliberaler Sparpolitik
eigenständige Aktivitäten "mündiger BürgerInnen"
als Gliedmaßen des Organismus "Gesellschaft" mit dem
vorrangig kompensatorischen Zweck der Entlastung des Staates aus seinen
sozialpolitischen Pflichten (Stichwort: z.B. soziale Pflege). Soziale
(oft auch verstanden als ehrenamtliche) Dienste sollen damit einer Dezentralisierung
finanzieller Leistungen für die gemeinsamen Belange der gesamten
Gesellschaft dienen. Insbesondere Vereine werden in diesem Zusammenhang
als positiv dargestellt. Thomas Mann studiert Soziologie und arbeitet in der Erwachsenenbildung. Sie können diesen Text auch als *.doc-File downloaden... |
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Zugang Damit ein demokratischer Prozess auch wirklich funktioniert, muß jede/r einzelne StaatsbürgerIn gleichen Zugang zu Informationen, zu Entscheidungsfindungsprozessen und - zumindest durch eine Vertretung - zu Entscheidungsprozessen haben. Eine Demokratie, die den gleichen Zugang in irgendeiner Form beeinträchtigt, nennt sich nur Demokratie, und wenn es auch nicht immer leicht erkennbar ist, hegt sie eine versteckte Absicht, nämlich gutes Staatsbürgertum nicht fördern zu wollen. Im demokratischen Prozess kann sich der Zugang aus den folgenden vier Hauptkomponenten zusammensetzen: Verfügbarkeit, Kontinuität, Bewusstsein und Leistbarkeit. Diese betreffen sowohl die Informationen selbst als auch die Informationszugänge des/r einzelnen StaatsbürgerIn, unabhängig von ihrer oder seiner gesellschaftlichen Stellung.
Informationen müssen kontinuierlich fließen und nicht stoßweise, je nachdem ob es einen Torhüter gibt, der über den Informationsfluss entscheidet. In einer reifen Demokratie ist für einen Torhüter kaum Platz und in den seltenen Fällen, in denen sich dieser als notwendig erweist, müssen ständige Kontrollmechanismen ergänzend dafür sorgen, dass festgelegte Parameter eingehalten werden und wer auch immer sich nicht daran hält, dafür bestraft wird. Es ist sinnlos, Informationen zu haben und sie im Prinzip verfügbar zu haben, wenn der Zugang nur auf diejenigen beschränkt ist, die sie sich auch leisten können, daher ist es wichtig, das sie erschwinglich ist. Insbesondere in der heutigen modernen Welt sind die meisten Informationen im Internet abrufbar, das selbst ein wichtiges Informationsmedium geworden ist. Aber in einigen Ländern hat sich dieses Medium aufgrund der Kosten noch nicht durchsetzen können. Nicht alle können es sich leisten und dies wirkt eher als Barriere statt als Brücke, die StaatsbürgerInnen verbindet. So entsteht eine neue Kluft zwischen den Habenden und den Nicht-Habenden. Was fürs Internet gilt, gilt natürlich auch für alle anderen Möglichkeiten auf Informationen zuzugreifen. Natürlich auch das Bewusstsein. Solange jemand nicht weiß, dass er/sie Zugang zu einem Prozess oder Dokument hat, gibt es keinen echten Zugang. Diesen gibt es nur wenn man weiß, dass die Information bereitsteht und man kann sie dann wirklich prüfen und sich darüber eine Meinung bilden. Bewusstheit kann anerzogen werden und ein Bildungssystem, das Wissbegierde statt blinden Gehorsam gegenüber einem Regime fördert, bringt Bewusstheit und Kreativität hervor. Dieser Zugang ist natürlich nur eine Dimension des demokratischen Prozesses. Wo es ihn auch gibt, bringt er die StaatsbürgerInnen näher und verbindet sie auf der Suche nach dem Gemeinsamen und in ihrem Bestreben nach öffentlicher Ordnung. Die griechische Demokratie ist aus dem Prinzip des direkten Zugangs zu allen Fragestellungen entstanden und bis zu einem gewissen Grad ist dieser Gedanke in der Schweizer Demokratie bis heute noch durch das strenge System bei der Inanspruchnahme des Referendums erhalten. Durch die moderne Technologie sind Entscheidungsfindungen und Entscheidungsprozesse weithin leicht zugänglich gemacht worden, was manchmal für riesige Staaten mit Millionen von StaatsbürgerInnen unmöglich schien. SMS und alle anderen Errungenschaften der Informationsgesellschaft beseitigen allmählich alle Hindernisse und ermöglichen einen raschen und billigen Zugriff sowohl auf Entscheidungsfindungen als auch auf Entscheidungsprozesse. Der Einsatz dieser neuen Systeme schafft eine neue und sehr effiziente Möglichkeit, die Massendemokratie wieder neu in Gang zu setzen, in der jede/r einzelne von der Technologie Gebrauch machen kann, um eigene Ideen oder Interessen zu fördern, solange die zuvor erwähnten Kriterien für den "Zugang" erfüllt sind. Selbst in einer Zeit, in der zumindest im Westen Ideologien allgemein im Untergehen begriffen sind, gibt es nach wie vor Fragen, die dem/der einzelnen StaatsbürgerIn und seiner/ihrer Familie am Herzen liegen. Der Zugang dazu und der richtige Umgang damit können einsichtigere Demokratien hervorbringen, denn diese gibt es wirklich und nicht nur am Papier, und sie sind aus den Reflexionen der einzelnen StaatsbürgerInnen der jeweiligen Demokratie entstanden.
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Zukunft Heutzutage ist Demokratie eine Idee und ein Ideal sowie eine soziale Bewegung und ein politisches System. Sie alle betonen, dass der Wert des Menschen über dem Wohlergehen von Unternehmen und dem Profit stehen. Demokratie ist eine Idee,
die historisch als Anti-Idee begann: gegen den Klerus, Feudalismus,
Militär und Parteien-Regime, oder gegen totalitäre Ideologien. Die Demokratie war lange
Zeit als die beste Form der Politik angesehen, und doch weist sie zugleich
große Defizite auf: Heutzutage ist Demokratie so unsicher wie
nie zuvor, vor allem, weil die Demokratie der Zukunft wahrscheinlich
und aus mehreren Gründen sich komplett von der heutigen unterscheiden
wird. Die Wahrscheinlichkeit eines Überlebens der heutigen Demokratie
nimmt rapide ab, da die grundlegenden Fakten, die sie begründet
haben, nicht mehr existieren. Es hieß, Demokratie baut auf einem Nationalstaat auf. Heutzutage haben einige "politische Entitäten" eine Größe erreicht, die den klassischen Begriff eines Nationalstaates um Weiten überschreiten (z.B. China, Indien aber auch die EU mit 461 Millionen Bürgern, und neue, die noch kommen. Supermächte haben die Tendenz zum einseitigen Agieren). Größe ist im allgemeinen Sinn einer der Unsicherheitsfaktoren: die Größe der Einwohnerzahl aber auch der Finanzen, Infrastrukturen, transnationale Konglomerate (früher multinationale Konzerne), die Größe des Internets, Größe und Anzahl der Weltprobleme, z.B. die Umwelt, Rohstoffknappheit, Bedrohung durch ABC-Waffen und die Größe der Hierarchien, z.B unter den grob geschätzten 200 Staaten auf unserem Planeten (siehe auch die Aufzählung "World Problems and Issues" in "Yearbook of International Organisations", Vol. 5, UIA, Brüssel). Ein zweiter
Faktor ist die heutige Dynamik und ein Dritter die Komplexität.
Wissenschaft und Technologie entwickeln sich so schnell, dass Veränderungen,
Strukturen und Situationen obsolet machen, in einer Geschwindigkeit,
die uns erlaubt, die unglaublichsten Ungereimtheiten zu beobachten,
wie z.B. Koalitionen zwischen dem autoritären Regierungssystem
des 17. Jahrhunderts und antiken Demokratien, oder, zur Verwunderung
von vielen, sogar im europäischen Parlament, gemäßigte
moderne Sozialdemokraten Seite an Seite mit ehemaligen Stalinisten [1]. Eine Hauptideologie war die der Gerechtigkeit. Wie gerecht vergangene Staaten je gewesen sein mögen; die weltweite Gerechtigkeit, z. B. in Hinblick auf die weltweit gleiche Verteilung von Rohstoffen oder an Wissen [2] ist extrem fragwürdig ( in diesem Sinne sehr zu empfehlen: Franz Josef Radermacher, Balance or Destruction, Ecosocial Market Economy as the Key to Global Sustainable Development, Vienna, 2004). Eine zweite Ideologie und zugleich auch der eigentliche Kern der zivilen Gesellschaftstheorie, ist die Ideologie des freiwilligen Handelns. Wie wertvoll und notwendig sie auch auf lokaler und regionaler Ebene sein möge, weltweit ist ihr Einfluss auf wichtige Entschlüsse gleich null. Aber beide sind die einzigen aussichtsreichsten Kräfte die in der Lage sein werden, die Kontrolle über weitere Kriminalisierung aller Bereiche des Lebens zu haben, aber auch die den Planeten bedrohende ökologische Kurzsichtigkeit, seit das Bestreben großer Entitäten (globales Ausmaß) nach Kontrolle immer schwieriger und schwieriger wird, ja gar total illusionär. Interessant ist allerdings das Beispiel des europäischen Ombudsmann: Diese Institution gehört zu den bekanntesten europäischen Institutionen und wird zur Hälfte über das Internet kontaktiert. Diese vier aber auch viele andere Faktoren werfen die Frage nach neuen Möglichkeiten für Formen der Demokratie auf, vor allem eine internationale Hierarchie der Parlamente und deren Machtverteilung. Könnten sie Formen annehmen, die in etwa wie folgt aussehen (diese könnten, zumindest teilweise, auch über das Internet funktionieren (zukünftige Version x) virtuell oder simuliert… und würden versuchen, eine Vielzahl an Modellen für Demokratien aufzunehmen). Würden manche Ebenen die Macht haben, zu beschränken, z.B. Macht und Größe der transnationalen Konglomerate oder sogar ganzer Branchen, die Größe der Einwohnerzahl und des Militärs, der Verschmutzung und der Industrie und Wirtschaft ( wie z. B. der Finanzsektor)? Und dieser Vorschlag bringt uns zu der grundlegendsten Frage der Zukunft der UNO, die Zukunft des gesamten Weltsystems der grob geschätzten 200 "politischen Entitäten" (transnationale Unternehmen und mafia-ähnliche Strukturen nicht mitgezählt) oder die Frage, ob das System neue "Lern" Fähigkeiten entwickeln wird? Und schliesslich - und vielleicht verrückt für viele Leser - die Futuristenfrage: Was wird im Allgemeinen passieren und im Speziellen mit der Demokratie, wenn der Fortschritt der IT so anhält oder sogar beschleunigt und Maschinen intelligenter werden als Menschen? Müssen wir dann ein "Parlament der Humanoiden" einführen? Oder werden sie sich in "Entitäten" verwandeln, die ihre Schaffer regieren, weil sie sich aufgrund interner Rivalitäten nicht rechtzeitig auf Vorsichtsmaßnahmen einigen konnten … wie immer ...?
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Kein Wunder dass die Niederländer und die Franzosen gegen die Europäische
Verfassung gestimmt haben .. Sie, wie viele Europäer und andere
Demokratien umfassen viele Ansichten und Modelle einer Demokratie (kurzfristig
vs. langfristig, sektoral vs. multisektoral, einfach vs. complex oder
status quo Vorstellungen vs. Veränderungs- [2]
Und man müsste noch hinzufügen, unter anderem: menschliche
(politische und Kriegsgefangene), Frauen- und Arbeiterrechte (und Gleichheitsfragen),
Zugang zu Dokumenten (das Europäische "Freedom of Information
Act" befindet sich seit 2000 in Diskussion); Das Recht Unternehmen
und staatliche Haftung zu analysieren und kontrollieren sowie die eigenen
Daten (Informationsselbstdeterminismus) oder das Recht wirtschaftlicher
Mächte von anderen Regionen der Welt sich in die westlichen Strukturen
zu kaufen innerhalb der Theorie des Liberalismus (wie z.B. der aktuelle
Versuch des Indischen Stahlmagnaten Mital den luxemburgischen-französischen
Arcelor zu übenehmen) etc.
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