| Kulturen der Region - offene
Fenster zur Welt.
Schattendorf und Agendorf sind zwei Gemeinden an der Ödenburger Pforte, die es verstehen, ihre besondere Lage als besondere Herausforderung zu sehen. Nachdem die Grenze quasi weg ist, gilt es, an dieser Nahtstelle der Europäischen Integration das Zusammenwachsen durch Begegnungen und Diskussionen zu unterstützten, was u.a. in einem jährlichen Schattendorfer Kulturreigen hervorragend organisiert wird. Heuer war das Europahaus Partner in dieser Aktion und brachte den Zusammenhang von Heimatkenntnis und Weltvertrauen in die Diskussion. Weil es - verbunden mit Globalisierung und Europäisierung - Phänomene gibt, die Menschen hindern können, zu einem Weltvertrauen zu kommen: das Unheimliche! Etwas, das einen nicht heimisch werden lässt, begegnet uns in vielen Nachrichten vom Weltgeschehen, aber auch in bedrohlich zugespitzten Vorhersagen: uns drohe eine Überfremdung, uns drohe die Klimaänderung, Europa wird vergreisen, die Chinesen werden unsere Wirtschaft ruinieren usw. Trotz Fußball WM war der Saal im Gasthof Reichl mit Interessenten gut gefüllt, manche kamen aus weiteren Nachbargemeinden, so auch der Historiker Andras Krisch, der über die Vertreibung der Deutschen aus Ödenburg 1946 erzählte. "Worte, die nahe
liegen, aber in die Ferne weisen, sind gute Worte", zitierte Hans
Göttel eine alte chinesische Weisheit. Das Naheliegende ist jetzt,
wo der Eiserne Vorhang weg ist, wieder leichter zu finden. Wenn wir
unsere Heimatkenntnis erschließen wollen, dann möglichst
gemeinsam mit unseren Nachbarn, sonst beschränken wir uns auf eine
halbe Sache - und das ist nicht vernünftig. Und wenn wir Weltvertrauen
aufbauen wollen, dann bedeutet das, eine gemeinsame Vision für
die Region zu entwickeln, die Europa und die weite Welt mitdenkt. |
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