Heimatkenntnis und Weltvertrauen
Gedanken aus einem Gespräch in der Gemeindebücherei
Nikitsch am 25. Oktober 08 |
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Heimat ist das freundlichste
Wort für Zurückgebliebenheit (Martin Walser), eine freundliche
Umschreibung der Resignation, eine Verklärung des Unvermeidlichen,
ein Tröstung, die da lautet: zu Hause ist es am schönsten
und deswegen ist es am besten, da zu bleiben.
Nur: warum bleibt dann
kaum jemand da? Warum fahren so viele täglich, wöchentlich
in die Stadt? Warum zieht es weltweit so viele Menschen zu den hot spots,
in die boom towns, die mega cities? Wo es viel Zerstreuung, doch keine
Heimat gibt!
Heimat, besonders viel
Heimat, gibt es dort, wo besonders viele Menschen wegziehen.
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zu viele Phänomene, die Menschen hindern können, zu einem Weltvertrauen
zu kommen: unheimliche Phänomene! Etwas, das einen nicht heimisch
werden lässt, begegnet uns in vielen Nachrichten vom Weltgeschehen,
aber auch in bedrohlich zugespitzten Vorhersagen: uns drohe eine Überfremdung,
uns drohe die Klimaänderung, Europa wird vergreisen, die Chinesen
werden unsere Wirtschaft ruinieren, der Iran die Atombombe einsetzen usw..….. |
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| "Worte,
die nahe liegen, aber in die Ferne weisen, sind gute Worte", sagt
eine alte chinesische Weisheit. Hier in der Nähe liegen viele Worte,
viel Wissen, das uns hilft, in die Welt und in die Zukunft zu denken.
In einer multikulturellen Region versteht man es, mit allem, was da kommt
und geht, gelassener umzugehen. Und wenn wir es nicht verdrängt haben,
wissen wir, dass auch unsere Vorfahren selber irgendwann einmal von irgendwo
dahergekommen sind, nachdem sie durch irgendein Weltgeschehen (Türkenkriege)
irgendwie durcheinandergewirbelt worden waren. |
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| Grundsätzliche
Fragen, beispielsweise: "Was bedeutet die Globalisierung für
unsere Region, was machen wir (uns) aus der Globalisierung?" brauchen
öffentliche Räume, bekömmliche Bedingungen und mutige Initiativen,
damit sie bedacht werden können. Eine Bibliothek ist ein guter Ort
des Wissens und der Begegnung. Ob Kulturevents, Bibliotheksgespräche,
Lesezirkel, Öffentliches gemeinsames Singen, politische Diskussionen,
grenzüberschreitende Bürgerforen - alle Versammlungskulturen
sind gut, sobald sie Worte finden, die nahe liegen, aber in die Ferne
weisen". Das sagt zumindest eine alte chinesische Weisheit. |
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